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Aachen

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Atomforschung > Aachen

RWTH Aachen University.jpg

An der RWTH Aachen wurde vom 22. September 1965 bis zum 1. März 2008 mit der Kurzbezeichnung SUR-AA ein kleiner Forschungsreaktor für Ausbildungszwecke betrieben, der mittlerweile stillgelegt ist.[1][2]

Heute gibt es an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen (RWTH Aachen) zwei Lehrstühle, in denen nukleartechnische Studiengänge angeboten werden.

Inhaber des Lehrstuhls für Reaktorsicherheit und -technik ist Professor Hans-Josef Allelein. Wie in Jülich betreibt er auch hier "grundlegende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur Sicherheit der nuklearen Energietechnik".[3]

Zugleich werden aber als Forschungsthemen auch die "Freisetzung von Spaltprodukten" und die "Beherrschung von Druckentlastungsereignissen in Hochtemperaturreaktoren" angegeben.[3] Der Lehrstuhlinhaber ist nämlich auch an der Forschung und Entwicklung von neuen Hochtemperaturreaktoren beteiligt gewesen, ein Widerspruch zum Atomausstieg. Am Lehrstuhl werden die Studenten in Kooperation mit Alleleins Institut im Forschungszentrum Jülich "mit einem breiten kerntechnischen Wissen" ausgestattet, das sie, wie Allelein schreibt, für eine "verantwortungsvolle Zukunftsaufgabe" vorbereite und "glänzende Berufsaussichten" ermögliche.[4] Der Lehrstuhl wurde 2013 mit 730.000 Euro vom Bundeswirtschaftsministerium und weiteren 390.000 Euro vom Forschungsministerium unterstützt. Kritiker wie Michael Sailer von der Entsorgungskommission (ESK) und der Sicherheitsexperte Rainer Moormann befürchteten, dass diese Gelder auch für die Weiterentwicklung von Kugelhaufenreaktoren verwendet werden.[5]

Ende 2014 sollten wie in Jülich auch in Aachen die Forschungsaktivitäten im Bereich Hochtemperaturreaktoren beendet werden.[6]

Ebenfalls einen Lehrstuhl an der RWTH Aachen besitzt seit 2008 der ehemalige Vattenfall-Manager und Atomlobbyist Bruno Thomauske, und zwar für das Fach Nukleare Entstorgung und Techniktransfer[7], das bis vor kurzem noch  Nuklearer Brennstoffkreislauf hieß.[8] Laut eines Artikels des "Spiegel" vom 4. August 2010 wurde dieser Lehrstuhl vom Energiekonzern RWE gesponsert.[9] Über Thomauske ist es den Energiekonzernen möglich, neue Fachkräfte für die Atomwirtschaft ausbilden zu lassen. Beteiligt an der Lehre sind neben Thomauske Unternehmen wie AREVA, RWE und URENCO.[10] Der Studiengang wird ab dem Wintersemester 2014/15 nicht mehr angeboten und durch einen neuen ersetzt.[11]

Bruno Thomauske, die RWTH Aachen und das Gorleben-Gutachten

(Letzte Änderung: 23.10.2015)

Einzelnachweise

  1. BfS: Forschungsreaktoren in Deutschland abgerufen am 22. März 2014 (via Wayback)
  2. IAEO: SUR AACHEN abgerufen am 2. November 2014
  3. 3,0 3,1 RWTH Aachen: RWTH Aachen: Lehrstuhl für Reaktorsicherheit und -technik abgerufen am 22. März 2014
  4. RWTH Aachen: "Ausbildung und Forschung in der Kerntechnik – eine verantwortungsvolle Zukunftsaufgabe" abgerufen am 23. März 2014 (viaWayBack)
  5. WDR: Atomforschung: Weiterentwicklung anstatt Entsorgung? vom 17. März 2014 (via WayBack)
  6. Forschungszentrum Jülich: Aufsichtsrat: Strategie zur Sicherheitsforschung findet breite Akzeptanz abgerufen am 17. Mai 2014
  7. Nukleare Entsorgung und Techniktransfer (NET) abgerufen am 2. November 2014
  8. RWTH Aachen: Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Bruno Thomauske abgerufen am 23. März 2014 [Seite nicht mehr verfügbar]
  9. Spiegel Online Endlager: Ex-Atommanager soll Gorleben-Gutachten schreiben vom 4. August 2010
  10. idw - Informationsdienst Wissenschaft Erfolgreicher Start des Masterstudiengangs Nuclear Safety Engineering an der RWTH Aachen vom 17. November 2010 (via WayBack)
  11. RWTH Aachen: M. Sc. Nuclear Safety Engineering abgerufen am 23. März 2014

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