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Organisationen und Kommissionen > Büro für Atomsicherheit

Leitung und Ziele

Das Ziel des Büros für Atomsicherheit wird auf der Homepage wie folgt beschrieben: "Das Büro für Atomsicherheit sieht seine Aufgabe darin, offene Fragen bei der Sicherheit von Atomkraftwerken zu thematisieren und nachvollziehbar darzustellen. Es will damit eine Plattform sein, auf der Expertenwissen zur nuklearen Sicherheit für eine fachlich qualifizierte Diskussion nutzbar gemacht wird, so dass diese Sicherheitsfragen in Parlamenten, in den Medien und in der Öffentlichkeit offen und informiert diskutiert werden können."[1]

Leiter des "Büros für Atomsicherheit" ist Prof. Wolfgang Renneberg, der an der Universität für Bodenkultur Wien lehrt. Renneberg war über 20 Jahre bei der deutschen Atomaufsicht tätigt und leitete 1998 bis 2009 die Abteilung Reaktorsicherheit, Strahlenschutz und Entsorgung des Bundesumweltministeriums.[1] 2009 wurde er vom damaligen Bundesumweltminister Norbert Röttgen entlassen und durch den Atomlobbyisten Gerald Hennenhöfer ersetzt.[2] Zu dieser Zeit plante die Bundesregierung bereits die Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke.

Studien und Stellungnahmen

Das Büro stellt selbst verfasste Studien und Stellungnahmen auf seiner Homepage zur Verfügung.[3] Renneberg wird außerdem seit 2006 immer wieder als Experte im Bereich der Sicherheit in den Medien zitiert.[4] 2013 wurde eine Studie zur geplanten Leistungserhöhung der Reaktoren Gundremmingen und C in Bayern erstellt. Ergebnis ist, dass das AKW mit seinen zwei Siedewasserreaktoren nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik entspricht und deshalb eine Leistungsverlängerung weder technisch noch juristisch rechtfertigt werden könne.[5] Neben den Protesten in Bayern dürfte auch diese Studie maßgeblich dazu beigetragen haben, dass der Plan der Leistungserhöhung vom Betreiber und der Bayerischen Staatsregierung fallengelassen wurde.

Studien aus dem Jahr 2010 behandeln beispielsweise die "Risiken alter Atomkraftwerke" sowie "Technische und rechtliche Bewertung der Laufzeitverlängerung", wobei Renneberg in letzterer zum Ergebnis kam, dass die Verlängerung der Laufzeiten ohne Sicherheitsüberprüfung und Nachbesserung erfolgte.[3]

  • Wolfgang Renneberg: Anspruch und Wirklichkeit des europäischen Stresstests für Kernkraftwerke
    Ein Jahr nach Fukushima - Symposium zum 1. Jahrestag der Reaktorkatastrophen in Fukushima veranstaltet vom Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften an der BOKU
Wolfgang Renneberg Anspruch und Wirklichkeit des europäischen Stresstests für Kernkraftwerke

Wolfgang Renneberg Anspruch und Wirklichkeit des europäischen Stresstests für Kernkraftwerke

Veröffentlicht am 21. Juni 2013 auf YouTube

→ AtomkraftwerkePlag: Büro für Atomsicherheit (Studien)
→ AtomkraftwerkePlag: Merkel: Ausstieg aus dem Ausstieg/Sicherheitsbestimmungen reduziert

Aktuelle Entwicklungen

Wolfgang Renneberg ist auch Mitglied in der 2014 gegründeten International Nuclear Risk Assessment Group (INRAG).

Die Pläne der Bundesregierung von 2014, die Sicherheitszonen um deutsche Atomkraftwerke auszuweiten und den Katastrophenschutz zu verbessern, begrüßte Wolfgang Renneberg zwar, fügte aber hinzu, dass damit das Grundproblem, nämlich das "generelle kerntechnische Risiko"; nicht gelöst sei.[6]

Berichte über eine neue Sicherheitslücke in den sieben noch betriebenen deutschen Druckwasserreaktoren, nach denen nicht mehr beherrschbare Situationen bis zur Kernschmelze und zum Super-GAU entstehen können, bestätigte Renneberg nach eigenen Untersuchungen.[7]

Links

→ Wikipedia: Wolfgang Renneberg
→ Institut für Bodenkultur Wien: Univ.Prof. Dipl.-Phys. Wolfgang Renneberg

(Letzte Änderung: 28.12.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 atomsicherheit.de: Das Büro für Atomsicherheit abgerufen am 30. Oktober 2014
  2. Spiegel Online: Umweltministerium: Röttgen verpflichtet ehemaligen Atomlobbyisten vom 30. November 2009
  3. 3,0 3,1 atomsicherheit.de: Studien und Statements abgerufen am 30. Oktober 2014
  4. atomsicherheit.de: Atomenergie in den Medien abgerufen am 30. Oktober 2014
  5. atomsicherheit.de: Risiken des Betriebs des Kernkraftwerks Gundremmingen unter besonderer Berücksichtigung der beantragten Leistungserhöhung vom 12. November 2013
  6. WDR: "Sicherheitsradius um Atomkraftwerke - Risikopläne ohne Grenzen" vom 10. März 2014 (via WayBack)
  7. DER SPIEGEL 12/2014: Bundesumweltministerium untersucht neue Sicherheitslücke in deutschen AKW vom 16. März 2014