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Entsorgungsunternehmen > Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS)

Geschichte

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Die Gesellschaft für Nuklear-Service mbH (GNS) befindet sich zu 100 % im Besitz der vier großen Atomkonzerne: E.ON (48 %), RWE Power (28 %), Vattenfall Europe (5,5 %) und schließlich SNE (18,5 %), die ihrerseits EnBW und E.ON gehört.[1]

Nach dem Skandal um das Hanauer Unternehmen Transnuklear sollte die GNS laut einer "Kleinen Anfrage" an den Bundestag eine zentrale Rolle in der vom damaligen Umweltminister Töpfer 1988 angekündigten Neuordnung der Atomwirtschaft spielen und das "Monopol zur Konditionierung von schwach- und mittelaktivem Atommüll" erhalten.[2]

Die Bundesregierung erklärte allerdings in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage, dass mit der am 30. September 1988 gegründeten GNS kein "Monopolbetrieb" geplant gewesen sei. Die GNS sollte zwar das zentrale Unternehmen zur Konditionierung von Atommüll aus Atomkraftwerken werden, die Landessammelstellen und die Forschungsanlagen würden jedoch weiterhin Konditionierungsarbeiten in ihrem Bereich durchführen.[3]

Auf seiner Homepage definiert das Unternehmen sein Aufgabenspektrum wie folgt: "In Deutschland ist GNS als Kompetenzzentrum der vier großen Energieversorger mit der kompletten Entsorgung der Reststoffe und Abfälle aus den deutschen Kernkraftwerken bis hin zur Vorbereitung auf die Endlagerung betraut. Über diese verantwortungsvolle Aufgabe hinaus bietet GNS auch international erfolgreich ihre Produkte und Dienstleistungen zur Entsorgung von Kernkraftwerken an."[4]

Die GNS ist Mitglied bei den Atomlobby-Organisationen Deutsches Atomforum (DAtF), Kerntechnische Gesellschaft (KTG) und Wirtschaftsverband Kernbrennstoff-Kreislauf und Kerntechnik (WKK).[5]

Zur GNS-Gruppe gehört auch die Wissenschaftlich-Technische Ingenieurberatung GmbH (WTI) in Jülich, ein auf Atomkraft spezialisiertes Ingenieurunternehmen, das seit mehr als 35 Jahren Planungs- und Ingenieursleistungen erbringt.[6]

Nachdem der deutsche Staat die Verantwortung für die Zwischen- und Endlagerung von den vier großen Atomkonzernen übernommen hat, sollen 70 GNS-Beschäftigte in die am 1. März 2017 durch die GNS gegründete Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) wechseln.[7]

→ GNS: Standorte

Hersteller von Nuklearbehältern

Castor Transport im Bahnhof SBB @ Basel.jpg

CASTOR-Transport

Die GNS ist Hersteller für Nuklearbehälter (CASTOR, CONSTOR und POLLUX) und bezeichnet sich als "weltweit einer der erfahrensten Entwickler und Hersteller von Nuklear-Behältern".[8]

Der Bedarf an Castorbehältern hat sich seit Beginn der Energiewende bei der GNS verdoppelt.[9]

Die GNS hält außerdem 100 % an der Acta Technologien GmbH, zu deren Geschäftsfeldern unter anderem die "Erstellung von Bedienungsanleitungen, Prüfvorschriften und Arbeitsanweisungen für den Einsatz neuer Transport- und Lagerbehälter" gehört.[10]

Castoren

Atommülllager

Die GNS ist Betreiber des Atommüllzwischenlagers sowie der Castorhalle Gorleben[11] und hat jeweils 100 % Anteile an der Brennelementlager Gorleben GmbH und der Brennelement-Zwischenlager Ahaus GmbH.[12]

Das Unternehmen und seine Eigentümer, die Atomkonzerne, werden noch Jahrzehnte an der Entsorgung mitverdienen, nicht nur aufgrund des Atomausstiegs, sondern auch, weil die GNS 75 % Anteile an der DBE besitzt, die wiederum Betreiberin des geplanten Endlagers Schacht Konrad ist.[13][12]

Konditionierungsanlagen

Darüber hinaus betreibt die GNS in Duisburg-Wanheim eine Konditionierungsanlage für schwach- und mittelradioaktive Stoffe, die zerkleinert, konditioniert und für die Endlagerung vorbereitet werden.[14]

Die GNS arbeitet im Bereich "Emmissionsschutzanforderungen bei der Verbrennung" eng mit den Betreiber der Verbrennungsanlagen zusammen, übernimmt deren radioaktive Asche und konditioniert diese so, dass sie endlagerfähig ist.[15]

Im Dezember 2013 kündigte die GNS an, die Betriebsstätte Duisburg, in der das Unternehmen seit 1985 schwach- und mittelradioaktiven Atommüll von deutschen AKW verarbeitet und verpackt, aufgeben zu wollen. Als Gründe werden der Rückgang der Abfälle wegen des Atomausstiegs und der Aufbau anderer Verarbeitungskapazitäten an AKW-Standorten genannt.[16] Die Schließung des Standortes soll aber erst spätestens 2025 stattfinden.[17]

Weitere Links

→ Wikipedia: Gesellschaft für Nuklear-Service
→ NRZ: Neue Offenheit ausstrahlen vom 28. Juli 2011

(Letzte Änderung: 10.05.2017)

Einzelnachweise

  1. GNS: Gesellschafter abgerufen am 16. Juni 2015
  2. Deutscher Bundestag: Die Rolle der Gesellschaft für Nuklear-Service mbH (GNS) im Rahmen der Konditionierung und Lagerung von Atommüll und der "Neuordnung der Atomwirtschaft" in der Bundesrepublik Deutschland (Drucksache 11/5458) vom 25. Oktober 1989
  3. Deutscher Bundestag: Die Rolle der Gesellschaft für Nuklear-Service mbH (GNS) im Rahmen der Konditionierung und Lagerung von Atommüll und der "Neuordnung der Atomwirtschaft" in der Bundesrepublik Deutschland (Drucksache 11/6172) vom 27. Dezember 1989
  4. GNS: Nukleare Entsorgung aus einer Hand abgerufen am 16. Juni 2015
  5. Weserkurier: Absprachen beim Endlagerbau vom 21. Dezember 2013
  6. WTI: Das Ingenieurunternehmen der GNS-Gruppe abgerufen am 10. August 2015
  7. Westfälische Rundschau: Bund übernimmt Essener Experten für Atom-Zwischenlager vom 8. Mai 2017
  8. GNS: Behälter abgerufen am 16. Juni 2015
  9. Deutsche Welle: Castor-Behälter haben Konjunktur vom 29. Juli 2013
  10. GNS: Alzenau - Acta abgerufen am 16. Juni 2015
  11. taz.de: Atomanlage in Gorleben - Radioaktive Drehscheibe schürt Angst vom 18. Mai 2012
  12. 12,0 12,1 GNS: Imagebroschüre (deutsch) abgerufen am 11. Januar 2013
  13. heise.de: Betreiber verdienen kräftig mit vom 12. Mai 2010
  14. RP Online: GNS: Atomgegner planen Protest vom 1. Juli 2013
  15. GNS: Konditionierung abgerufen am 4. Mai 2015
  16. GNS: GNS plant Rückzug aus Duisburg vom 12. Dezember 2013 (via WayBack)
  17. WAZ: Duisburg will Aufbereitung von Atommüll bis 2025 schließen vom 15. Dezember 2013

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