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Hersteller von AKW mit Siedewasserreaktoren

Former factory building AEG Gesundbrunnen Berlin Germany.jpg

Ehemaliges Fabrikgebäude von AEG in Berlin

Fast vergessen ist heute, dass die Allgemeine Elektricitätsgesellschaft (AEG), die 1887 aus der Deutschen Edison Gesellschaft für angewandte Elektricität (DEG) hervorgegangen war und 1996 aufgelöst wurde, neben Siemens Hersteller für Atomkraftwerke in Deutschland war.[1]

1954/1955 begann die AEG mit ersten "Untersuchungen, Planungen und Entwicklungen" für deutsche Atomkraftwerke.[2] Am 21. Juli 1955 gründeten AEG, BASF, Farbenfabriken Bayer, Degussa, Hoechst, Metallgesellschaft und die Siemens-Schuckertwerke AG die "Arbeitsgemeinschaft Atomenergie". Diese übte auf die Planung und Entwicklung der Atomenergie in der Deutschen Atomkommission (DAtK) einen maßgeblichen Einfluss aus. AEG spezialisierte sich auf vom US-amerikanischen Lieferanten General Electric hergestellte und angepasste Siedewasserreaktoren, während Siemens Druckwasserreaktoren herstellte.[3]

1958 wurde die AEG von der RWE mit dem Bau des ersten deutschen Atomkraftwerks Kahl (Bayern) mit einem Siedewasserreaktor von General Electric beauftragt. Das Versuchs-Kernkraftwerk wurde zwei Jahre später in Betrieb genommen.[2][4]

Im Dezember 1962 erging durch die RWE-Bayernwerke GmbH der Auftrag zum Bau des AKW Gundremmingen A (Bayern) an die AEG, 1964 folgte Lingen (Niedersachsen), ein Demonstrationskraftwerk für Siedewasserreaktoren,[2] und schließlich 1968 Würgassen (Nordrhein-Westfalen).

1969 gründeten AEG und Siemens das gemeinsame Tochterunternehmen Kraftwerk Union (KWU) in Mülheim/Ruhr und legten 1970 ihre Produktions- und Forschungsstätten zusammen.[5]

Ausstieg wegen technischer und finanzieller Probleme

Wegen der nicht ausgereiften Technik von General Electric mussten am AKW Würgassen teure Nachrüstungen durchgeführt werden. 1972 lief radioaktives Wasser aus der Anlage aus, es folgte ein Baustopp für Reaktoren dieses Typs und AEG geriet in finanzielle Schieflage.[6] Deswegen übertrug der Konzern im November 1976 seinen Anteil an der KWU auf Siemens.[7]

1978 kaufte sich die AEG mit 1,215 Mrd. Deutsche Mark von ihren Verpflichtungen aus dem Atomkraftwerksgeschäft frei. Im Geschäftsbericht von 1978 wurde der Verlust für Atomkraftwerks- und Reaktoraufträge auf insgesamt 1,6 Mrd. Deutsche Mark beziffert.[2]

(Letzte Änderung: 07.01.2017)

Einzelnachweise

  1. sdtb.de: AEG – Die kleine Chronologie abgerufen am 27. Oktober 2016
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 gerdflaig.de: Firmengeschichte der AEG abgerufen am 27. Oktober 2016
  3. udo-leuschner.de: Aufstieg und Niedergang der nukleartechnischen Kompetenz von Siemens abgerufen am 27. Oktober 2016
  4. BfS: Kernkraftwerke in Deutschland abgerufen am 12. August 2014 (via WayBack)
  5. DER SPIEGEL 51/1973: Groß im Rennen vom 17. Dezember 1973
  6. industriesalon.de: Die AEG. Aufstieg und Niedergang einer deutschen Industrie-legende abgerufen am 27. Oktober 2016
  7. DER SPIEGEL 47/1976: Ausverkauf bei AEG vom 15. November 1976

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