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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Japan > Fukushima Daiichi (Japan)

6 Siedewasserreaktoren • Typ: BWR-3/BWR-4/BWR-4/BWR-4/BWR-4/BWR-5 •
Leistung: 460 MW/784 MW/784 MW/784 MW/784 MW/1.100 MW •
Hersteller: GE/GE-Toshiba/Toshiba/Hitachi/Toshiba/GE-Toshiba •
Baubeginn: 1967/1969/1970/1973/1972/1973 •
Inbetriebnahme: 1970/1973/1974/1978/1977/1979 • [1][2]
Stillegung nach GAU: 2011 (Reaktoren 1-4); 2013 (Reaktoren 5-6)


Sechs Siedewasserreaktoren

Fukushima 1 Nuclear Power Plant 02.jpg

Fukushima Daiichi 1999

Der Standort Fukushima-Daiichi befindet sich an der Nordostküste Japans bei der Gemeinde Ōkuma, südöstlich von Futuba in der Präfektur Fukushima.[3]

Die Anlage wird auch Fukushima I genannt und liegt ungefähr 12 Kilometer nördlich des zweiten Komplexes Fukushima Daini.[4] In Fukushima Daiichi wurden ab 1970/1973/1974/1978/1977/1979 sechs Siedewasserreaktoren mit einer Leistung von 460 MW (Reaktor 1), je 784 MW (Reaktoren 2-5) und 1.100 MW (Reaktor 6) betrieben. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist die Tokyo Electric Power Co. (TEPCO).[1] Hersteller waren General Electric (Einheit 1), GE-Toshiba (Einheiten 2 und 6), Toshiba (Einheiten 3 und 5) sowie Hitachi (Einheit 4).[2]

1999 hatte TEPCO noch eine 60jährige Betriebsdauer der Reaktoren angestrebt.[5] Im März 2011 wurden die Reaktoren 1-4 jedoch bei einem katastrophalen Atomunfall (GAU) völlig zerstört bzw. stark beschädigt. Am 30. Mai 2011 kündigte TEPCO die endgültige Stilllegung dieser Einheiten an. Pläne für den Bau zweier zusätzlicher Siedewasserreaktoren Fukushima-Daiichi-7 und -8 mit je 1.380 MW Leistung, die 2014 bzw. 2015 in den kommerziellen Betrieb hätten gehen sollen, wurden wegen fehlender Akzeptanz in der Bevölkerung fallengelassen.[6][7]

Die Reaktoren 5 und 6 wurden am 17. Dezember 2013 offiziell abgeschaltet und stillgelegt.[1]

Störfälle und GAU

Fukushima I reactor units 3 and 4 by Digital Globe.jpg

Reaktoren 3 und 4 nach dem GAU von März 2011

Bereits vor dem GAU hatten sich diverse Zwischenfälle, verbunden mit Vertuschungsversuchen durch TEPCO, ereignet: Reaktorbehälterrisse, deren Anzahl man in Inspektionslisten fälschte (1980er und 1990er Jahre); Leckagen in den Jahren 1991/1992, die man durch das Einpumpen von Luft zu verringern suchte; Löcher in Brennstäben (1994, 1997, 2000); Risse in Wasserrohren (2002); Austritt von radioaktivem Dampf (22. Mai 2006).[8][9]

2007 wurde eingeräumt, dass es in Reaktor 3 sechs Notabschaltungen und eine "kritische" Reaktion mit einer Dauer von sieben Stunden gegeben habe.[10]

Am 25. Mai 2008 wurde der Reaktor 5 wegen eines Dampflecks abgeschaltet, ein Vorfall, der mit der INES-Stufe 1 klassifiziert wurde.[11]

Detaillierte Informationen zu Hergang und Folgen des GAU von Fukushima Daiichi im März 2011 sowie umfangreiche Materialien dazu finden sich unter → AtomkraftwerkePlag: Die Fukushima-Katastrophe.

Eine Auflistung von meldepflichtigen Ereignissen in den Jahren 1994 bis 2013 findet man bei der Aufsichtsbehörde NRA.[12]

Im Januar 2015 wurde gemeldet, dass sich in Fukushima Daiichi die Anzahl der Unfälle beim Stilllegungspersonal in den letzten zwölf Monaten auf 55 verdoppelte. Am 20. Januar 2015 kam in Fukushima Daiichi ein Arbeiter ums Leben, in Fukushima Daini am selben Tag ein zweiter.[13]

Fünf Jahrzehnte Stilllegung

Nach einer ersten Einschätzung eines Beratergremiums der japanischen Regierung von 2011 sollte die Stilllegung von Fukushima Daiichi einen Zeitraum von mindestens 30 Jahren in Anspruch nehmen.[14] Nach einem Stilllegungsplan von 2013 wird der Zeitraum für Stilllegung und Rückbau auf 42 bis 52 Jahre geschätzt.[15]

Die radioaktiven Abfälle sollen in Zwischenlagern in der Präfektur Fukushima deponiert werden.[16]

Am 20. Dezember 2014 wurde gemeldet, dass über 1.500 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Einheit 4 entfernt wurden und damit die Bergung beendet wäre. Es sollen nun die Brennelemente in den Abklingbecken der explodierten Einheiten 1, 2 und 3 entsorgt werden, bevor die Bergung der geschmolzenen Brennelemente angegangen wird.[17]

Weitere Links

→ TEPCO: Nuclear / TEPCO-Power Plants (Informationen des Betreibers)
→ TEPCO: Decommissioning Plan of Fukushima Daiichi Nuclear Power

(Letzte Änderung: 20.04.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 IAEO: PRIS - Country Statistics/Japan abgerufen am 21. März 2015
  2. 2,0 2,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. WNA Reactor Database: Fukushima Daiichi 1, Japan abgerufen am 9. april 2016
  4. taz.de: Havarie an Japans Akws Fukushima I + II - Kühlung von 6 Reaktoren ausgefallen vom 13. März 2011
  5. nuklearforum.ch: Japan: 60 KKW-Betriebsjahre angestrebt vom 8. Februar 1999
  6. nuklearforum.ch: Japan: Fukushima-Daiichi-1–4 offiziell stillgelegt vom 31. Mai 2011
  7. IAEO PRIS: FUKUSHIMA-DAIICHI-7 und FUKUSHIMA-DAIICHI-8 abgerufen am 12. Juni 2016 (via WayBack)
  8. Spiegel Online: Fukushima-Betreiber: Wie Atomgigant Tepco Pannen in Serie vertuschte vom 22. März 2011
  9. news.xinhuanet.com: Backgrounder: Major nuclear leakage accidents in Japan vom 12. März 2011
  10. Bloomberg: Japan Disaster Caps Decades of Faked Reports, Accidents vom 18. März 2011 (via WayBack)
  11. www2.jnes.go.jp: Deviation from the Limiting Conditions for Operation of Unit-5 vom 27. Mai 2008 (via WayBack)
  12. NRA: Fukushima Daiichi Nuclear Power Station abgerufen am 18. April 2015 (via WayBack)
  13. International Business Information: Accidents At Fukushima Daiichi, Daini Nuclear Power Plants Kill Two Workers vom 20. Januar 2015
  14. nuklearforum.ch: Japan: Fukushima-Daiichi-Stilllegung dauert mindestens 30 Jahre vom 11. November 2011
  15. nuklearforum.ch: Beschleunigter Stilllegungsplan für Fukushima vom 18. Juli 2013
  16. nuklearforum.ch: Fukushima-Gouverneur genehmigt Zwischenlager-Pläne vom 11. September 2014
  17. n-tv.de: Aufräumen im Fukushima-AKW - Brennstäbe werden aus Reaktor entfernt vom 20. Dezember 2014

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