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Allgemeine Informationen zu Energiekonzernen

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Die Konzerne > Allgemeine Informationen zu Energiekonzernen

Oligopol der Stromerzeugung

Regelzonen deutscher Übertragungsnetzbetreiber.png

Deutschlandkarte der Regelzonen der deutschen Übertragungsnetzbetreiber bis 2009

Seit Jahren haben die großen Energiekonzerne mit massiven Problemen zu kämpfen. Es ist deswegen fraglich, ob sie die Milliardenkosten für Rückbau und Entsorgung aufbringen können, die wegen des Atomausstiegs anfallen werden. → Rückstellungen und Atomfonds: Ruf nach dem Staat

Wie konnte es dazu kommen?

Jahrzehnte lang wurde der Energiemarkt in Deutschland durch das Oligopol der vier großen Energiekonzerne E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall beherrscht. Dies ist teilweise darauf zurückzuführen, dass bis 1998 sogenannte Gebietsmonopole bestanden, die den Energieversorgern in ihren jeweiligen Versorgungsgebieten gewährt wurden. Erst 1998 wurden die Gebietsmonopole im Zuge der Liberalisierung des europäischen Strom- und Energiemarktes abgeschafft.[1]

Geholfen hat die Liberalisierung indes wenig: Noch 2006 kam das Oligopol weiterhin auf einen Marktanteil von 80 % bei der Stromerzeugung.[2]

Die großen Vier beherrschten den Strommarkt auch 2011 noch, obwohl sie 2010/2011 ihre Übertragungsnetze verkaufen mussten: E.ON sein Höchstspannungsnetz an TenneT,[3] Vattenfall den kompletten Netzbetreiber 50Hertz.[4] RWE konnte sich noch einen hohen Anteil am Netzbetreiber Amprion sichern.[5] EnBW verwandelte 2012 seinen Transportnetzbetreiber EnBW Transportnetze AG in die TransnetBW GmbH und durfte die Tochter im Konzern behalten. Allerdings musste TransnetBW weitreichende Entflechtungsvorschriften beachten, womit der Konzern den Vorgaben der Europäischen Kommission entsprach.[6] Tennet TSO, 50Hertz Transmission, Amprion und TransnetBW sind bis heute die Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland geblieben.[7]

Bevorzugung der Atomenergie

Einen großen Teil ihrer Vormachtstellung verdankten die Energiekonzerne Jahrzehnte lang der Atomenergie. Einen Großteil der Kosten trug der Staat (und damit der Steuerzahler) über großzügige Subventionen, während sich das Oligopol die Gewinne teilte. → Subventionierung von Atomkraft

Die erste Initiative zum Atomausstieg unter Gerhard Schröder verkrafteten die Energiekonzerne noch relativ gut, da es ihnen gelungen war, lange Laufzeiten herauszuhandeln. → Schröder: Atomausstieg I

2010, nachdem die schwarz-gelbe Koalition an die Macht gekommen war, setzten die Konzerne mit aufwändiger Lobbyarbeit sogar eine Laufzeitverlängerung für ihre Atomkraftwerke durch, womit der erste Anlauf zum Atomausstieg weitgehend zurückgenommen wurde. → Merkel: Ausstieg aus dem Ausstieg.

Mit dem Ausstiegsbeschluss nach Fukushima ist die Macht der großen Vier allerdings deutlich geschwunden. In den Jahren 2011 bis 2015 erlitten die Stromkonzerne Milliardenverluste. Spitzenreiter war E.ON im März 2015 mit einem Verlust von 3,2 Mrd. Euro im Jahr 2014. Während die Konzerne dafür die Energiewende verantwortlich machten, kam die Westfälische Hochschule Recklinghausen in einer von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie zum Schluss, dass die Ursachen Managementfehler waren. "Auch wenn niemand die Reaktorkatastrophe in Fukushima habe vorhersehen können, sei das "stark einseitige Setzen" der großen Energiekonzerne auf eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke ein "strategischer Fehler" gewesen." In der Studie wird den vier Energiekonzernen wegen hohen Schuldenstandes, schlechter Ratings und dem sinkenden Wert konventioneller Kraftwerke eine schwierige Zukunft prognostiziert.[8]

Die Energiekonzerne haben zwar große Anstrengungen unternommen, die erneuerbaren Energien als neue Geschäftsfelder zu entwickeln. Über Jahrzehnte mit Großkraftwerken ausgerüstet, tun sich bislang jedoch schwer damit, an der dezentralen Energieerzeugung zu partizipieren.[9]Dezentralisierung

Film- und Fernsehbeiträge

  • Leben mit der Energiewende 2-100% regenerativ
    "Die neue Bundesregierung betreibt die Energiewende nur noch als politische Kosmetik, die Lobby der alten Energiewirtschaft hat sich einmal mehr durchgesetzt. (...) Der neue Kinofilm zeigt gegen alle Propaganda von Medien, Politik und der konservativen Energiewirtschaft das eine Versorgung zu 100% mit regenerativer Energie möglich ist. (...) Spezieller Gast im Film ist EU-Energiekommissar Günther Oettinger." Quelle: YouTube
Leben mit der Energiewende 2.1. - Der Kinofilm01:35:38

Leben mit der Energiewende 2.1. - Der Kinofilm

Kinofilm 2014


(Letzte Änderung: 16.04.2016)

Einzelnachweise

  1. Bundesnetzagentur: Historie der Liberalisierung vom 21. April 2008 (via Wayback)
  2. stern.de: Energie-Oligopol - Vier Konzerne teilen sich den Markt vom 1. Juni 2006
  3. E.ON: E.ON-Höchstspannungsnetz geht endgültig an Tennet über vom 25. Februar 2010
  4. IWR: Vattenfall verkauft Übertragungsnetzbetreiber vom 12. März 2010
  5. RWE: RWE schließt Verkauf des Mehrheitsanteils an Amprion ab vom 6. September 2011
  6. TransnetBW: Pressemeldung vom 2. März 2012 (via WayBack)
  7. Wikipedia: Übertragungsnetzbetreiber
  8. tagesschau.de: E.ON schreibt Milliarden bei Kraftwerken ab - Rekordverlust vor Aufspaltung vom 11. März 2015
  9. Süddeutsche.de: Krise der Versorger - Endspiel für die Stromkonzerne vom 10. März 2015

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