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Die Lobbyisten > Baring, Arnulf

Unterstützung der Kampagne der Atomlobby 2009

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Arnulf Baring

Arnulf Baring ist promovierter Jurist, arbeitet jedoch seit Jahrzehnten als Historiker und Publizist. Von 1969 bis 1976 war er Professor für Politikwissenschaft und ab 1976 Professor für Zeitgeschichte und internationale Beziehungen, jeweils an der FU Berlin. 1999 wurde er emeritiert.[1]

2009 konnte die Atomlobby Baring für ihre Kampagne im Vorfeld der Bundestagswahlen gewinnen, vor denen sie sich einen Meinungsumschwung für die Atomkraft und danach eine Revision des Atomausstiegs unter einer neuen Regierung erhoffte. Dass Baring gegen Bezahlung engagiert wurde, war Folge eines Kampagnenkonzepts der Agentur Deekeling Arndt Advisors. Diese hatte als eine Maßnahme empfohlen, "man solle "hochrangige Wissenschaftler verschiedener Disziplinen sowie anerkannte ,moralische Instanzen' einbinden"", um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen.[2]

Baring hielt am 1. Juli einen Gastvortrag zum 50. Jubiläum des Deutschen Atomforums. Teile seiner Rede hatte die Agentur geschrieben.[3] Darin erklärte er u. a., der Atomausstieg sei in einem "Realitätsverlust bei der deutschen Sozialdemokratie" begründet, und forderte "einen unbefangenen neuen Energiedialog".[4]

Die Agentur sandte die Rede der "FAZ", die diese einen Tag später abdruckte. [2] Die Rede ist mit den typischen Gemeinplätzen der Atomlobby angereichert, wie z. B. dass ohne Atomkraft eine Grundlastsicherung nicht möglich sei, Deutschlands Atomausstieg einer internationalen Renaissance der Atomkraft widerspreche usw.

→ FAZ.net: Kernenergie - Geschichte eines Realitätsverlusts (Beitrag von Arnulf Baring vom 2. Juli 2009

Der damalige Umweltminister Jürgen Trittin widersprach der Rede Barings in einem ausführlichen Essay, das zwei Wochen später ebenfalls in der "FAZ" veröffentlicht wurde.[5]

Engagement nach Fukushima

2011 setzte sich Baring in einer Talkrunde bei Anne Will noch einmal für die Atomkraft ein. Deutschland werde mit seinem Ausstiegskurs die große Ausnahme bleiben, man werde die Atomkraft noch lange benötigen. Die anderen Teilnehmer der Talkrunde, die den Atomausstieg unterstützten, wurden von Baring als "Idealisten" bezeichnet.[6]

Heute ist Baring sogenannter "Botschafter" der Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), die sich für eine marktliberale Wirtschaft und Atomkraft einsetzt und in dessen Kuratorium der Atombefürworter Wolfgang Clement sitzt.[7]

Im November 2011 zeigte sich Baring empört von Merkels Wende in der Energiepolitik. Der Atomausstieg sei "verantwortungsloser Unsinn, den ich der Regierungschefin wirklich übelnehme."[8]

(Letzte Änderung: 07.01.2017)

Einzelnachweise

  1. arnulf-baring.de: Biographie abgerufen am 29. September 2015
  2. 2,0 2,1 taz.de: Die Geheimpapiere der Atomlobby vom 28. Oktober 2011
  3. n-tv.de: Öffentlichkeit massiv beeinflusst - Lobbyarbeit der Atomindustrie enthüllt vom 29. Oktober 2011
  4. kernenergie.de: 50 Jahre Deutsches Atomforum vom 1. Juli 2009
  5. FAZ.net: Die Realitäten der Atomenergie (Essay von Jürgen Trittin) vom 16. Juli 2009
  6. Die Welt: Darum würde sich Arnulf Baring in Fukushima opfern vom 21. März 2011
  7. INSM: Die Botschafter der INSM abgerufen am 1. Oktober 2015
  8. Welt Online: "Ungeheuerlich, was sich die Pastorentochter erlaubt" vom 6. November 2011 (via WayBack)

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