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Organisationen und Kommissionen > Deutsche Energie-Agentur (dena)

Gründung im Jahr 2000

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) wurde im Herbst 2000, zur Zeit der rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder, gegründet und hat ihren Sitz in Berlin. Nach eigener Angabe soll sie die Umsetzung der Energiewende unterstützen und sieht sich als "Kompetenzzentrum für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und intelligente Energiesysteme". Gesellschafter sind der Bund, die KfW, die Allianz, die Deutsche Bank AG und die DZ BANK. Die dena arbeitet leistungs- und gewinnorientiert und führt Projekte durch, die aus öffentlicher und privater Hand finanziert werden. 2013 erwirtschaftete sie einen Umsatz von 19,2 Mio. Euro.[1]

Gegen die Laufzeitverlängerung

Als 2008 die CDU, CSU und die Atomindustrie eine Revision des 2000 vereinbarten Atomkonsenses planten, wies die dena zwar darauf hin, dass ein Abschalten der AKW zu einem Anstieg der Strompreise führen würde, bekräftigte aber, dass die erneuerbaren Energien ausgebaut werden müssten. Zudem müsse Energie gespart werden.[2]

Im Mai 2009 widersprach der damalige dena-Geschäftsführer Stephan Kohler Behauptungen der Lobbyorganisation Deutsches Atomforum (DAtF), dass es in Deutschland infolge eines Atomausstiegs vermehrt zu Stromausfällen kommen werde. Auch ohne AKW könne eine zuverlässige Energieversorgung gewährleistet werden.[3] Im November 2009 kritisierte Kohler, dass eine Laufzeitverlängerung bei deutschen Atomkraftwerken "den Zugang für neue Stromproduzenten im Markt erschwere oder für die nächste Zeit sogar verhindere". Zugleich warnte die dena vor einer 2020 aufgrund der Abschaltung der AKW drohenden "Stromlücke". Dies brachte ihr scharfe Kritik durch das Bundesumweltamt und der Umweltorganisation BUND ein.[4]

Gegen sofortigen Atomausstieg

Am 22. März 2011, kurz nach dem GAU von Fukushima, warnte Kohler vor einem sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft. Dies würde zu Stromausfällen, Blackouts und höheren Strompreisen führen. Der 2000 vereinbarte Atomkonsens mit einem Ausstieg bis 2022 solle stattdessen umgesetzt werden.[5]

In einem Interview im Mai 2011 unterstützte Kohler den Atomausstieg, wies aber zugleich daraufhin, dass ein Abschalten der Atomkraftwerke nicht ausreiche. Die erneuerbaren Energien und die Stromnetze müssten ausgebaut werden, "intelligente Stromsysteme" entstehen. Einen Atomausstieg vor 2020 hielt Kohler für unmöglich.[6]

Im Februar 2012 forderte Kohler einen Vorrang für die erneuerbaren Energien und eine Verhinderung neuer AKW auf EU-Ebene. Der Ausbau europäischer Stromnetze dürfe nicht dazu führen, dass mehr Atomstrom durch die Netze geleitet würden.[7]

Als im August 2013 deutsche Atomkonzerne wegen mangelnder Rentabilität über eine vorzeitige Abschaltung von Atomkraftwerken nachdachten, warnte Kohler davor, dass so der Ausstiegplan durcheinander kommen könne. Die AKW seien vor allem in Süddeutschland noch unverzichtbar. "Die Bundesregierung würde so in die hochpeinliche Situation kommen, die Stilllegung von Atomkraftwerken verbieten zu müssen".[8]

Neuausrichtung 2015

Im November 2014 wurden überhöhte Zuwendungen und Gehälter bei der dena kritisiert. So erhielt dena-Chef Kohler jährlich ein Fixgehalt von 184.000 Euro und damit fast so viel wie Wirtschaftsminister Gabriel.[9] Der Bundesrechnungshof bezweifelte den Sinn der Deutschen Energie-Agentur.[10]

Am 31. Dezember 2014 schied Kohler als dena-Chef aus, und das Bundeswirtschaftsministerium kündigte eine Weiterentwicklung der dena an.[11]

Am 22. Juli 2015 begrüßte der neue Vorsitzende der Geschäftsführung, Andreas Kuhlmann, das Gesetz der französischen Nationalversammlung zur Energiewende und zur Reduzierung der Atomkraft. Dies könne zu einer Annäherung von Deutschland und Frankreich im Energiebereich führen. "Die dena engagiert sich derzeit bereits gemeinsam mit ihrem Partner, der französischen Energie-Agentur (Agence de l'Environnement et de la Maîtrise de l'Energie – ADEME), für den Aufbau einer "Deutsch-Französischen Energieplattform"."[12]

(Letzte Änderung: 05.05.2017)

Einzelnachweise

  1. dena: Über uns abgerufen am 9. August 2015
  2. n-tv.de: Sinkende Preise vs. strahlender Müll - Hitziger Streit um Atomkraft vom 5. Juli 2008
  3. Berliner Zeitung: Experte: Es geht auch ohne Kernkraft vom 12. Mai 2009
  4. Berliner Zeitung: Atomkraft lähmt den Strommarkt vom 10. November 2009
  5. Focus Online: Deutsche Energie-Agentur kritisiert Adhoc-Ausstieg aus Atomkraft vom 22. März 2011
  6. FR Online: "Ohne neue Leitungen keine Energiewende" vom 6. Mai 2011
  7. dena: Kohler: Europäischer Netzausbau für Erneuerbare, nicht für Atomkraft. vom 14. Februar 2012 (via WayBack)
  8. Welt Online: Warum die Regierung bald Atomkraftwerke rettet vom 14. August 2013
  9. DER SPIEGEL 47/2014: Grüne drohen Energie-Agentur-Chef Kohler mit strafrechtlichen Konsequenzen vom 16. November 2014
  10. Tagesspiegel: Bundesrechnungshof bezweifelt Sinn der Deutschen Energieagentur vom 17. November 2015
  11. IWR: Stephan Kohler ist nicht mehr dena-Chef vom 12. Januar 2015
  12. SolarServer: Weniger Atomenergie, mehr erneuerbare Energien: dena begrüßt französisches Gesetz zur Energiewende vom 24. Juli 2015

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