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Die Energiewende > Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch

Steigender Anteil der Erneuerbaren

Erneuerbare 2016

lt. Angaben des BMWi[1]


Der Anteil der erneuerbaren Energien ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. 2015 lag er laut Fraunhofer ISE und Agora bei 32,5 % (Bruttostromerzeugung) – eine Steigerung von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Windkraftanlagen erhöhten ihre Stromproduktion um 50 % gegenüber 2014. Zugleich wurde in Deutschland mehr Strom erzeugt als je zuvor. Der Stromexport stieg gegenüber 2014 um 40 % (Fraunhofer ISE) bzw. 50 % (Agora) und erreichte damit erneut einen neuen Rekordwert.[2][3]

Für 2016 nannte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie einen Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch von 31,7 % (Stand: Februar 2017).[4]

Allerdings ist Deutschland bei der Energiewende im internationalen Vergleich weniger weit vorangekommen, als oft behauptet wird: Im Energiewende-Index des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) und der Internationalen Gesellschaft für Solarenergie (ISES) teilte sich Deutschland 2014 nach Schweden, Brasilien und Italien zusammen mit Japan und Großbritannien lediglich den vierten Rang.[5] Nach einer anderen Studie des Handelsblatt Research-Instituts belegte Deutschland im April 2014, gemessen an "51 Indikatoren zu Energie, Haushalten, Unternehmen und Verkehr", lediglich Platz 24.[6]

Wettbewerbs- und Grundlastfähigkeit

Es ist immer wieder behauptet worden, die erneuerbaren Energien seien im Vergleich zur Atomenergie nicht wettbewerbsfähig und könnten keine gleichmäßige Stromversorgung gewährleisten. Beide Einschätzungen sind überholt.

In einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) wurde bereits im Mai 2012 die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien belegt. "Schon heute sind Windräder im Vergleich zu Braunkohle, Steinkohle und Kernkraft konkurrenzfähig, und selbst für die Photovoltaik stehen die Chancen in der Zukunft gut."[7]

2014 ist dieses Ziel auch für die Solarenergie erreicht worden. Nimmt man laut "Frankfurter Rundschau" den Strompreis des AKW-Neubauprojekts Hinkley Point in Großbritannien als Maßstab, bei dem zum ersten Mal eine öffentliche Preiskalkulation stattfand, sind Windenergie (an Land und auf dem Meer) und Solarenergie gleichermaßen günstiger als Atomenergie, mögliche Umwelt- und Gesundheitsschäden nicht eingerechnet. Für die Zukunft wurde in einer Prognos-Studie festgestellt, dass Strom in neuen Windkraft- und Solaranlagen künftig um 50 % günstiger hergestellt werden können als in Atomkraftwerken (Referenz war auch hier Hinkley Point).[8] Stilllegungs- und Entsorgungskosten wurden in dem Artikel nicht angesprochen.

Was die Grundlastfähigkeit betrifft, hatte sich schon 2012 herausgestellt, dass der Beitrag erneuerbarer Energien relativ stabil war. "Wind- und Sonnenenergie ergänzen sich ganz gut. Erstere liefert eher in der dunklen Jahreszeit, während viel Sonnenschein meist mit eher windarmem Wetter einhergeht." Die Erneuerbaren Energien haben also eine wesentlich bessere Grundlastfähigkeit, als vermutet.[9]

Dies zeigte auch ein Test des Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), bei dem Windparks, Solaranlagen und Biogaskraftwerke aus verschiedenen Bundesländern zu einem Kombikraftwerk zusammengeschlossen wurden: Mit erneuerbaren Energien konnten Frequenz und Spannung im Netz stabil gehalten werden.[10]

Kosteneinsparung und Arbeitsmarkteffekte

Nach Recherchen des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) wird sich Deutschland aufgrund des Atomausstiegs 82 Mrd. Euro Kosten für Neu- oder Ersatzbau von Atomkraftwerken sparen. Weltweit werden die aufgrund veralteter Atomkraftwerke erforderlichen Investitionen auf 1,1 Billionen Euro bis 2030 geschätzt.[11]

Auch auf dem Arbeitsmarkt und in der Bildung soll der Umstieg auf erneuerbare Energien positive Effekte zeigen: Bis 2020 sollen 470.000 bis 600.000 Menschen im Bereich erneuerbarer Energien beschäftigt sein. Die Universitäten richten aus diesem Grund Studiengänge ein, die auf erneuerbare Energien ausgerichtet sind.[12]

Weiter großes Potenzial in Deutschland und international

Nach einem Szenario eines Forschungsverbands energiewirtschaftlicher Institute aus dem Jahre 2010, das die Bundesregierung in Auftrag gab, könnte bis 2050 in Deutschland ein 100-prozentiger Umstieg auf erneuerbare Energien verwirklicht werden.[13] → fvee.de: Energiekonzept 2050 vom Juni 2010

Auch das internationale Potenzial der erneuerbaren Energien ist enorm: Nach einem Bericht des Weltklimarats "IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change)" könnte deren Anteil von 13 % im Jahr 2011 bis auf 77 % im Jahre 2050 ansteigen, wenn die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden.[14]

2016 entfielen nach Angaben der Internationalen Energieagentur zwei Drittel der Investitionen in Kraftwerke auf die erneuerbaren Energien, insbesondere auf Solarkraftwerke.[15]

Fernsehbeiträge

  • Expedition Energiewende - Deutschlands einsame Revolution
    "Die Politik führt einen Kampf um die Zukunft des deutschen Energiemarkts. Etablierte Energiekonzerne verlieren Umsätze durch die vermehrte Gewinnung erneuerbarer Energien und Lobbyisten streuen Fehlinformationen, um diese Erfolge zu bremsen. "Experiment Energiewende" ist ein investigativer Dokumentarfilm über die Hintergründe und Fallstricke des ambitioniertesten Industrieprojekts seit dem Zweiten Weltkrieg."[16]
Experiment Energiewende,- Deutschlands einsame Revolution01:13:07

Experiment Energiewende,- Deutschlands einsame Revolution

arte, vom 3. September 2013

  • Der Kampf um die Energiewende
    "Die Energiewende benötigt hochflexible moderne Gaskraftwerke - stattdessen laufen alte unflexible Braunkohlekraftwerke weiter und stehen der Energiewende im Weg. Die Stadtwerke Leipzig wollen ein modernes Kraftwerk bauen. Doch die Investition lohnt sich nicht. Es fehlen klare Entscheidungen der Politik."[17]
Neue Energien 1 2 ('Unter Strom' ZDFzoom 20.614:24

Neue Energien 1 2 ('Unter Strom' ZDFzoom 20.6.2012)

  • "Der Energiewirtschafts-Experte Prof. Uwe Leprich zeigt, wie sich gerade die energieintensive Industrie Privilegien in Milliardenhöhe gesichert hat. Dank großer Schlupflöcher in den Gesetzen zahlen viele stromintensive Unternehmen fast nichts für die Energiewende."[17]
Neue Energien 2 2 ('Unter Strom' ZDFzoom 20.614:50

Neue Energien 2 2 ('Unter Strom' ZDFzoom 20.6.2012)

  • Wie Stromriesen die Energiewende sabotieren
    "15 Milliarden Euro Schadenersatz fordern die großen Stromkonzerne wegen des Atomausstiegs. Und nicht nur das - die großen Vier blockieren, wo sie nur können. Die Verzögerungstaktik folgt einem Profitziel."[18]
Blockade Wie die Stromriesen die Energiewende sabotieren05:03

Blockade Wie die Stromriesen die Energiewende sabotieren

BR, quer vom 14. Juni 2012

  • Wie die Bundesregierung sauberen Strom aus Norwegen blockiert
    "Norwegen könnte mit Strom aus Wasserkraft 60 europäische Atomkraftwerke ersetzen. Mehrere Firmen wollen ein erstes Kabel von Norwegen nach Deutschland verlegen, das Projekt NORGER. So könnte sauberer und billiger Strom (1.400 MW) in beide Richtungen fließen: Überschüssige deutsche Windkraft ließe sich in norwegischen Pumpspeicherkraftwerken speichern und bei Bedarf nach Deutschland zurückholen. (...) Der Bundesverband Windenergie sieht NORGER durch die Bundesregierung blockiert."[19]
Wasserkraft aus Norwegen jahrelang blockiert - Atom Lobby stellt sich taub06:28

Wasserkraft aus Norwegen jahrelang blockiert - Atom Lobby stellt sich taub

Report Mainz vom 20. September 2010



(Letzte Änderung: 31.10.2017)

Einzelnachweise

  1. BMWi Zeitreihen zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland Stand: Februar 2017
  2. Fraunhofer ISE: Stromerzeugung in Deutschland - Erneuerbare Energien erreichten 2015 einen Anteil von rund 35% vom 11. Januar 2016
  3. Agora Energiewende: 2015 war Rekordjahr für Erneuerbare Energien, Stromerzeugung und Stromexport vom 7. Januar 2016
  4. BMWi Zeitreihen zur Entwicklung der erneuerbaren in Deutschland Stand: Februar 2017
  5. stromauskunft.de: Weltweiter Energiewende-Index: Deutschland auf Platz vier vom 2. Januar 2014
  6. Deutsche Welle: Deutschland verliert Vorbildrolle vom 3. April 2014
  7. heise.de: Studie belegt Wirtschaftlichkeit der Erneuerbaren Energien vom 15. Mai 2012
  8. FR Online: Sonne schlägt Atom vom 5. Mai 2014
  9. heise online: Strom-Export größer denn je vom 30. Oktober 2012
  10. Süddeutsche.de: Grüne Kraftwerke können Blackouts verhindern vom 31. Oktober 2013
  11. IWR.de: Kernkraftwerke werden älter – Ersatz kostet weltweit über eine Billion Euro bis 2030 vom 19. Oktober 2012
  12. Zeit Online: Neue Studiengänge - Der Wind steht günstig vom 21. April 2013
  13. Sascha Adamek: Die Atomlüge. Heyne, München 2011, S. 166.
  14. Focus Online: IPCC-Report - 77 Prozent erneuerbare Energien möglich vom 9. Mai 2011
  15. Welt Online: Öko-Energien hängen die fossilen Brennstoffe ab vom 4. Oktober 2017
  16. programm.ard.de Expedition Energiewende - Deutschlands einsame Revolution vom 7. September 2013
  17. 17,0 17,1 presseportal.de "Unter Strom": ZDFzoom-Doku über den "Kampf um die Energiewende" vom 18. Juni 2012
  18. br.de Blockade - Wie Stromriesen die Energiewende sabotieren vom 14. Juni 2012
  19. swr.de Ökostrom in der Sackgasse - Wie die Bundesregierung sauberen Strom aus Norwegen blockiert vom 20. September 2010

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