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Uranabbau in Deutschland > Deutschlands Exporte

Export von Uran

Verkauf an die USA

Watts Bar-8

AKW Watts Bar (Tennessee/USA)

Nach der Schließung der Wismut wurde zwar kein Uran mehr abgebaut.

Laut einer Stellungnahme der Bundesregierung vom Juli 2015 wurden jedoch von 1991 bis 2014 3,183 Mio. Tonnen aus der Sanierung der Wismut stammendes Uran verkauft, seit 1998 ausschließlich an die US-amerikanische Nuclear Fuels Corporation (NFC). Die Bundesregierung sah darin keinen Widerspruch zum Atomausstieg.[1]

Aus der Urananreicherungsanlage Gronau wird seit Jahren angereichertes Uran in die USA geliefert, die größter Kunde des Betreibers URENCO ist. 2016 beliefen sich die Exporte auf 440 Tonnen, die an die US-Brennelementefabrik "WesDyne/Westinghouse" gingen. Im Mai 2017 wurde berichtet, dass diese Anlage Teil des US-amerikanischen Atomwaffenprogramms ist und nicht nur Brennstäbe für kommerzielle AKW, sondern auch spezielle Brennstäbe zur Produktion von Tritium produziert. Das für Atomwaffen benötigte radioaktive Gas wird im Atomkraftwerk Watts Bar hergestellt.[2]

Im Juni 2017 meldete der WDR, es habe sich der Verdacht bestätigte, URENCO "könnte indirekt auch am US-Atomwaffenprogramm beteiligt sein."[3]

→ WDR: Urenco-Uran aus Gronau für US-Atomwaffen? vom 11. Mai 2017 (Video)
URENCO

Verkauf an Tschechien

Kernkraftwerk Temelín 2011-15

AKW Temelin in Tschechien, 60 km vor der deutschen Grenze

Ein Skandal ist, dass das abgetrennte Uran auch in die tschechische Republik exportiert wurde, die nach Fukushima den Ausbau der Atomenergie forciert und damit die Nachbarländer Deutschland und Österreich bedroht. Im "Umweltbericht Wismut" von 2011 wird erklärt: "In den Monaten Juli und August wurden aus den Beständen der Uransilos 14 Transporte des Uranzwischenproduktes mit einer Gesamtmenge von ca. 51,2 t Uran an die tschechische Firma DIAMO s.p. geliefert". 2012 sind weitere 25 Tonnen angefallen.[4]

Im November 2012 wurde in "abgeordnetenwatch.de" an den Bayerischen Staatsminister für Umwelt und Gesundheit Dr. Marcel Huber (CSU) die Frage gestellt, wie dies mit der Ablehnung von Temelin durch die CSU vereinbar sei und was getan wird, um künftige Verkäufe zu verhindern. In der Antwort von Dr. Marcel Huber heißt es unter anderem: "(...) so geschieht dies im Rahmen der freien Marktwirtschaft. Es wird deshalb kein Problem in der Lieferung des bei der Wismuth GmbH [sic] im Zuge der Sanierung anfallenden Urans an die DIAMO s.p. gesehen. Daher ist auch nicht geplant, etwas dagegen zu unternehmen."[5]

Die Frage wurde sinngleich auch Peter Altmaier via abgeordnetenwatch.de ebenfalls im November 2012 gestellt. Dieser hat es vorgezogen, gar nicht erst darauf zu antworten.[6]

Zahlen

Uranproduktion (Zahlen ab 2007)

Export von Brennelementen

Kerncentrale doel

AKW Doel (Belgien)

Verkauf an Belgien

Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage aus dem Bundestag geht hervor, dass Deutschland 2016 aus der Brennelementefertigungsanlage Lingen 30 Brennelemente an das marode belgische AKW Doel-3 geliefert hat. Insgesamt wurden 2015 und 2016 166 Brennelemente an alle Einheiten von Doel exportiert.

Die Bundesregierung sieht keine rechtliche Grundlage, diese Lieferungen zu unterbinden. "Demnach könnten Ausfuhrgenehmigungen nicht von Sicherheitsfragen abhängig gemacht werden, wenn es sich um Lieferungen an einen genehmigten Betrieb wie das belgische AKW handele."[7][8]

Brennelementfertigungsanlage Lingen

Export von Atommüll

Pläne, deutschen Atommüll ins Ausland zu exportieren, gab es schon in den 1980er Jahren. Über Atommüllexporte nach Russland in den Jahren 1996 bis 2009 wurde in den Medien berichtet. 2011 wurde diese Praxis von der Europäischen Union nachträglich legalisiert. Detaillierte Informationen dazu unter → Export von Atommüll.

(Letzte Änderung: 8.08.2017)

Einzelnachweise

  1. Deutscher Bundestag: Urangewinnung und -veräußerung bei den Sanierungsarbeiten der Wismut GmbH in Thüringen und Sachsen (Drucksache 18/5322) vom 24. Juni 2015
  2. tagesschau.de: Umstrittene Lieferungen - Deutsches Uran für US-Atomwaffen? vom 11. Mai 2017
  3. tagesschau.de: Lieferungen in die USA - Das heikle Geschäft mit dem URENCO-Uran vom 14. Juni 2017
  4. wismut.de: Umweltbericht Wismut, S. 29 und 36 von 2011
  5. abgeordnetenwatch.de: Fragen an Dr. Marcel Huber vom 14. November 2012 (via WayBack)
  6. abgeordnetenwatch.de Frage zum Thema Umwelt vom 14. November 2012 (via WayBack)
  7. RP-Online: Deutschland liefert weiter Uran an belgisches Pannen-AKW vom 15. September 2016
  8. Deutscher Bundestag: Kleine Anfrage: Verweigerung von Ausfuhrgenehmigungen für angereichertes Uran (Drucksache 18/9502) vom 30. August 2016

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