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Atommüll im Pazifik

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Radioaktive Verseuchung von Gewässern > Atommüll im Pazifik

Atomare Friedhöfe

Ocean dumping of radioactive waste in Pacific Ocean.png

JP=Japan (15.1TBq), KR=South Korea (?TBq), NZ=New Zealand (1+TBq), RU=Russia (2.1TBq), SU=USSR (874TBq), US=USA (554TBq).

Mit der Verklappung von Atommüll im Pazifik begannen 1946 die USA. Ab diesem Jahr transportierten sie Fässer mit je 200 Litern Inhalt auf die Faralloninseln und warfen sie dort über Bord. Diese Inseln sind nur 50 Kilometer von der kalifornischen Küste bei San Fransisco entfernt. Wenn die Fässer nicht untergingen, schoss man auf sie, so dass Wasser eindringen konnte. Plutonium, Uran und Strontium traten dabei aus. Bis in die 1990er Jahre wurden an verschiedenen Stellen im Pazifik mehrere 100.000 Fässer versenkt, davon 50.000 bei den Faralloninseln.[1]

1980 berichtete der "Spiegel", dass der Atommüll mit Wissen der amerikanischen Atomenergiebehörde zwischen 1946 und 1956 an vermutlich 50 Stellen versenkt worden waren. "Das "Meer als Müllkippe" zu nutzen, "ist eine bequeme Methode, sich bestimmter Arten radioaktiven Mülls zu entledigen", stellt einleitend der Bericht Wash 734 fest, verfaßt von der amerikanischen Atomic Energy Commission (AEC), veröffentlicht im August 1957". Der versenkte Atommüll ist hochradioaktiv und unzureichend verpackt, zum Teil fehlt sogar der versiegelnde Abschlussdeckel. Auf Unterwasserfotos sieht man "gerissene Metalltonen und verrottende Zementfüllungen" zwischen den Fische schwimmen. Das kontaminierte Wasser könnte in die benachbarten Badestrände und in die Bucht von San Francisco gespült worden sein.[2]

Erst 1993 wurde bekannt, dass die sowjetische Pazifik-Flotte fast 7.000 Container im Pazifik versenkt und große Mengen flüssiger radioaktiver Substanzen in den Ozean leitete. Ein russischer Journalist, der die Lagerung von Atommüll aufgedeckt hatte, wurde 1997 wegen Spionage und Hochverrats zu vier Jahren Haft verurteilt. Daneben lagern mehrere sowjetische Atom-U-Boote in den Tiefen des Pazifik, bei Okinawa, Kamtschatka und Hawaii.[3]

Hanford - USA

Hanford Site welcome.jpg

Die ehemalige Plutoniumfabrik Hanford in den USA ist die am schwersten verstrahlte Region der westlichen Hemisphäre. Ab 1943 wurden hier Reaktoren zur Erzeugung von Plutonium für Atombomben gebaut. Aus lecken Tanks sickern 216 Mio. Liter radioaktive Schlacke ins Grundwasser. Das Kühlwasser, das man dem Columbia River entnommen hatte, wurde fast ungeklärt bis 1971 wieder dorthin zurückgepumpt. Sogar im Mündungsgebiet des Columbia Rivers im Pazifik, 500 km weiter westlich, maß man noch erhöhte Strahlung. Hanford wurde erst 1988 stillgelegt, bis heute dauern die Dekontaminierungsarbeiten an.[4]

Hanford (USA)

Fukushima - Japan

Im April 2013 wurde festgestellt, dass es undichte Tanks im havarierten Atomkraftwerk Fukushima gibt. Im Juni 2013 wurden zunächst radioaktive Substanzen im Grundwasser entdeckt. Im August wurde schließlich bekannt, dass offenbar seit zwei Jahren radioaktives Wasser in den Pazifik fließt: Tag für Tag 300 Tonnen. Nun soll ein unterirdischer Schutzwall gebaut werden.[5]

  • Fukushima-Betreiber wegen Krisenmanagement erneut in der Kritik
    "Zwei Jahre nach dem Atomunglück von Fukushima schlägt Japans zuständige Behörde Alarm: Beim Kernkraftwerk tritt hochgradig radioaktives Wasser in den Ozean. Nach Einschätzung der Atomkraftregulierungsbehörde ist der Betreiber Tepco nicht in der Lage, das Problem zu beheben. (...) Welche Auswirkungen radioaktives Wasser für die Umwelt hat, ist nicht völlig sicher. Umweltschützer befürchten aber, dass es die Gesundheit der Meerestiere wie auch die der Menschen stark schädigt."[6]
Fukushima-Betreiber wegen Krisenmanagement erneut in der Kritik00:59

Fukushima-Betreiber wegen Krisenmanagement erneut in der Kritik

euronews vom 6. August 2013

Fukushima verseucht Grundwasser und Pazifik

Weitere Links

→ IAEA: IAEA-TECDOC-1105 - Inventory of radioactive waste disposals at sea (PDF) vom August 1999
→ Wikipedia: Verklappung und OSPAR

(Letzte Änderung: 28.02.2017)

Einzelnachweise

  1. Bill Bryson: Eine kurze Geschichte von fast allem. Goldmann, München 2003. S. 354f.
  2. DER SPIEGEL 19/1980: ATOMMÜLL - Strahlender Eisberg vom 22. September 1980
  3. Kleine Zeitung: Pazifik: Testgelände, Deponie und U-Boot-Friedhof vom 18. März 2011 [Seite nicht mehr verfügbar]
  4. Spiegel Online: US-Strahlenruine Hanford - Amerikas atomare Zeitbombe vom 22. März 2011
  5. faz.net: Fukushima - Täglich 300 Tonnen verseuchtes Wasser ins Meer vom 7. August 2013
  6. euronews.de: Fukushima-Betreiber wegen Krisenmanagement erneut in der Kritik vom 6. August 2013

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