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Versicherbarkeit von Atomkraftwerken > Fazit

Atomkraftwerke praktisch unversicherbar

Sowohl Studien wie auch die Erfahrungen mit Tschernobyl und Fukushima belegen, dass weder die durch das Atomgesetz festgelegte Deckungsvorsorge von 2,5 Milliarden noch das Vermögen des Energieversorgers in der Lage ist, die wahren Kosten eines GAUs zu decken. Letztendlich muss also der Staat für die Kosten aufkommen. Bei angemessener Würdigung dieser Fakten ist die Schlussfolgerung unausweichlich, dass AKW chronisch und substanziell unterversichert sind.[1]

Dem ist hinzuzufügen, dass weder eine Versicherung noch ein Pool mögliche Schäden von mehr als 6 Billionen Euro bei einem GAU abdecken könnte.

Subventionierung auf Kosten der Steuerzahler

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Entgegen bewährter Rechtsprinzipien werden ausgerechnet der Technologie mit der mit Abstand größten Schadenhöhe einmalige Haftungsprivilegien eingeräumt. Dafür sparen die AKW-Betreiber Milliarden Euro im Jahr ein. Das ist eine versteckte Subventionierung des Energieerzeugeroligopols auf Kosten der normalen Bürger, denn diese werden bei einem GAU den Hauptteil der Kosten tragen müssen. Oder mit anderen Worten: Wieder einmal werden Gewinne privatisiert (hier durch die Großindustrie), Kosten aber sozialisiert, d. h. auf die Allgemeinheit abgewälzt.[2] Der Grund: Atomkraft war (und ist?) politisch gewollt. Ohne Haftungsprivileg wären niemals AKW gebaut worden[3], denn die möglichen Schadenkosten eines GAUs sind so gewaltig, dass sich die Atomindustrie keine adäquaten Versicherungsprämien leisten könnte.

→ Atomkraftwerkeplag: Subventionierung von Atomkraft

Ansatz für schnelleren und nachhaltigeren Atomausstieg

Eine Haftpflichtversicherung, die tatsächlich die Schadensummen eines maximal möglichen Atomunfalls vollumfänglich und ohne künstliche Haftungshöchstgrenzen absichert – und sinnvoller Weise nur beim Staat erfolgen kann –, hätte Versicherungsbeiträge von etwa 72 Milliarden Euro pro Jahr und AKW zur Folge. Dies würde die Kosten des Atomstroms verzwanzigfachen.[4] Damit wäre Atomstrom unrentabel und könnte nicht mehr verkauft werden. Derartige Rahmenbedingungen würden die AKW-Betreiber veranlassen, von sich aus schnellstmöglich auszusteigen und Atomkraftwerke sofort abzuschalten.

Allgemeiner formuliert:

Wäre Atomkraft gezwungen, sich üblichen Rahmenbedingungen der Marktwirtschaft auszusetzen,
so würde es sie nicht geben!


Zu exakt diesem Ergebnis kommt eine Studie aus den USA aus dem Jahr 2012:

"Mark Cooper, Ph.D. (Senior Fellow for Economic Analysis, Institute for Energy and the Environment, Vermont Law School) veroeffentlicht die Studie "Nuclear Safety and Nuclear Economics" (March 27-28, 2012). Bei vollstaendiger Haftung der Betreiber bzw. Wettbewerb frei von Subventionen haette niemand Atomkraftwerke gebaut, wuerde heute niemand Atomkraftwerke bauen und jeder der Atomkraftwerke besitzt, wuerde so schnell wie moeglich aus dem Geschaeft aussteigen."[3][5]


(Letzte Änderung: 24.08.2017)

Einzelnachweise

  1. dradio.de: Ohne Netz vom 11. Mai 2011
  2. Zeit Online: Japan sucht nach neuer Energiepolitik – mit Atomkraft vom 9. Januar 2012
  3. 3,0 3,1 dasgelbeforum.de.org: Neue US-Studie: Bei marktueblicher Haftung ist Atomenergie unrentabel vom 30. März 2012
  4. manager magazin: Risiko Atomkraft - Die teuerste Haftpflichtpolice der Welt vom 11. Mai 2011
  5. vermontlaw.edu: NUCLEAR SAFETY AND NUCLEAR ECONOMICS, FUKUSHIMA REIGNITES THE NEVER-ENDING DEBATE vom 27./28. März 2012 (via Wayback)

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