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3 Druckwasserreaktoren • Leistung: 320 MW/1.560 MW/1.560 MW •
Typ: Chooz-A/N4 REP 1450/N4 REP 1450 • Hersteller: A-F-W (Chooz A1); Framatome (Chooz B1 und 2) •
Baubeginn: 1962/1984/1985 • Inbetriebnahme: 1966/1996/1997 •[1][2] Abschaltung: 1991 (Chooz-A); offen (Chooz B-1 und B-2)


Atomkraftwerk in den Ardennen

Chooz - Centrale nucléaire -1.jpg

AKW Chooz (Frankreich)

Der Standort Chooz in Frankreich ist in den Medien bislang kaum erwähnt worden, zu Unrecht. Chooz liegt mitten in den Ardennen, einem Gebiet mittlerer seismischer Aktivität, und ist damit erdbebengefährdet.[3] Aufgrund seiner Lage direkt an der belgischen Grenze, 100 Kilometer westlich von Luxemburg[4], 120 Kilometer von Aachen[5] und nicht viel weiter entfernt von der niederländischen Grenze stellt er eine Gefahr für gleich fünf europäische Staaten dar.

Chooz-A

Der erste Druckwasserreaktor an diesem Standort war Chooz-A mit 320 MW, der am 18. Oktober 1966 in Betrieb genommen wurde und bis zum 30. Oktober 1991 Strom lieferte. Eigentümer der Einheit Chooz-A ist die Électricité de France, Betreiber die Societé d´ Énergie Nucleaire Franco-Belge des Ardennes.[1] Hersteller waren ACEC/Framatone/Westinghouse.[2]

Die IAEO berichtete, dass sich Ende Januar 1968 ein Unfall im Reaktordruckbehälter ereignete, dessen Ursache nicht geklärt wurde. Nach der Abschaltung wurden die Brennelemente für Untersuchungen entfernt und die Hitzewandler repariert.[6]

1984 wurden bei einer Inspektion der Kontrollstäbe Risse, Abnutzungen und gebrochene Schweißnähte entdeckt, die zu einem Verklemmen der Stäbe hätten führen können. "Die Verantwortlichen in Frankreich reagierten gelassen. Im IAEO-Bericht kündigten sie an, erst "im Zeitraum von zwei Jahren alle Stäbe zu ersetzen"."[7] Chooz-A stellt eine Besonderheit dar, da sein Reaktordruckbehälter 60 Meter unter der Sedimentschicht eines Ardennenhügels gebaut wurde, die die Radioaktivität abhalten sollte. Die Brennelemente wurden noch 1991, im Jahr der Abschaltung, entfernt. 2008 wurde mit dem Rückbau begonnen, der zwischen 2015 bis 2025 beendet werden soll. Dabei griff man auf Erfahrungen mit den bereits abgebauten deutschen AKW Niederaichbach und Großwelzheim zurück.[8]

Chooz-B

Später wurden am Standort die zwei Druckwasserreaktoren Chooz B-1 und Chooz B-2 mit je 1.560 MW Leistung errichtet. Die Reaktoren gingen 1996 und 1997 in Betrieb. Eigentümer und Betreiber von Chooz-B ist die Electricité de France. [1] Hersteller war Framatome (heute AREVA).[2]

Nach einem Leck im Kühlsystem des baugleichen Reaktors Civaux-1 wurde die ganze Baureihe gestoppt. Auch die Kerne der beiden Chooz-B-Reaktoren wurden 1989 aus Sicherheitsgründen entladen und die Kühlsysteme umkonstruiert.[9] Die Reaktoren liefen außerdem jahrelang mit mangelhaften Sicherheitsventilen, deren Funktion laut Betreiber durch Erdbeben hätte beeinträchtigt werden können. Die Mängel sollen mittlerweile behoben worden sein.[3]

→ EDF: Centrale nucléaire de Chooz (Homepage des AKW)

(Letzte Änderung: 17.04.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 IAEO: PRIS - Country Statistics/France
  2. 2,0 2,1 2,2 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. 3,0 3,1 krone.at: Atomunfall heizt AKW- Diskussion in Europa neu an vom 13. März 2011
  4. tageblatt.lu: Atomkraftwerke in Europa vom 14. März 2011
  5. WDR: Kernkraft in den Nachbarstaaten - Atomkraft rund um NRW vom 21. März 2011 (via WayBack)
  6. IAEO: Progress in Peaceful Applications of Nucklear Energy During the Year 1967/68 vom Januar 1969
  7. DER SPIEGEL 17/1987: Mir läuft der kalte Schauer über den Rücken vom 20. April 1987
  8. FAZ.net: Wie Frankreich einen Reaktor zerlegt vom 4. Juli 2010
  9. DER SPIEGEL 40/1998: Störfall in Strang A vom 28. September 1998

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