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Arten, Genehmigung und Anzahl von Atomtransporten

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Atomtransporte > Arten, Genehmigung und Anzahl von Atomtransporten

Arten und Anzahl von Transporten

BfS Erkundungsbergwerk Gorleben Eingang (Ausschnitt).png

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), das für die Genehmigung des Transports radioaktiver Stoffe zuständig ist, unterscheidet Transporte für "Medizin (Diagnostik, Therapie), Technik (Durchstrahlungsprüfungen), Forschung oder Energiegewinnung (Ver- und Entsorgung von Kernkraftwerken)".[1] Das BfS erteilt Genehmigungen nur, wenn Vorschriften zum Schutz der Bevölkerung und des Transportpersonals eingehalten werden; dazu wurde 2000 auch eine Broschüre veröffentlicht: → Radioaktive Frachten unterwegs - Atomtransporte und Sicherheit

Nach Angaben der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) werden in Deutschland jährlich 650.000 bis 750.000 Versandstücke mit radioaktiven Stoffen transportiert, von denen die meisten nur eine geringe Radioaktivität aufweisen.[2]

Einen umfassenden Überblick über die Transporte gibt eine intac-Studie aus dem Jahre 2011, nach der jährlich etwa 500.000 Transporte mit radioaktiven Stoffen stattfinden, davon 10.000 in Zusammenhang mit der Nutzung der Atomenergie. Besonders gefährlich sind Transporte von Uranhexafluorid, MOX- und Uranbrennelementen, bei denen Unfälle tödliche Folgen haben können. Gewarnt wird außerdem vor den Folgen terroristischer Angriffe. → Studie zu Transporten radioaktiver Stoffe in der Bundesrepublik Deutschland vom September 2011

Zweifel an der Sicherheit und Geheimhaltung

Drei Faktoren lassen Zweifel aufkommen, ob es um die Sicherheit beim Transport radioaktiver Stoffe wirklich so gut bestellt ist, wie dies beschrieben wird. Erstens richtet sich das BfS bei den Vorschriften nach Empfehlungen der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEO), der wichtigsten internationalen Lobbyorganisation für Atomenergie. Zweitens geschieht dies im Rahmen von EURATOM, einer europäischen Gemeinschaft zur Förderung der Atomenergie.[3] Drittens gibt es keine zentrale Aufsicht für die Transporte durch den Bund, sondern nur eine dezentrale durch die Länder.[1]

Viele radioaktive Stoffe werden ohne polizeilichen Begleitschutz, ausreichende Prüfung und Sicherung transportiert. Belege dafür haben wir in den folgenden Seiten zusammengestellt. → Transporte auf Straßen, Transporte auf Schienen, Transporte auf See

Atomkraftgegner kritisieren, dass Atomtransporte meist geheim gehalten werden, wie z. B. auch durch die rot-grüne Regierung in Niedersachsen. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) erklärte dazu im Mai 2013, dass Geheimhaltung Teil des Sicherungskonzepts sei. Über die Vorgaben des Bundes könnten sich die Länder nicht einfach hinwegsetzen. Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz gibt es diese Geheimhaltungspflicht seit 2012.[4]

Auch der "Spiegel" wies in einem Artikel darauf hin, dass die Transporte verborgen und unbemerkt von der Öffentlichkeit abgewickelt werden, und stellte eine interaktive Karte zu den Atomtransporten in Deutschland bereit. Zwei wichtige Knotenpunkte sind dabei Lingen mit seiner Brennelementefabrik und Gronau mit der Urananreicherungsanlage. → Spiegel Online: Die verborgenen Wege der Atomtransporte vom 29. Mai 2013

Immerhin stellte die Bundesregierung im Februar 2014 dem Bundestag detaillierte Listen zu den von 1999 bis Ende 2013 durchgeführten innerdeutschen und grenzüberschreitenden Atomtransporten zur Verfügung.
→ Deutscher Bundestag: Atomtransporte (Drucksache 18/552) vom 18. Februar 2014

(Letzte Änderung: 16.10.2015)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 BfS: Transporte abgerufen am 16. Oktober 2015
  2. GRS: Transportsicherheit abgerufen am 18. Oktober 2014
  3. BfS: Internationale Zusammenarbeit vom 31. Mai 2012 (via WayBack)
  4. NWZ Online: Geheime Atomtransporte im Land vom 28. Mai 2013

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