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Atomares Endlager Oldenswort (Schleswig-Holstein)

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Unvollendete Anlagen > Atomares Endlager Oldenswort (Schleswig-Holstein)

101103 012 Oldenswort - St Pankratius.jpg

Kirche St. Pankratius in Oldenswort

1963 wurde durch den Präsidenten der BfB (Bundesanstalt für Bodenforschung, heute Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe) eine Endlagerung in Steinsalzformationen empfohlen. [1] 1965 wurden auch von der GSF (Gesellschaft für Strahlenforschung, heute Helmholtz Zentrum München) Standorte in Salzstöcken für ein Endlager gesucht. Die GSF nannte Bunde/Jemgum (Niedersachsen) in Ostfriesland und den Ausweichstandort Oldenswort in Schleswig-Holstein als Endlagerkandidaten.[2]

Rund einen Kilometer südöstlich von Oldenswort auf der Halbinsel Eiderstedt sollte in einer zu errichtenden Salzkaverne mit 10.000 Kubikmeter Volumen schwach- und mittelradioaktiver Abfall verklappt werden. 1967 erteilte der damalige Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, Helmut Lemke, die Genehmigung für Probebohrungen. Die Pläne wurden zunächst verheimlicht,um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen, und sollten erst nach erfolgreichen Probebohrungen bekanntgegeben werden. In einem Sitzungsprotokoll hieß es: "Die Lagerung in der Oldensworter Salzkaverne sei "völlig ungefährlich" und stelle eine "sehr kostengünstige Lösung" dar. Sofern die Probebohrung positiv verlaufe, "womit mit hoher Wahrscheinlichkeit gerechnet werden kann", sollte anschließend der eigentliche Karvenenhohlraum ausgesolt werden. Sogar die Ableitung der dabei anfallenden Sole (Salzwasser) in die nur 1,4 Kilometer entfernte Eider war schon geregelt."[3]

Auch der Bürgermeister von Oldenswort hatte eine Genehmigung zur Probebohrung gegeben und diese geheim gehalten. "Ein geeignetes Stück Land gab es auch schon. 250.000 D-Mark wollte der Bürgermeister Johann Dierks für 3,6 ha Gemeindeacker - das sechsfache des normalen Preises. Als dann der Kreis Eiderstedt auch noch eine millionenteure Brücke über die Eider forderte, sagte der Bund ab. Das war dem Schatzminister zu teuer. Stattdessen wurde das Forschungsbergwerk Asse in Niedersachsen ausgebaut."[4]

Zudem hatte die Bevölkerung Oldenswort als Endlager abgelehnt.[2]

Bei diesen potenziellen Standorten zeigte sich, wie willkürlich die Suche nach einem Endlager durchgeführt wurde. Man prüfte einfach systematisch alle Salzstöcke, ohne andere Formationen wie Ton oder Granit in Betracht zu ziehen.[5]

(Letzte Änderung: 11.01.2017)

Einzelnachweise

  1. bfs.de Atomare Endlagerung im Spannungsfeld zwischen fachlichen Notwendigkeiten und gesellschaftlichen Realitäten abgerufen am 27. Oktober 2015
  2. 2,0 2,1 BMU: Verantwortung übernehmen: Den Endlagerkonsens realisieren vom 18. September 2006; diese Seite ist nicht mehr verfügbar; der Text ist aber nachzulesen bei taz.de: Verantwortung übernehmen: Den Endlagerkonsens realisieren
  3. shz.de: Geheimsache "Atom" vom 24. September 2009
  4. NDR: Zeitreise: "Atomares Endlager in Oldenswort" vom 10. Februar 2013 (via WayBack)
  5. Spiegel Online: Greenpeace-Recherche: Dokumente entlarven Willkür bei Gorleben-Wahl vom 13. April 2010

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