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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Australien

Keine kommerziellen Atomkraftwerke

Sydney CBD skyline (7834201134).png

Sydney (Australien)

Nachdem man in Australien 1944 bereits mit einer systematischen Suche nach Uran begonnen hatte, wurde 1953 die Australian Atomic Energy Commission (AEEC) gegründet, die für die Forschung in den Bereichen Uranförderung und Atomenergie zuständig war.[1] 1957 war Australien ein Gründungsmitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).[2]

Bald darauf, 1958 und 1961, wurden die Forschungsreaktoren HIFAR und Moata in Betrieb genommen.

Anläufe, kommerzielle Atomkraftwerke zu errichten, sind bislang gescheitert. Ein 1969 mit 500 MW Leistung geplantes Atomkraftwerk bei Jervis Bay an der Küste des Bundesstaates New South Wales, das für zivile und militärische Zwecke errichtet werden sollte, wurde 1971 aufgegeben.

Siehe dazu → Jervis Bay (Australien)

In der Folge wurden mehrmals Atomkraftwerke für verschiedene Standorte vorgeschlagen, die aber allesamt nicht weiterverfolgt wurden.[3]

1970, als im australischen Northern Territorium große Uranbestände entdeckt wurden, wurde auch eine kommerzielle Urananreicherung erwogen.[4] 1977 protestierten in den großen Städten etwa 50.000 Atomkraftgegner gegen Uranabbau.[1][4] Heute gehört Australien, das über eines der größten Uranvorkommen weltweit verfügt, zu den größten Uranerzexporteuren. → Uranabbau in Australien

2007 setzte sich der damalige Ministerpräsident Howard für den Bau kommerzieller Atomkraftwerke in Australien ein. Diese Pläne wurden unter der folgenden Regierung unter Kevin Rudd wieder aufgegeben.[5]

Am 19. März 2015 gründete die Regierung des Bundesstaates von South Australia die Nuclear Fuel Cycle Royal Commission, die prüfen soll, inwieweit sich der Bundesstaat im Bereich des Brennstoffkreislaufs engagieren könne (Wiederaufarbeitung, Nutzung gebrauchter Brennelemente zur Energiegewinnung, Endlagerung).[6]

Im Oktober 2015 erklärte die australische Regierung, dass ein Einstieg in die Atomkraft nicht in Frage komme, da Australien Stromüberschuss produziere. Bis 2024 sei die Versorgung gesichert.[7]

Forschungsreaktoren

Australiens erster Forschungsreaktor HIFAR (High Flux Australian Reactor) in der Nähe von Sydney, mit dessen Bau im Februar 1956 begonnen worden war, wurde am 26. Januar 1958 kritisch. Er wurde mit angereichertem Uran und Schwerwasser betrieben. Ursprünglich zur Materialforschung für Leistungsgeneratoren gedacht, wurde er nach dem Ende des Atomprogramms in Australien für die Produktion von Radioisotopen benutzt. 1987 wurde er außer Betrieb genommen und befindet sich im Rückbau, der bis 2025 abgeschlossen werden soll.[8]

1987 wurde die Australian Atomic Energy Commission (AEEC) in die Australian Nuclear Science and Technology Organisation (ANSTO) umgewandelt, die mit der Umweltforschung und Isotopenproduktion andere Ziele verfolgt.[4]

2007 ging der Open Pool Australian Lightwater (OPAL) Reaktor mit 20 MW und niedrig angereichertem Uran in Betrieb, der für medizinische Zwecke und Forschung eingesetzt wird.[9]

Ebenfalls 2007 wurde der Elektronenbeschleuniger Australian Synchrotron in Betrieb genommen.[10]

Weitere Links

Australian Nuclear Science and Technology Organisation (ANSTO)
→ nvdatabase.swarthmore.edu: Australians campaign against nuclear power and uranium mining, 1974-1988

(Letzte Änderung: 14.05.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 abc.net.au: Chronology - Australia's Nuclear Political History von 2005
  2. IAEO: Member States abgerufen am 11. März 2016
  3. law.uq.edu.au: NUCLEAR ENERGY IN AUSTRALIA abgerufen am 12. April 2016 (via WayBack)
  4. 4,0 4,1 4,2 nonproliferation.org: Isotopes and Identity: Australia and the Nuclear Weapons, 1949-1998 (Seite 10ff.) von 2000
  5. FAZ.net: Australien öffnet sich Schritt für Schritt der Atomkraft vom 3. Mai 2007
  6. nuclearrc.sa.gov.au: Nuclear Fuel Cycle Royal Commission abgerufen am 22. Dezember 2015
  7. FAZ.net: Australien prüft Aufnahme eines Atomprogramms vom 29. Oktober 2015
  8. ANSTO: Australia's first reactor abgerufen am 22. Oktober 2014 (via WayBack)
  9. ANSTO: OPAL Research Reactor abgerufen am 22. Oktober 2014
  10. WNA: Australian Research Reactors and Synchrotron abgerufen am 22. Oktober 2014

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