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Atomenergie in Europa > Frankreich > Dampierre (Frankreich)

4 Druckwasserreaktoren • Leistung: 937 MW/937 MW/937 MW/937 MW •
Typ: CP1/CP1/CP1/CP1 • Hersteller: Framatome • Baubeginn: 1975 •
Inbetriebnahme: 1980/1980/1981/1981 •[1][2] Abschaltung: offen


Dampierre-en-Burly - centrale nucléaire.jpg

AKW Dampierre (Frankreich)

Der Standort Dampierre befindet sich an der Loire bei Dampierre-en-Burly im zentralfranzösischen Département Loiret, östlich der Stadt Orléans.[3]

In Dampierre erzeugen derzeit vier Druckwasserreaktoren mit einer Leistung von je 937 MW Strom, die 1980 und 1981 in Betrieb gegangen sind. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist die französische Gesellschaft Électricité de France (EDF).[1][4] Hersteller war Framatome (heute AREVA).[2]

Die französische Aufsichtsbehörde ASN empfahl im August 2014, Dampierre-1 weitere zehn Jahre am Netz zu lassen, wenn der Betreiber bestimmte Maßnahmen zur Nachrüstung umsetzt.[5]

Störfälle

Am 22. Juli 1992 wurden zwei Arbeiter verstrahlt, als sie den Deckel eines Reaktordruckbehälters prüften.[6]

Am 29. Juni 2000 teilte die EDF der Aufsichtsbehörde DSIN mit, dass eine Betriebsanweisung einen Fehler enthalte, der zu falschen Anwendungen geführt habe. Ventile des Sicherheitseinspeisesystems, das bei größeren Lecks für die Reaktorkühlung benötigt wird, wurden zu früh geschlossen. "Die fehlerhafte Anweisung wurde seit Februar 1999 fünfmal angewendet, was jedes Mal die stundenlange Nichtverfügbarkeit der automatischen Funktion dieses Sicherheitskreislaufes zur Folge hatte." Dies wurde als Störfall der INES-Stufe 2 klassifiziert.[7]

Am 27. September 2000 wurde gemeldet, dass Dampiere wegen mangelhafter Sicherheitskultur kurz vor der Schließung stand und unter Spezialaufsicht der Behörde DSIN gestellt wurde.[8]

Am 1. Oktober 2001 wurden 113 Brennelemente wegen eines Verfahrensfehlers um einen Platz versetzt positioniert, ein weiterer Störfall der INES-Stufe 2.[9]

Am 27. Oktober 2002 wurde berichtet, dass bei den Atomkraftwerken Dampierre und Saint-Laurent Auslegungslücken bei den Hilfsspeisewassertanks entdeckt wurden, die die Widerstandsfähigkeit dieser Komponenten gegen Erdbeben beeinträchtigen können.[10]

Am 9. April 2007 wurde das AKW nach dem Defekt eines Überspannungsschutzrelais´ und weiterer Defekte in Dampierre-3 komplett von der Stromversorgung abgeschnitten, so dass nur noch ein Notstromdieselgenerator als einzige Spannungsquelle übrigblieb. Die Stromversorgung konnte durch ein zusätzliches Notstromaggregat stabilisiert und nach diversen Reparaturen am nächsten Morgen wiederhergestellt werden.[11]

2009 starb der zweifache Familienvater Jean-François Cloix, der 30 Jahre lang als Kesselbauer am Standort Dampierre gearbeitet hatte, an Lungenkrebs. Die Angehörigen, die geklagt hatten, bekamen 2013 Recht: Die EdF wurde zu einer Buße von 95.000 € verpflichtet, plante aber in Berufung zu gehen.[12]

Weitere Links

→ EDF: Centrale nucléaire de Dampierre (Homepage des Betreibers)

(Letzte Änderung: 17.04.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: PRIS - Country Statistics/France abgerufen am 24. Juni 2014
  2. 2,0 2,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. EDF: Carte des centrales nucléaires abgerufen am 23. September 2014
  4. EDF: Centrale nucléaire de Dampierre abgerufen am 24. Juni 2014
  5. nuklearforum.ch: Frankreich: Dampierre-1 soll weitere zehn Jahre am Netz bleiben vom 7. August 2014
  6. Greenpeace: 365 Gründe gegen Atomkraft - Teil 1: 26. April bis 22. Oktober abgerufen am 23. September 2014
  7. nuklearforum.ch: Ines-2-Zwischenfall im französischen KKW Dampierre vom 29. Juni 2000
  8. nukldarforum.ch: Französisches KKW Dampierre unter Spezialaufsicht vom 27. September 2000
  9. nulearforum.ch: Ines-2-Zwischenfall bei Brennstoffbeladung in Dampierre vom 1. Oktober 2001
  10. nulearforum.ch: Frankreich: Erdbebensicherheit von Kernkraftwerkskomponenten untersucht vom 27. Oktober 2002
  11. inis.iaea.org: Entwicklungen im Bereich der Grundlagen der nuklearen Aufsicht von 2007
  12. derStandard: Strahlenopfer: Électricité de France muss zahlen vom 12. September 2013

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