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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > USA > Bodega Bay (USA)

1 Reaktor • Leistung: 340 MW • Planungsbeginn: 23. Mai 1958 •
Baustopp: Oktober 1963 • Projektende: 30. Oktober 1964[1][2]


Geplantes AKW auf der San-Andreas-Verwerfung

The Battle of Bodega Head (updated)04:16

The Battle of Bodega Head (updated)

Bodega Bay war ein geplantes Atomkraftwerk, welches bei der gleichnamigen Gemeinde am Bodega Head im Norden Kaliforniens, direkt auf der San-Andreas-Verwerfung und nur knapp 70 Meilen nördlich der Bucht der Metropole San Francisco, errichtet werden sollte.[2]

Als Projektbeginn ist der 23. Mai 1958 anzusehen, an dem die Pacific Gas and Electric’s (PG&E) bekanntgab, sie habe Land auf Bodega Head erworben und plane den Bau eines Kraftwerks zur Stromerzeugung. Erst 1961 legte die PG&E offen, dass ein Atomkraftwerk mit einer Leistung von 340 MW geplant war, für die damalige Zeit eines der größten der Welt. Es sollte dazu beitragen, die wachsende Bevölkerung in Kalifornien mit Energie zu versorgen.[1][2]

Widerstand der Bürger

Bald formierte sich Widerstand von Seiten der Bürger von Bodega. Man befürchtete eine Erwärmung des Wassers durch das Kraftwerk, negative Auswirkungen auf die Tierwelt, vor allem aber seismische Risiken. Die San-Andreas-Verwerfung, die tektonische Grenze zwischen der pazifischen und der nordamerikanischen Platte, welche 1906 das katastrophale Erdbeben in San Francisco ausgelöst hatte, kreuzte die Bodega Bay.[1][2]

Am 10. November 1962 hielt die Association to Preserve Bodega Head and Harbor in Santa Rosa ein informelles Treffen ab und diskutierte über die Pläne der PG&E. Dabei erklärte Alexander Grendon, ein Koordinator der State of California’s Atomic Energy Development, frustriert über die Kommentare der Bürger, man möge die Diskussion doch bitte den Spezialisten überlassen. Am Memorial Day 1963 riefen die Aktivisten zu einer Aktion auf, bei der sie 1.500 gelbe Helium-Luftballons, die radioaktive Moleküle wie Strontium-90 und Iod-131 repräsentierten, in die Luft steigen ließen. Umweltgruppen, aber auch Journalisten und Musiker, beteiligten sich am wachsenden Widerstand.[1][2]

Projektende 1964

PG&E hatte mittlerweile den Standort vorbereitet und ein großes Loch am Standort gegraben, das den Reaktor aufnehmen sollte und den Spitznamen "Hole in the Head" erhielt. Nach einem dreijährigen Kampf vor Gericht und in vielen Debatten wurde im Oktober 1963 zunächst ein Baustopp erklärt. Als sich im März 1964 ein Erdbeben der Strärke 8,6 in Alaska ereignete – das stärkste, das in Nordamerika je gemessen wurde – zog PG&E am 30. Oktober 1964 schließlich seinen Antrag zurück und gab das Projekt auf.[1][2]

Diese Entscheidung könnte dazu beigetragen haben, dass später auch ein vom Los Angeles Department of Water and Power im kalifornischen Malibu geplantes AKW aufgegeben wurde.[3] → Malibu (USA)

Weitere Links

→ books.google.com.au: Critical Masse - Opposition to Nuclear Power in California, 1958-1978 (S. 17ff.] von 1998
→ nvdatabase.swarthmore.edu: U.S. citizens prevent construction of nuclear power plant in Bodega Bay, California 1962-64 vom 19. September 2011

(Letzte Änderung: 18.12.2016)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Sonoma West: Revisiting the history of Bodega Bay’s "Hole in the Head" vom 12. November 2014
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Sonoma magazine: Nuclear Fault Line – Bodega Head vom 3. Februar 2015
  3. nvdatabase.swarthmore.edu: U.S. citizens prevent construction of nuclear power plant in Bodega Bay, California 1962-64 vom 19. September 2011

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