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Endlager für Atommüll weltweit > Atommüll und Endlagerung in Europa

Vorgaben der EU

Im Juli 2011 verabschiedete die Europäische Union ein Gesetz zur Endlagerung von Atommüll; alle Mitgliedsländer müssen bis 2015 ein Konzept für die langfristige Entsorgung vorlegen.[1]

  • Europas atomare Endlager
    "Wohin mit dem Atom-Müll? Die Europäische Union will Antworten hören von ihren Mitgliedstaaten - und zwar bald. Ein glaubwürdiges Entsorgungskonzept soll auf den Tisch. Schleunigst. Sonst drohen Vertragsverletzungsverfahren. Als Vorreiter - zumindest was die zeitliche Planung der Endlager betrifft - gelten Schweden, Finnland und Frankreich. In diesen EU-Staaten werden wohl bald die allerersten Endlager für hochradioaktiven Müll in Betrieb genommen."[2]
Europas atomare Endlager - reporter08:31

Europas atomare Endlager - reporter

euronews, reporter vom 27. Juni 2014

Belgien

Belgien entschied sich 2006 laut DBE (Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe) nach einem Standortauswahlverfahren für Mol-Dessel als Endlager für schwachradioaktiven Atommüll; die Inbetriebnahme soll 2016 erfolgen. Für wärmeentwickelnde Abfälle wurde in Mol ein Untertagelabor eingerichtet. Eine Einlagerung in Ton ist vorgesehen. "Die Inbetriebnahme eines Endlagers ist in zwei Stufen geplant: Für etwa 2035 ist die Endlagerung mittelradioaktiver Abfälle geplant. Nach 2050 soll die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle und ggf. ausgedienter Brennelemente realisiert werden."[3]

Nach einer Meldung von 2013 möchte Belgien derzeit keine Standortentscheidung treffen und plant die Inbetriebnahme eines Endlagers erst 2080.[4] Mol ist nicht vorgesehen, da es keine massiven Tonformationen für eine Lagerung besitzt.[5]

Derzeit werden 7.000 Fässer in einem Bunker bei Antwerpen zwischengelagert. Aus einigen der Fässer ist nun eine gelartige radioaktive Flüssigkeit ausgelaufen. Experten vermuten, dass es zu einer chemischen Reaktion in den Fässern gekommen ist.[6]

Bulgarien

Bulgarien betreibt laut DBE seit 1964 ein Endlager für schwachradioaktive Abfälle namens Novi Han. Es werden außerdem Untersuchungen für ein Endlager für hochradioaktiven Müll durchgeführt. Daneben ist auch ein oberflächennahes Endlager auf dem Gelände des Atomkraftwerks Kosloduj geplant.[3]

Dänemark

Dänemark sucht nach einer internationalen Lösung für die Einlagerung der Brennelemente seines Forschungsreaktors DR-1. Scheitert diese, sollen die Brennelemente im Endlager LILW in Risø für schwach- und mittelradioaktive Abfälle entsorgt werden. Die abgebrannten Brennelemente für DR-2 und -3 wurden in die USA überführt.[3]

Für ein Endlager für 5.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiven Atommülls aus Krankenhäusern und Forschung wurde 2008 ein Auswahlverfahren eröffnet, bei dem fünf Standorte übriggeblieben sind. Einer davon ist ein Gelände bei Rødbyhavn am Fehmarnbelt, das sich am nördlichen Ende des geplanten Straßen- und Eisenbahntunnels unter der Ostsee befindet. Im Januar 2015 begann ein Umweltprüfverfahren, an dem auch die deutsche Öffentlichkeit teilnehmen kann.[7] Im April 2015 lehnte eine Mehrheit der Parteien im Parlament den Bau eines Endlagers am Fehmarnbelt ab; stattdessen soll nun ein auf 100 Jahre ausgelegtes oberidisches Zwischenlager geprüft werden.[8]

Deutschland

In Deutschland wurden in den 1970er Jahren drei Salzstöcke als Endlager vorgeschlagen: Morsleben, Asse und Gorleben. Gorleben wird heute noch in Betracht gezogen – von den Atomkonzernen. Der Schacht Konrad ist atomrechtlich als Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll genehmigt worden. 2014 wurde eine Kommission zur Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll gegründet.

Atommüll - Zwischen- und Endlagerung und Endlagersuche nach dem Atomausstieg

Finnland

Olkiluoto 3 -- In Finnland entsteht das weltgrößte Atomkraftwerk Made in Germany05:01

Olkiluoto 3 -- In Finnland entsteht das weltgrößte Atomkraftwerk Made in Germany

DW - TV, hochgeladen auf YouTube am 23. März 2011

Finnland betreibt zwei unterirdische Endlager für die Entsorgung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle namens Loviisa (seit 1997) und Olkiluoto (seit 1992).[3]

Finnlands geplantes Endlager für hochradioaktive Abfälle soll in Onkalo auf der Halbinsel Olkiluoto am bottnischen Meerbusen liegen, nahe bei zwei der finnischen Reaktoren.[9]

Am 12. November 2015 genehmigte die finnische Regierung den Bau des weltweit ersten Endlagers für hochradioaktiven Atommüll, mit dem 2016 begonnen werden soll. Ab 2023 sollen der Betrieb aufgenommen und danach maximal 6.500 Tonnen abgebrannter Brennstoff eingelagert werden.[10]

Loviisa
Olkiluoto

Frankreich

Bure-MaisonRésistance.jpg

Protest gegen das Endlager bei Bure

Frankreich besitzt laut DBE seit 1992 ein Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle namens Centre de l'Aube sowie in Morvilliers ein Endlager "für sehr schwach- radioaktive Abfälle aus dem Betrieb und der Stilllegung kerntechnischer Anlagen".[3]

Nachdem mehrere andere Anläufe bislang gescheitert sind, plant die französische Atomindustrie nun ein Endlager von hochradioaktivem Atommüll im lothringischen Bure mit dem Namen "Cigéo", nahe der deutschen Grenze. Die unterirdische Erkundung der dortigen Tongesteinsschicht, die in 500 Meter Tiefe liegt und 130 Meter stark sein soll, findet bereits seit 1994 statt.[11]

Der Initiator, die Staatliche Agentur für Atomabfall (ANDRA), sprach zunächst offiziell nur von einem Forschungslabor, welches von der französischen Atomlobby finanziert wird: dem Stromproduzenten EDF, dem Kommissariat für Atomenergie CEA und dem Atomkonzern AREVA. In Wirklichkeit ist aber die Errichtung eines Endlagers geplant, in dem ANDRA 80.000 Tonnen hochradioaktiven Abfalls aus den 58 französischen Atomkraftwerken lagern möchte. Der Abfall soll zunächst nur für 100 Jahre dort vergraben werden, in der Hoffnung, dass es noch eine bessere Lösung für das Müllproblem geben wird.[12]

Aber es regt sich Widerstand: Es gab eine erste Petition mit 55.000 Unterschriften aus der Region, die von Paris ignoriert wurde. Die Informationspolitik und die bürokratische, undemokratische Entscheidungsfindung wurden deshalb kritisiert. Da die Nutzung der Atomkraft dem militärischen Atomprogramm entspringt, hat das Parlament kein Mitspracherecht.[13] Mittlerweile haben sich jedoch 40 Organisationen aus Frankreich und Deutschland zum Verein "Bure Zone Libre (Bure Freie Zone)" zusammengeschlossen, die gegen das Vorgehen der Regierung protestieren. Die Atomkraftgegner warnen vor Gasaustritt, Brandgefahren, Imageschäden für die Champagner- und Mineralwasserindustrie. Als Alternative schlagen sie eine Lagerung des hochradioaktiven Mülls in Atombunkern bei den jeweiligen Atomkraftwerken vor. Die Atomlobby versucht unterdessen, sich das Wohlwollen der Region um Bure zu erkaufen: Derzeit fließen ca. 60 Mio. Euro in die zwei betroffenen Départments. In Bure wurden eine Festhalle und ein Archiv des Energiekonzerns EdF finanziert.[12]

Nach einer Meldung vom Mai 2014 sollte Bure 2025 zunächst nur im Probelauf in Betrieb gehen. Aber schon 2015 sollten erste Bauarbeiten zur Sicherstellung der Strom- und Wasserversorgung und zur Bereitstellung von Transportwegen beginnen. Gegner des Endlagers haben bereits Protest angekündigt.[14]

Mitte Juli 2015 brachte die französische Regierung ein Wirtschaftsgesetz mit einem Zusatz auf den Weg, der den Bau eines Endlagers beschleunigen sollte. Danach soll 2017 ein Antrag für ein Endlager gestellt, 2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Ab 2025 soll zunächst versuchsweise Atommüll eingelagert werden. Das Endlager soll 10.000 Kubikmeter hochradioaktiven und 70.000 Kubikmeter mittelradioaktiven Atommüll rückholbar aufnehmen können. 2009 wurden dafür Kosten in Höhe von 36 Mrd. Euro geschätzt. Mit Hilfe eines Verfassungstricks wurde das Gesetz ohne Abstimmung in der Nationalversammlung beschlossen. Dies löste nicht nur Proteste bei den französischen Grünen, sondern auch Verärgerung in den deutschen Grenzregionen aus, weil man eine heimliche Vorfestlegung für den 120 Kilometer von Deutschland entfernten Standort Bure befürchtet.[15]

Am 6. August 2015 wurde das Gesetz jedoch vom französischen Verfassungsgericht aus Verfahrensgründen gestrichen.[16]

Im Juli 2016 beschloss das französische Parlament, das Endlager am Standort Bure in Tongestein einzurichten. 80.000 Kubikmeter hochradioaktiven Atommülls soll ab 2030 rückholbar in einer Tiefe von 500 Metern eingelagert werden. Frankreich rechnet mit Kosten von 20 bis 30 Mrd. Euro, Atomkritiker mit 30 Mrd. Euro. Der Auswahl von Bure war keine vergleichende Standortauswahl vorausgegangen. Kriterien waren eine dünne Besiedelung und nur geringer Widerstand der umliegenden Kommunen und Regionalparlamente. Die Entscheidung löste Besorgnis bei den betroffenen deutschen Bundesländern aus – die deutsche Grenze ist nur 125 Kilometer entfernt.[17]

Großbritannien

Großbritannien nutzt laut DBE seit 1959 ein Endlager bei Drigg in der Nähe von Sellafield für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, in das bis 2040 weitere 700.000 Kubikmeter Abfälle eingelagert werden sollen.[3] Das Lager droht jedoch im Meer zu versinken und die britische Küste zu verseuchen.

Sellafield - Atommülllager Drigg: Verseuchung der Westküste

Ein weiteres Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll aus dem Rückbau von Atomkraftwerken ist im schottischen Dounreay geplant.[3]

Darüber hinaus wurde ein altes AKW in Wales zum Zwischenlager umgebaut, in dem hochradioaktiver Atommüll bis 2096 gelagert werden soll. Ein Endlager soll erst 2075 in Betrieb genommen werden.[4]

Italien

2003 wollte die italienische Regierung ein Endlager im Städtchen Scanzano Jonico an der Sohle des italienischen Stiefels errichten und dort den bis dahin in 150 Zwischenlagern verteilten Atommüll Italiens zusammenführen. Nach massiven Protesten von bis zu 100.000 Atomkraftgegnern wurden diese Pläne aufgegeben.[18]

Kroatien

Nach einer Meldung vom Mai 2015 plant die kroatische Regierung, 5.000 Tonnen Atommüll aus dem Atomkraftwerk Krško am Standort Trgovska gora in der Gemeinde Dvor nahe der bosnisch-herzegowinischen Grenze zu deponieren. Dies stößt auf Widerstand im Nachbarland, aber auch in Kroatien selbst. Laut kroatischer Regierung sei aber noch keine endgültige Entscheidung gefallen.[19]

Niederlande

Covra het gebouw.jpg

Zwischenlager am AKW Borssele

In den Niederlanden gibt es keine geeigneten Lagerformationen, aber ein Atomprogramm. Man versucht, das Endlagerproblem in Kooperation mit anderen europäischen Ländern zu lösen.[5]

Am 6. Oktober 2003 wurde von der niederländischen Königin das Zwischenlager Habog bei Vlissingen für hochradioaktiven Atommüll aus den Atomkraftwerken Borssele (Niederlande) und Dodewaard (Niederlande) und den Forschungsreaktoren in Petten und Delft eröffnet. Es ist für eine Betriebszeit von 100 Jahren ausgelegt.[20]

Derzeit werden hochradioaktive Abfälle in einem orangefarbenen Gebäude mit riesigen, schockgrünen Physikformeln aufbewahrt, das mit 1,7 Meter dicken Außenwänden erdbebensicher und vor einem Flugzeugaufprall geschützt sein soll.[21]

Norwegen

Norwegen, das keine AKW besitzt, nutzt laut DBE seit 1999 ein Endlager namens Himdalen für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in einer alten Militäranlage, das bis 2030 betrieben werden soll. "Plutoniumhaltige Abfälle werden rückholbar gelagert."[3]

Polen

Polen besitzt laut DBE seit 1961 ein Endlager bei Rózan für schwach- und mittelradioaktive Abfälle.[3]

Rumänien

Rumänien nutzt laut DBE seit 1985 ein Endlager namens Baita-Bihor für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in einer ehemaligen Uranmine. 2014 soll ein gleichartiges Lager in Saligny fertiggestellt werden.[3]

Russland

Russland prüft verschiedene Standorte und möchte auch Atommüll aus dem Ausland annehmen.[22] Nach einer Meldung von Februar 2012 plant Russland ein Endlager bei Sankt Petersburg an der Ostsee.[23]

Gleichzeitig lagert Russland seinen und aus anderen Ländern importierten Atommüll in den von Atomunfällen verseuchten Standorten Majak und Tomsk.[24]

  • Atommülllager im russischen Majak
    "Die Bundesregierung plant einen Atommülltransport ins russische Majak. Der Müll kommt aus Dresden und soll in Majak aufbereitet und gelagert werden. Doch die Zustände in dem Ort am Ural sind katastrophal, Umweltschützer halten die Endlagerung des Mülls dort für unverantwortlich. In der Vergangenheit hat es bereits mehrere Unfälle in der Anlage gegeben, Radioaktivität ist ausgetreten. Die Landschaft ist großflächig verseucht, ebenso ein nahegelegener See. Es gibt auch ein Dorf nicht weit von der Anlage – bisher hat niemand gehört, wie es den Bewohnern geht."[25]

    Majak, ehemalige Sowjetunion 1957
Atommülllager im russischen Majak Journal Reporter09:15

Atommülllager im russischen Majak Journal Reporter

DW-TV, Journal Reporter vom 28. November 2010



  • Weltweite Suche nach dem Endlager
    "300.000 Tonnen hochradioaktive Altlasten fallen weltweit jedes Jahr an, Tendenz steigend. (...) Hier in dieser russischen Anlage findet das eigentliche Recycling statt, wird der Brennstoff neu aufgearbeitet. (...) [Juri Subkow, Abt. für Sicherheit und Strahlenkontrolle Seversk:] "Rund 80% des Urans, eher sogar mehr, so genau weiß ich es nicht, bleiben hier."" Quelle: Video

    Sewersk/Tomsk-7, ehemalige Sowjetunion 1993
Atommüll-Endlager Weltweit - Auslandsjournal ZDF 21.10.200907:12

Atommüll-Endlager Weltweit - Auslandsjournal ZDF 21.10.2009

ZDF, Auslandsjournal vom 21. Oktober 2009

Schweden

Schweden betreibt laut DBE seit 1988 ein Endlager namens SFR nahe dem AKW Forsmark für schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus dem Betrieb und der Stilllegung von Atomkraftwerken. 2011 wurde der Bau eines Endlagers in Granit bei Forsmark beantragt, mit dessen Bau 2015 begonnen werden soll.[3]

Außerdem soll bei Östhammar im Osten des Landes ein Endlager für hochradioaktive Abfälle in Granitgestein entstehen. Baubeginn: 2022.[4]

Schweiz

In der Schweiz wurden sechs mögliche Regionen für eine Endlagerung in Tongestein benannt, eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Endlager für schwach- und mittelradioaktiven bzw. hochradioaktiven Atommüll sollen nicht vor 2050/2060 in Betrieb gehen.

Schweiz: Zwischen- und Endlagerung

Slowakei

Die Slowakei besitzt laut DBE seit 2001 ein Endlager in Mochovce für schwach- und mittelradioaktive Abfälle und hat mit einem Auswahlprozess für einen Standort für hochradioaktive Abfälle begonnen.[3]

Slowenien

2002 verhandelte Slowenien mit Russland über den Export von 200 Tonnen Atommüll aus dem AKW Krško. Die Kosten dafür wurden auf 232 Mio. Euro geschätzt. Ein Export wurde erwogen, weil Slowenien wegen "der kleinen Staatsfläche und der seismologischen und topographischen Bedingungen" keine Möglichkeiten für ein Endlager biete. Kritisiert wurde allerdings, dass es bislang noch keine legalen Atommüllexporte nach Russland gegeben habe.[26] Ob es zu einer Vereinbarung kam, ist nicht bekannt.

Im März 2014 wurde bei Protesten in Österreich gegen ein tschechisches Endlager bei Brünn gemutmaßt, dass dieses größer konzipiert werde als nötig, um auch Atommüll aus Slowenien und der Schweiz aufnehmen zu können, welcher dann möglicherweise durch Österreich transportiert würde.[27]

Am 21. Juli 2014 genehmigte die slowenische Regierung ein Investitionsprogramm über 157 Mio. Euro für ein Endlager bei Vrbina, in dem schwach- und mittelradioaktiver Atommüll aus Medizin, Forschung und Industrie und 50 % der Abfälle des AKW Krško (Slowenien) deponiert werden sollen. Der Bau könnte zwischen 2017 und 2019 beginnen, der Probebetrieb 2020. Ob sich Kroatien am Endlager beteiligt, ist nicht bekannt.[28]

Spanien

Spanien nutzt laut DBE seit 1991 ein Endlager namens El Cabril für schwachradioaktive Abfälle, die rückholbar eingelagert werden. "Im Hinblick auf die Entwicklung eines Endlagers für abgebrannte Brennelemente wurden generische Konzepte für Granit und Ton ausgearbeitet. Eine Standortfestlegung erfolgte bisher noch nicht."[3]

Tschechien

Tschechien betreibt drei Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle (Bratrství Jáchymov, Richard sowie ein weiteres auf dem Gelände des AKW Dukovany (Tschechien), das später auch Stilllegungsabfälle aufnehmen soll).[3]

Derzeit werden acht Standorte für ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll untersucht (Betrieb ab 2065), von denen im Februar 2014 einer in unmittelbarer Nähe der österreichische Grenze verworfen wurde.

Tschechien/Endlagersuche umstritten

Ukraine

Die Ukraine hat abgebrannten Brennstoff bisher in den Ural oder nach Sibirien exportiert.[29]

Im April 2014 wurde gemeldet, dass die Ukraine die Einrichtung eines Endlagers für abgebrannte Brennstäbe nahe dem Atomkraft Tschernobyl plant, um Kosten für die Endlagerung in Russland zu sparen.[30] Es wurde über ein eigenes Endlagerkonzept und "leer stehende Bergwerksschächte im Gebiet Donezk" als mögliche Standorte diskutiert.[29]

Ungarn

In Ungarn wurde laut DBE seit 1976 ein Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle bei Püspökszilágy betrieben. Da die Behörden aber eine Rückholbarkeit angeordnet haben, wird nicht mehr mit Zement fixiert und Püspökszilágy nur noch als Zwischenlager genutzt. Seit 2007 wird bei Bátaapáti ein neues Endlager errichtet, das 2011 in Betrieb gehen sollte.[3]

Fernsehbeiträge

  • Strahlendes Vermächtnis
    "100.000 Jahre lang muss der anfallende Atommüll sicher verwahrt werden. Im Moment sind es 250.000 Tonnen, die auf eine Endlagerung warten. Wissenschaftler in Finnland und Schweden meinen, eine Lösung gefunden zu haben. Sie wollen radioaktiven Abfall tief unten im Granit lagern. Könnte der finnische oder schwedische Boden eine Lösung für die gesamte europäische Kernindustrie werden?"[31]
Strahlendes Vermachtnis - 100 000 Jahre Entlagerung52:03

Strahlendes Vermachtnis - 100 000 Jahre Entlagerung

arte vom 6. März 2012

Weitere Links


(Letzte Änderung: 07.02.2017)

Einzelnachweise

  1. n-tv: EU fordert Endlager für Atommüll - Berlin verspricht schnelle Lösung vom 19. Juli 2011
  2. euronews.com Europas atomare Endlager vom 27. Juni 2014 (via WayBack)
  3. 3,00 3,01 3,02 3,03 3,04 3,05 3,06 3,07 3,08 3,09 3,10 3,11 3,12 3,13 3,14 DBE: Endlagerung weltweit/Europa abgerufen am 27. April 2014 (via WayBack)
  4. 4,0 4,1 4,2 Passauer Neue Presse: Atommüll: So gehen andere Länder damit um vom 10. April 2013
  5. 5,0 5,1 Deutsche Welle: Europa auf der Suche nach dem Endlager vom 13. April 2014
  6. Tageblatt Online: 42 Atommüll-Behälter sind undicht vom 20. September 2013
  7. taz.de: Atommülldeponie am Fehmarnbelt - Strahlung am Ende des Tunnels vom 6. Januar 2015
  8. shz.de: Dänemark gibt Rødbyhavn-Pläne auf : Doch kein Atom-Endlager am Fehmarnbelt vom 7. April 2015
  9. nzz.ch: Wie Finnland mit dem strahlenden Erbe der Kernkraft umgeht - Das Hunderttausend-Jahre-Projekt vom 9. April 2014
  10. nuklearforum.ch: Baubewilligung für weltweit erstes Tiefenlager für hochradioaktiven Kernbrennstoff vom 13. Mai 2015
  11. NOZ: Wie das Ausland mit dem Atommüll umgeht vom 26. Juni 2013 [Seite nicht mehr verfügbar]
  12. 12,0 12,1 Zeit Online: Strahlender Müll gegen Geld vom 17. Juli 2013
  13. Deutschlandradio: Wohin mit dem Atommüll? Die Endlagerdebatte in Frankreich vom 28. Mai 2013
  14. Deutschlandfunk: Atomendlager Bure - Ab 2025 unter Vorbehalt in Betrieb vom 7. Mai 2014
  15. Handelsblatt: Frankreichs Pläne sorgen für Ärger in Deutschland vom 31. Juli 2015
  16. Deutsche Welle: Pariser Richter stoppen Endlager in Bure vom 6. August 2015
  17. Welt Online: Frankreich genehmigt Atomendlager nahe deutscher Grenze vom 13. Juli 2016
  18. DER SPIEGEL 49/2003: Aufruhr am Stiefel vom 1. Dezember 2003
  19. kosmo.at: Kroatien will Atommüll nahe bosnischer Grenze lagern vom 6. Mai 2015
  20. nuklearforum.ch: Holländische Königin eröffnet Zwischenlager vom 6. Oktober 2003
  21. GEO: Atommüll: Wohin damit? - Der niederländische Weg von 2012
  22. tagesschau.de: Endlagersuche weltweit - Wie andere Länder mit Atommüll umgehen vom 3. Februar 2012
  23. orf.at: Russland plant Atommülllager vor "Haustür" der EU vom 12. Februar 2012
  24. Deutsche Welle EU entsorgt Atommüll in Russland vom 12. November 2010
  25. Deutsche Welle Atommülllager im russischen Majak vom 28. November 2010
  26. derStandard.at: Slowenien verhandelt mit Russland über Endlagerung von Atommüll vom 30. Januar 2002
  27. Wiener Zeitung: Endlager - Protest gegen Atommüll-Endlager nahe Österreich vom 10. März 2014
  28. nuklearforum.ch: Investitionsprogramm für slowenisches Endlager genehmigt vom 21. Juli 2014
  29. 29,0 29,1 taz.de: Atomenergie in der Ukraine - Fragiles Land, marode AKWs vom 26. April 2014
  30. nrcu.gov.ua: Regierung treibt Errichtung ultramoderner Endlagerungsstätte nahe Tschornobyl KKW voran vom 24. April 2014
  31. arte.tv Strahlendes Vermächtnis - 100.000 Jahre Endlagerung vom 6. März 2012 (via WayBack)

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