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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Japan > Genkai (Japan)

4 Druckwasserreaktoren • Leistung: 559 MW/559 MW/1.180 MW/1.180 MW • Hersteller: MHI •
Typ: M (2-loop)/M (2-loop)/M (4-loop)/ M (4-loop) • Baubeginn: 1971/1977/1988/1992 •
Inbetriebnahme: 1975/1980/1993/1996 • [1][2] Abschaltung: 2015/offen/offen/offen


Stilllegung von Genkai-1

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AKW Genkai (Japan)

Der Standort Genkai befindet sich im Südwesten Japans bei der gleichnamigen Stadt, nordwestlich von Karatsu in der Präfektur Saga.[3]

Ab 1975/1980/1993/1996 wurden in Genkai vier Druckwasserreaktoren mit einer Leistung von je 559 MW (Genkai-1 und -2) und je 1.180 MW (Genkai-3 und -4) betrieben. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist die Kyushu Electric Power Co., [1] Hersteller war die Mitsubishi Heavy Industries Ltd. (MHI)[2]

Genkai-3 wurde 2010, Genkai-1, -2 und -4 wurden 2011 nach der Fukushima-Katastrophe abgeschaltet. Genkai-4 wurde am 2. November 2011 noch einmal kurzzeitig hochgefahren, aber im Dezember 2011 wegen Inspektionen wieder außer Betrieb genommen. Alle vier Reaktoren haben seitdem keinen Strom mehr produziert. [4][5]

Am 9. November 2009 waren in Genkai-3 zum ersten Mal Mischoxide (MOX) als Brennstoff für den kommerziellen Betrieb eingesetzt worden.[6]

Am 18. März 2015 wurde die endgültige Stilllegung von Genkai-1 angekündigt,[7] die offiziell am 27. April erfolgte.[1] Der Stilllegungsplan wurde am 19. April 2017 von der Nuclear Regulation Authority (NRA) genehmigt; es soll 30 Jahre dauern, bis der Rückbau der Einheit abgeschlossen ist.[8]

Störfälle

Nachdem Meerwasser aus einem Kondensator in Einheit 1 freigesetzt worden war, musste die Leistung des AKWs am 18. Juli 1999 um die Hälfte reduziert werden; Ursache war ein Leck in einem Rohr. Im März 1997 war am gleichen Kondensator schon einmal ein kleiner Riss entdeckt worden.[9]

Am 4. Oktober 2011 musste Reaktor 4 wegen eines Schadens im Kühlsystems abgeschaltet werden.[10]

Am 9. Dezember 2011 traten wegen eines Pumpenschadens 1,8 Tonnen radioaktiven Wassers aus dem Kühlsystem aus; nach Angaben des Betreibers konnte das Wasser aufgefangen werden.[11]

Die japanische Atomaufsichtsbehörde NRA listet diese und andere Vorfälle aus den Jahren 1997 bis 2011 auf, von denen jedoch keine die INES-Stufe 1 erreichten.[12] Beim letzten Unfall der Stufe 1 wurde am 27. März 2012 radioaktive Kontamination außerhalb der strahlenkontrollierten Zonen der Einheiten 3 und 4 entdeckt.[13]

Manipulationsversuche und Bußgelder

Im Juni 2011 veranstaltete das japanische Industrieministerium im Auftrag des Betreibers eine Fragestunde zur Sicherheit und Wiederinbetriebnahme des AKW nach der Fukushima-Katastrophe. Der Betreiber wurde danach der Manipulation überführt, weil er seine Mitarbeiter anwies, möglichst viele positive E-Mails während der Sendung zu schreiben. Der Vorfall zog große Empörung in der Öffentlichkeit und Bußgelder für den Gouverneur, den Direktor des Betreibers und dessen Stellvertreter nach sich. "Mit dem E-Mail-Skandal ist zum ersten Mal bekannt geworden, dass Politiker und Energieversorger auch nach dem Unfall von Fukushima noch versuchten, die öffentliche Meinung zu manipulieren."[14]

Widerstand gegen Wiederinbetriebnahme von Genkai-3 und -4

Japan's Kyushu Power Co Wants To Restart Genkai Nuclear Plant01:09

Japan's Kyushu Power Co Wants To Restart Genkai Nuclear Plant

(Hochgeladen in YouTube am 12. Juli 2013)

Am 12. Juli 2013 reichte der Betreiber einen Antrag bei der NRA für die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren Genkai-3 und 4 ein.[15]

In Genkai-3 plant der Betreiber nach der Wiederinbetriebnahme den erneueten Einsatz von MOX-Brennelementen, gegen den es in der Stadt Saga zu Widerständen kommt. Eine entsprechende Klage wurde im März 2015 vom zuständigen Gericht abgewiesen.[16]

Weitere Links

→ Kyushu Electric Power Co.: Decommissioning of the Genkai Nuclear Power Unit No. 1 vom 18. März 2015
Kyushu Electric Power Co. (Homepage des Betreibers)

(Letzte Änderung: 21.04.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 IAEO: PRIS - Country Statistics/Japan abgerufen am 20. März 2015
  2. 2,0 2,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. WNA Reactor Database: Genkai 1, Japan abgerufen am 9. April 2016
  4. JAIF: Earthquake Report Nr. 253 vom 2. November 2011 (via WayBack)
  5. CNIC: Nuclear Power Plants Operational Status vom 26. August 2011
  6. nuklearforum.ch: Japan: erster kommerzieller Mox-Einsatz vom 15. November 2009
  7. world nuclear news: Japan retires more reactors as restarts approach vom 18. März 2015
  8. world nuclear news: Decommissioning plans approved for five Japanese units vom 19. April 2017
  9. Spiegel Online: Japan: Neuer Zwischenfall in Atomreaktor vom 19. Juli 1999
  10. sputniknews.com. Zwischenfall in japanischem AKW: Reaktor abgeschaltet vom 4. Oktober 2011
  11. n24.de: Radioaktives Wasser in Akw Genkai in Südjapan entwichen vom 10. Dezember 2011
  12. NRA: Genkai Nuclear Power Station abgerufen am 10. April 2015 (via WayBack)
  13. NRA: Confirmation of radioactive contamination outside the radiation controlled areas vom 27. März 2012 (via WayBack)
  14. ncc.ch: E-Mails für die Kernkraft - Japanischer Energiekonzern der Manipulation überführt vom 20. Oktober 2011
  15. nuklearforum.ch: Japan: Anträge für KKW-Wiederinbetriebnahme eingereicht vom 17. Juli 2013
  16. Japan Times: Lawsuit targeting Genkai nuclear plant’s MOX plan rejected vom 20. März 2015

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