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Unvollendete Anlagen > Dessau (Sachsen-Anhalt)

4 Druckwasserreaktoren • Typ: 4 x WWER 1000 • Leistung: 4 x 1.000 MW •
Planungsbeginn: 1973 • Beschluss Standort Dessau: 1975 • Geplanter Baubeginn: 1982 •
Geplante Inbetriebnahme: 1986/1987 (Dessau-I und -II) • Projektende: 1981[1][2]

Geplantes viertes AKW

Dessau sollte nach Rheinsberg, Greifswald/Lubmin und Stendal das vierte Atomkraftwerk der ehemaligen DDR werden, kam jedoch nie über die Planungsphase hinaus.[2] Es wird auch im Bundesarchiv aufgeführt; zuständig für die geplante Anlage war das Ministerium für Kohle und Energie (MfKE).[3]

Das Projekt hatte seinen Ursprung in frühen Planungen aus den 1960er Jahren, nach der Auskohlung im Geiseltal westlich von Merseburg ein Atomkraftwerk zu errichten. In einer Beratung des Politbüros im März 1973 zur Energiebilanz bis 1990 wurden diese Planungen für das Geiseltal wiederaufgenommen, weil man einen deutlichen Rückgang der Kohleförderung prognostizierte.[2]

1.000-MW-Reaktoren aus der Sowjetunion

Da man günstiges Öl in der Sowjetunion einkaufen konnte, wurde das Projekt zunächst aufgegeben, im November 1975 jedoch wieder aufgenommen. Der Standort für das Atomkraftwerk IV wurde vom Politbüro und Ministerrat nun nach Dessau an der Elbe, nördlich von Leipzig und südwestlich von Magedburg, verlegt. Geplant waren vier Einheiten, die mit 1.000-MW-Druckwasserreaktoren vom Typ WWER 1000 aus der Sowjetunion ausgerüstet werden sollten. Laut einem Protokoll der Abteilung Planung im DDR-Energieministerium von 1977 sollte 1982 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Es waren Investitionen in Höhe von acht bis neun Mrd. Mark der DDR vorgesehen, und die ersten beiden Einheiten sollten 1986 und 1987 in den Probebetrieb gehen. Man glaubte, den wachsenden Energiebedarf nur mit Atomkraftwerken decken zu können.[2][4]

Die Planungen waren bis ins Detail ausgearbeitet, es erging jedoch nie ein Bauauftrag, da die finanziellen Mittel und Baukapazitäten fehlten und die Sowjetunion die Anlagen nicht liefern konnte.[2] 1981 lehnte das "Staatliche Amt für Atomsicherheit und Strahlenschutz" (SAAS) den Standort Dessau ab, da der Sicherheitsabstand zu den Städten Dessau und Zerbst nicht ausreichend war.[1]

(Letzte Änderung: 02.08.2016)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Johannes Abele: Kernkraft in DDR - Zwischen nationaler Industriepolitik und sozialistischer Zusammenarbeit, in: TU Dresden/Hannah-Arendt-Institut, Berichte und Studien Nr. 26, Dresden 2000. S. 72.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Mitteldeutsche Zeitung: Geheimer Plan der DDR - Atomkraft in Dessau als letzter Ausweg vom 5. Dezember 2015
  3. Deutsche Digitale Bibliothek: Kernkraftwerk Dessau abgerufen am 2. August 2016
  4. Johannes Abele: Kernkraft in DDR - Zwischen nationaler Industriepolitik und sozialistischer Zusammenarbeit, in: TU Dresden/Hannah-Arendt-Institut, Berichte und Studien Nr. 26, Dresden 2000. S. 40, 72.

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