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Atomenergie in Europa > Frankreich > Gravelines (Frankreich)

6 Druckwasserreaktoren • Leistung: 951 MW/951 MW/951 MW/951 MW/951 MW/951 MW •
Typ: CP1/ CP1/CP1/CP1/CP1/CP1/ • Hersteller: Framatome •
Baubeginn: 1975/1975/1975/1976/1979/1979 • Inbetriebnahme: 1980/1980/1980/1981/1984/1985 •[1][2] Abschaltung: offen


AKW unweit der belgischen Grenze

Gravelines

AKW Gravelines (Frankreich)

Der Standort Gravelines liegt bei der gleichnamigen Stadt an der Nordspitze Frankreichs im Département Nord, zwischen Calais und Dunkerque (Dünkirchen), nahe der belgischen Grenze.[3]

In Gravelines erzeugen derzeit sechs Druckwasserreaktoren mit einer Leistung von je 951 MW Strom, die 1980 bis 1985 in Betrieb gegangen sind. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist die französische Gesellschaft Électricité de France (EDF).[1][4] Hersteller war Framatome (heute AREVA).[2]

Am 26. September 2016 stimmte die französische Autorité de sûreté nucléaire (ASN) zehn weiteren Betriebsjahren für die Einheit Gravlines-1 zu. Der Betreiber muss dazu Nachrüstungen durchführen und bis Ende 2017 abgeschlossen haben.[5]

Notfallübung und Risiken

Am 22. Mai 2001 fand in Gravelines eine internationale Notfallübung statt. Dabei ging man von einem Leck im primären Kühlsystem eines Reaktors und dem Austritt einer größeren Menge an Kühlwasser als Szenario aus.[6]

2011 kritisierte das französische Institut für Nuklearsicherheit (IRSN), die Betreiber hätten nicht genügend Rücksicht darauf genommen, dass sich in der Nähe der französischen AKW Gravelines, Saint-Alban und Tricastin gefährliche Fabriken befinden, in denen beispielsweise Chemikalien produziert werden.[7]

In einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie von 2013 schätzten die Verfasser, zwei Physikerinnen, das AKW Gravelines als besonders gefährlich ein: wegen der Materialalterung und weil plutoniumhaltige MOX-Brennelemente verwendet werden.[8]

Zwischenfälle und Störfälle

Am 5. September 2003 brach in einem Lager für Brennstäbe ein Feuer aus, das wahrscheinlich durch ein defektes Kabel verursacht wurde. Nach Angaben der Präfektur in Dunkerque konnte es schnell gelöscht werden.[9]

Am 11. August 2009 kam es zu einer nicht näher beschriebenen Störung bei einem Brennstofftransport in Gravelines-1.[10]

Laut einer Meldung vom 4. Januar 2012 entdeckte man bei Gravelines-1 während einer Untersuchung "Risse in einer Instrumentierungsdurchführung in der Bodenkalotte des Reaktordruckgefässes (...), die es erlauben, Instrumente von unten her in den Reaktorkern einzuführen." Der Reaktor wurde bis zum Abschluss der Reparatur heruntergefahren. Die französische Atomaufsicht ASN forderte, in allen Reaktoren der 900-MW- und 1300-MW-Baureihen Durchführungen jener Art zu kontrollieren.[11]

Am 5. März 2014 drangen Greenpeace-Aktivisten im Rahmen einer internationalen Aktion gegen ältere Atomkraftwerke auf das Gelände von Gravelines vor, wurden aber Minuten später festgenommen und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.[12]

Weitere Links

→ EDF: Centrale nucléaire de Gravelines (Homepage des Betreibers)

(Letzte Änderung: 17.04.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: PRIS - Country Statistics/France abgerufen am 24. Juni 2014
  2. 2,0 2,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. EDF: Carte des centrales nucléaires abgerufen am 23. September 2014
  4. EDF: Centrale nucléaire de Gravelines abgerufen am 24. Juni 2014
  5. nuklearforum.ch: Frankreich: weitere zehn Betriebsjahre für Gravelines-1 vom 5. Oktober 2016
  6. nuklearforum.ch: Internationale Notfallübung in französischen KKW vom 15. Mai 2001
  7. Süddeutsche.de: Experten fordern Nachrüstung französischer AKWs vom 17. November 2011
  8. zlv.lu: "Vor allem die älteren Atomkraftwerke sind gefährlich" vom 12. April 2013
  9. Welt Online: AKW-Brand unter Kontrolle vom 6. September 2003
  10. n24.de: Störung in nordfranzösischem Atomkraftwerk vom 11. August 2009
  11. nuklearforum.ch: Frankreich: Überprüfung aller Kernkraftwerke der 900-MW- und 1300-MW-Leistungsklasse vom 4. Januar 2012
  12. blick.ch: Bewährungsstrafen für Greenpeace-Aktivisten wegen AKW-Einsatz vom 22. September 2014

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