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Unvollendete Anlagen > Atomares Endlager Bunde/Jemgum (Niedersachsen)

Aerial view of Jemgum

Luftbild von Jemgum

Nachdem 1963 durch den Präsidenten der BfB (Bundesanstalt für Bodenforschung, heute Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe) eine Endlagerung von Atommüll in Steinsalzformationen empfohlen worden war, wurden vom BfB 1964 zunächst vier Standorte für schwach- bis mittelradioaktiven Abfall vorgeschlagen. "Erste Wahl für das Kavernenprojekt war der Salzstock Bunde / Jemgum."[1] 1965 wurden auch von der GSF (Gesellschaft für Strahlenforschung, heute Helmholtz Zentrum München) Standorte in Salzstöcken für ein Endlager gesucht. Die GSF nannte Bunde in Ostfriesland und Oldenswort in Schleswig-Holstein als Endlagerkandidaten.[2]

Ein Dokument des Bundeswirtschaftsministeriums verdeutlicht die Auswahlkriterien der damaligen Zeit; Bunde/Jemgum wurde als besonders geeignet angesehen.[3]

1967 wurde Bunde aufgegeben, weil man sich nicht mit dem Grundstücksbesitzer, dem Sohn eines Bundestagsabgeordneten, einigen konnte und der Kreistag Leer sich einstimmig gegen das Projekt aussprach. Es gab zudem Gerüchte, dass auch Atommüll aus dem Ausland hätte gelagert werden sollen. Nach der Aufgabe von Bunde wurde stattdessen die Asse erworben.[1]

Bei diesen potenziellen Standorten zeigte sich, wie willkürlich die Suche nach einem Endlager durchgeführt wurde. Man prüfte einfach systematisch alle Salzstöcke, ohne andere Formationen wie Ton oder Granit in Betracht zu ziehen.[4]

(Letzte Änderung: 22.09.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 bfs.de Atomare Endlagerung im Spannungsfeld zwischen fachlichen Notwendigkeiten und gesellschaftlichen Realitäten abgerufen am 27. Oktober 2015
  2. BMU: Verantwortung übernehmen: Den Endlagerkonsens realisieren vom 18. September 2006; diese Seite ist nicht mehr verfügbar; der Text ist aber nachzulesen bei taz.de: Verantwortung übernehmen: Den Endlagerkonsens realisieren
  3. bmwi.de: Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in Deutschland (Seite 49), Stand Oktober 2008 (via WayBack)
  4. Spiegel Online: Greenpeace-Recherche: Dokumente entlarven Willkür bei Gorleben-Wahl vom 13. April 2010

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