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Atommüll in Arktis und Antarktis

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Radioaktive Verseuchung von Gewässern > Atommüll in Arktis und Antarktis

Arktischer Ozean

1998 berichtete die "Berliner Zeitung", dass auch die Arktis seit Jahrzehnten mit radioaktivem Abfall belastet ist. So hat die Sowjetunion seit 1959 große Mengen von schwach radioaktivem Atommüll in Containern und 17 komplette Schiffsreaktoren im Arktischen Ozean versenkt. Seit 1965 wird darüber hinaus verseuchtes Wasser aus der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield in die Irische See geleitet, welches durch Meeresströmungen in die Arktis gelangt ist. Die radioaktive Belastung durch Sellafield übersteige diejenige aus sowjetischer Zeit bei weitem.[1]

Nach einem Artikel der "Zeit" aus dem Jahre 1999 wurden viele kontaminierte Atom-U-Boote der sowjetischen Nordmeerflotte inklusive der strahlenden Reaktoren einfach im Eismeer entsorgt. Darüber hinaus ereigneten sich in der Arktis in den Regionen Murmansk und Archangelsk Unfälle bei der sowjetischen Atom-Flotte, wodurch Seeleute radioaktiver Strahlung ausgesetzt und die Umwelt kontaminiert wurden. 1989 brach z. B. ein Brand auf dem Atom-U-Boot Komsomolez aus, was zu Kurzschlüssen bei den Reaktorkontrollen und zu Wassereinbrüchen führte. Nach dem Untergang des U-Boots lagen Sprengköpfe mit Plutonium frei und korrodierten; sie sollen mittlerweile versiegelt worden sein.[2]

  • Atomfriedhof Arktis - Endlagerung einer besonderen Art
    "Radioaktive Abwässer, strahlenden Abfall und brisanten Atommüll entsorgte Russland bis 1992 ganz regulär in der Arktischen See. Und auch die marode Nordmeerflotte wurde hier samt eines nicht mehr brauchbaren Atom-U-Bootes versenkt. Bis heute liegt es neben zwei weiteren, bei Unglücken gesunkenen Booten samt gefährlicher radioaktiver Atomwaffen rostend auf dem Grund der Arktis. Sie bilden eine atomare Zeitbombe, auch wenn offizielle russische Stellen eine akute Gefahr hartnäckig leugnen."[3]
Atomfriedhof Arktis - Endlagerung einer besonderen Art HD24:01

Atomfriedhof Arktis - Endlagerung einer besonderen Art HD

arte, hochgeladen am 25. April 2013

Antarktis

1961 trat ein internationaler Antarktis-Vertrag in Kraft, der in Artikel V vorsieht: "Kernexplosionen und die Beseitigung radioaktiven Abfalls sind in der Antarktis verboten."[4] Auch EU-Richtlinien untersagen einen Export von Atommüll in die Antarktis.[5]

1962 bis 1972 betrieben die USA ein Atomkraftwerk auf der Antarktis, um die Forschungsstation McMurdo mit Strom zu versorgen. Dieses kontaminierte den Untergrund, und wegen des Antarktis-Vertrags musste nicht nur die Anlage, sondern auch 9.000 Kubikmeter Erdboden in die USA verschifft und dort entsorgt werden. → PM-3A McMurdo

Über eine aktuelle radioaktive Belastung der Antarktis und der umliegenden Meere liegen keine Berichte vor. Man kann nur hoffen, dass der Antarktis-Vertrag bislang tatsächlich nicht umgangen wurde ...

Weitere Quellen

→ IAEA: IAEA-TECDOC-1105 - Inventory of radioactive waste disposals at sea (PDF) vom August 1999
→ Wikipedia: Verklappung

(Letzte Änderung: 14.04.2017)

Einzelnachweise

  1. Berliner Zeitung: Einleitungen gefährlicher als russischer Atomüll - Abwasser aus Sellafield belastet Arktis vom 4. September 1998
  2. Zeit Online: Tauchfahrt in die Katastrophe vom August 1999 [vermutliches Datum der Veröffentlichung laut Titel des Beitrags]
  3. arte.tv: Atomfriedhof Arktis vom 11. Mai 2013 (via WayBack)
  4. gesetze.ch: Antarktis-Vertrag abgerufen am 10. Juli 2013
  5. heise online: Möglichkeit für Atommüllexporte offen gehalten vom 4. Januar 2013

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