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Die Energiewende > Exportüberschüsse

Exportüberschüsse seit 2003

2012 strommasten 110 220 380kV himberg

Nach dem Ausstiegsbeschluss wurde von Atomwirtschaft und -lobby behauptet, Deutschland würde durch den Atomausstieg zum Nettoimporteur, wäre also gezwungen, mehr Strom zu importieren als es exportieren könne. Diese Behauptungen haben sich als falsch erwiesen.

Laut statista erzielt Deutschland seit 2003 durchgehend Exportüberschüsse und stellt dabei seit 2012 jährlich jeweils neue Allzeitrekorde auf. Der Exportüberschuss lag 2012 bei 23,1, 2013 bei 33,8, 2014 bei 35,6 und 2015 sogar bei 50,1 Terawattstunden.[1] Die Stilllegung des AKW Grafenrheinfeld im Jahr 2015 änderte nichts am allgemeinen Trend.

2011

Schon im September 2011 hatte sich herausgestellt, dass Deutschland auch nach der Abschaltung von acht Reaktoren mehr Strom exportierte als importierte.[2] Der Exportüberschuss lag bei 6,3 Terawattstunden gegenüber 17,7 im Jahr 2010. 2011 war das letzte Jahr, in dem kein neuer Rekord gegenüber den Vorjahren zu verzeichnen war.[1]

Zwar war die Lage bei den Hochspannungsnetzen gelegentlich angespannt. Im Winter jedoch produzierte Deutschland so viel Solarstrom, dass es seinen Nachbarländern inklusive Frankreich mit Strom aushelfen konnte. Zeitweise lieferten deutsche Solarzellen 11.000 Megawatt, also so viel Strom wie neun Atomkraftwerke.[3]

2012

2012 stieg der Exportüberschuss auf 23,1 Terawattstunden und vervierfachte sich damit fast gegenüber dem Vorjahr. Ein solcher Überschuss war seit Beginn der Statistik 1990 nie erzielt worden.[1]

Stromüberschüsse gab es auch in den angeblich so problematischen Wintermonaten. Außerdem blieb der Beitrag erneuerbarer Energien über das Jahr 2012 relativ stabil. "Wind- und Sonnenenergie ergänzen sich ganz gut. Erstere liefert eher in der dunklen Jahreszeit, während viel Sonnenschein meist mit eher windarmem Wetter einhergeht." Die erneuerbaren Energien haben also eine wesentlich bessere Grundlastfähigkeit, als vermutet.[4]

Die Überschüsse betrafen vor allem die Niederlande, Österreich und die Schweiz.[5] Nach Angaben des französischen Netzbetreibers RTE exportierte Deutschland 2012 aber auch jeden Monat mehr Energie nach Frankreich als umgekehrt.[6]

2013

Frontal21 Sendung vom 545:17

Frontal21 Sendung vom 5. August 2014

Min. 19:00-21:28

2013 erhöhte sich der Exportüberschuss deutlich auf 33,8 Terawattstunden,[1] so viel Energie, wie drei große Atomkraftwerke erzeugen.[7] Deutschland exportierte Strom im Wert von 3,76 Mrd. Euro und importierte im Wert von 1,81 Mrd. Euro. Damit lag der Gewinn bei 1,95 Mrd. Euro netto, der höchste, er je erzielt wurde.[8]

2014

2014 wurde mit 35,6 Terawattstunden Exportüberschuss wieder ein neuer Rekord erzielt.[1]

2015

2015 stieg der Exportüberschuss sogar auf 50,1 Terawattstunden, ein Verdreifachung gegenüber 2010, bevor die Energiewende infolge der Fukushima-Katastrophe eingeleitet wurde.[1]

Eine Analyse des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme ergab, "dass Strom, der ins Ausland verkauft wird, im Durchschnitt teurer ist, als Strom der aus dem Ausland eingekauft wird." Die Behauptung, überschüssiger Strom sei verloren oder würde an das Ausland verschenkt, sei damit widerlegt.[9]

(Letzte Änderung: 16.08.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 statista.de: Stromaustauschsaldo Deutschlands in den Jahren 1990 bis 2015 (in Terawattstunden) abgerufen am 20. Juli 2016
  2. Focus Online: Mehr Strom exportiert als importiert vom 20. September 2011
  3. Süddeutsche.de: Trotz Kälte genug Strom - Die ausgefallene Katastrophe vom 13. Februar 2012
  4. heise online: Strom-Export größer denn je vom 30. Oktober 2012
  5. Spiegel Online: Trotz Atomausstiegs: Deutscher Strom wird zum Exportschlager vom 2. April 2013
  6. Süddeutsche.de: Energiewende paradox vom 26. Januar 2013
  7. Badische Zeitung: Mehr Strom aus Deutschland fließt über die Grenzen vom 2. November 2013
  8. finanznachrichten.de: Neue Zahlen: Deutschland erzielt Rekord-Einnahmen durch Stromexport vom 17. Juli 2014
  9. br.de: Deutschland verdient an überschüssiger Energie vom 22. Oktober 2015 (via WayBack)

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