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Entsorgungskommission (ESK)

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Organisationen und Kommissionen > Entsorgungskommission (ESK)

Beratung des Bundesumweltministeriums

Die Entsorgungskommission (ESK) wurde am 12. Juli 2008 beim Bundesumweltministerium (BMU) gegründet.[1] Sie berät das BMU mit Empfehlungen und Stellungnahmen bei allen Angelegenheit der nuklearen Entsorgung und ist laut eigener Aussage "pluralistisch" besetzt. Vorsitzender ist Michael Sailer. Die ESK berät sich in den Ausschüssen "Endlagerung radioaktiver Abfälle (EL)", "Ausschuss Abfallkonditionierung, Transporte und Zwischenlagerung (AZ)" und "Stilllegung (ST)".[2] Sieht man sich die Liste der Ausschussmitglieder an, stellt man fest, dass u.a. E.ON, die sich im Besitz der Atomkonzerne befindlichen Entsorgungsunternehmen und die Atomforschung (Karlsruhe, Jülich) vertreten sind.[3]

Am 6. Februar 2014 bestätigte Bundesumweltministerin Hendricks die Führung der ESK und berief neue Mitglieder: "Dr. Klaus Fischer-Appelt (Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit, GRS), Prof. Dr. Horst Geckeis (Karlsruher Institut für Technologie), Dr. Erich Gerhards (Eon, Hannover) und Prof. Dr. Klaus-Jürgen Röhlig (TU Clausthal)."[4]

Stellungnahmen

2008 gab Sailer "heise.de" ein Interview anlässlich der Gründung der ESK, in dem er sich als "skeptisch" gegenüber der Atomkraft bezeichnete, die man nicht benötige. Atomkraftwerke seien nach wie vor nicht sicher. Er forderte eine baldige Einrichtung von Endlagern, in geologischen Formationen, die über eine Million Jahre Sicherheit bieten. Eine Rückholbarkeit von Atommüll lehnte Sailer ab, da diese "zur Verschlechterung der Sicherheitslage führt, denn die Rückholbarkeit schließt einen ordentlichen Verschluss aus." Auch die Zwischenlagerung sei keine Lösung, da damit der Atommüll nicht von der Ökosphäre getrennt werden könne.[5]

Konsequenterweise lehnte Sailer 2012 eine Rückholung der maroden Fässer aus der Asse ab, da diese aufgrund der Einsturzgefährdung technisch nicht machbar sei, und forderte eine Verfüllung mit Beton. Für diese Haltung wurde er von Seiten des Asse-Koordinierungskreises, der ihm mangelnde Sachkenntnis vorwarf, und dem SPD-Vorsitzenden Dietmar Gabriel scharf kritisiert.[6]

In einem Interview vom Februar 2013 bestätigte der stellvertretende Vorsitzende der ESK, Thomas Fanghänel, die Positionen Sailers. Zugleich behauptete er, Gorleben sei aus fachlicher Sicht ein geeigneter Stand für die Endlagerung. Die Kosten von 1,6 Mrd. Euro, die in die Erforschung dieses Standorts geflossen sind, seien ausreichend, wobei es aber auf die Sicherheit ankäme.[7] Fanghänel, der Atomforscher am Institut für Transurane (ITU) in Karlsruhe[3] ist, teilt damit die Ansicht der Atomindustrie.

Im März 2013 bescheinigte die ESK allen Zwischenlagern und der UAA Gronau "einen hohen Grad an Robustheit", alle Anlagen hätten den Stresstest bestanden. Die ESK war vom Bundesumweltministerium beauftragt worden.[8] Die ESK stellte Flugzeugabstürze als Gefahr heraus und bezeichnete die Geheimhaltung in der Urananreicherungsanlage Gronau wegen der Proliferation als Pflicht. Michael Sailer kritisierte zugleich: "Die Urananreicherung ist der einfachste Weg zur Atombombe." Umweltschützer kritisierten die ESK scharf, da sie beim Stresstest Terrorangriffe und "chemische Folgereaktionen" ausgeblendet habe und der Stresstest deswegen "verharmlosend" sei. [9] Der Landtag Nordrhein-Westfalen wollte die Äußerung Sailers zur Atombombe mit Verweis auf die pluralistische Zusammensetzung und den Respekt für verschiedene Meinungen im ESK nicht bewerten.[10]

Im Februar 2014 bestätigte Michael Sailer, dass die verrostenden Fässer im AKW Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) kein Einzelfall sind, sondern in den Zwischenlagern deutscher Atomkraftwerke weit verbreitet sein dürften.[11]

→ Wikipedia: Proliferation

Weitere Quellen

→ ESK: ESK-Stellungnahmen
ESK-Stresstest für Anlagen und Einrichtungen der Ver- und Entsorgung in Deutschland (1) vom 14. März 2013 (via WayBack)
ESK-Stresstest für Anlagen und Einrichtungen der Ver- und Entsorgung in Deutschland (2) vom 18. Oktober 2013 (revidiert)
→ Zeit Online: Entsorgungskommission zweifelt an Atommüll-Bergung in Asse vom 22. September 2012
→ Wikipedia: Michael Sailer

(Letzte Änderung: 05.05.2017)

Einzelnachweise

  1. ESK: Die ESK/Arbeitsweise der ESK abgerufen am 21. Oktober 2015
  2. ESK: Homepage abgerufen am 21. Oktober 2015
  3. 3,0 3,1 ESK: Zusammensetzung ESK abgerufen am 21. Oktober 2015
  4. BMUB: Bundesumweltministerin Hendricks beruft Mitglieder der Entsorgungskommission vom 6. Februar 2014
  5. heise.de "Wir haben die Abfälle ohnehin am Hals" vom 12. November 2008
  6. NDR.de: Atomexperte stellt Räumung der Asse infrage vom 22. September 2012 (via WayBack)
  7. Deutschlandradio: "Bei allem, was bekannt ist, ist Gorleben nicht auszuschließen" vom 12. Februar 2013
  8. Entsorgungskommission: Stellungnahme der Entsorgungskommission - ESK-Stresstest für Anlagen und Einrichtungen der Ver- und Entsorgung in Deutschland vom 14. März 2013 (via WayBack)
  9. taz.de: Atommüll bis mindestens 2120 vom 2. April 2013
  10. Landtag Nordrhein-Westfalen: Nicht-Weiterverbreitung von Urananreicherungstechnologie durch die Firma Urenco und ETC in Gronau und Jülich Drucksache 16 / 2985 vom 15. Mai 2013
  11. Spiegel Online: Rostige Atommüllfässer: "Das passiert in jedem Zwischenlager" vom 24. Februar 2014

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