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Grill, Kurt-Dieter

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Die Lobbyisten > Grill, Kurt-Dieter

Allgemeines

Kurt-Dieter Grill ist ein CDU-Politiker und Atomkraftbefürworter, der auf politischer Bühne die Interessen der Atomwirtschaft vertritt und in enger Verbindung zu den beiden wichtigen Lobbyorganisationen Deutsches Atomforum (DAtF) und Kerntechnische Gesellschaft (KTG) steht.

1988

Nach einem Artikel der "Zeit" von 1988 hat Grill als Vorsitzender der "Gorleben-Kommission" maßgeblich dazu beigetragen, Atomanlagen in Gorleben anzusiedeln. Grill war nicht irgendwer, sondern umweltpolitischer Sprecher der CDU in Niedersachen und Vorsitzender des Fachausschusses Umwelt der CDU-Bundespartei. Grill behauptete, die Grünen und die Bürgerinitiative, welche gegen Gorleben protestierten, besäßen "kriminelle Energie" und hätten "Gewalttaten" begangen.[1]

2002

Als Finnland 2002 den Bau seines fünften Atomkraftwerks angekündigte, wurde dies vom Deutschen Atomforum begrüßt – und von Kurt-Dieter Grill, der diese als Indiz dafür sah, "dass die friedliche Nutzung der "Kohlendioxid-freien" Kernenergie im Interesse des Klimaschutzes eine wichtige und derzeit unverzichtbare Technologieoption darstellt."[2]

Ebenfalls 2002 kritisierte Grill als Vorsitzender der Enquetekommission "Energieversorgung" im Bundestag den weiteren Ausbau der Windenergie. Hier sei "das Maß des Erträglichen (...) vielerorts überschritten". Grill stellte sich auf die Seite nordfriesischer Inseln, die gegen neue Windanlagen protestiert hatten. Die Windenergie werden außerdem "dauersubventioniert".[3] Die Jahrzehnte lange Subventionierung der Atomkraft verschwieg er.

2005

Im Juni 2005 bekräftigte Grill die Absicht der Union, im Falle eines Wahlsiegs den Atomausstieg von Rot-Grün zu kippen und mit den Atomkonzernen eine Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke zu verhandeln, wenn ausreichende Sicherheit gewährleistet sei.[4] Darüber hinaus wolle die Union Gorleben weiter erkunden lassen und plane dafür Kosten von 300 Mio. Euro ein.[5]

2006

Am 20. November 2006 wurde Grill die Ehrenmitgliedschaft in der Atomlobbyorganisation Kerntechnische Gesellschaft (KTG) verliehen.[6] In der Laudatio wurde Grill als "treuer Weggefährte" der Atomwirtschaft mit großen Verdiensten für die Auswahl des Standorts Gorleben gewürdigt.[7]

2011

Am 24. Februar wurde Kurt-Dieter Grill als Zeuge im Gorleben-Untersuchungsausschuss befragt. Vorwürfe von Seiten der Grünen und der Atomkraftgegner, er sei für die Planung des Endlagers von Gorleben verantwortlich und er hätte als Mitglied des Deutschen Atomforums in dessen Sinne gearbeitet, wies Grill zurück.[8] Grill erklärte, er habe lediglich im Interesse der Menschen der Region gehandelt. "Seine Ehrenmitgliedschaft bei der Kerntechnischen Gesellschaft begründet er mit seiner Überzeugung, Atomkraft sei eine sinnvolle Art zur Energieproduktion." 1988 soll Grill nach einem tödlichen Schachtunfall in Gorleben eine "restriktive Informationspolitik" gefordert haben.[9]

Im Juli 2011 wurde Grill von Sylvia Kotting-Uhl (Grüne) wegen uneidlicher Falschaussage angezeigt. Er solle im Untersuchungsausschuss gelogen haben, als er behauptet habe, nie Mitglied des Deutschen Atomforums oder Angehöriger des Verwaltungsrats gewesen zu sein. "Das Atomforum führt Grill in seinen Jahresberichten für 1996 und 1997 als Mitglied des Verwaltungsrates, der sich laut Satzung aus Mitgliedern des Atomforums zusammensetzt."[10]

2013

2013 setzte sich Grill, mittlerweile als Unternehmensberater tätig, dafür ein, dass Gorleben bei der neuen Endlagersuche nicht ausgeschlossen werden dürfe, da es "keinen Beweis für die Nichteignung" gebe. "Ich gehöre zu denjenigen, die, genauso wie Herr Trittin und Herr Schröder, 2000 feststellen, der Salzstock in Gorleben ist eignungsfähig."[11]

In einem Programm zu einer Tagung der unionsnahen Konrad-Adenauer-Stiftung vom April/Mai 2013 wurde der Unions-Politiker als Vorsitzender des Deutschen ITER Industrie Forums e.V. aufgeführt . Er hielt auf der Tagung Vorträge zum Klimawandel.[12] ITER ist ein europäisches Projekt zur → Kernfusion.

Das Deutsche ITER Industrie Forum (DIIF) stellt Informationen zum ITER-Projekt zur Verfügung und unterstützt die Industrie bei Ausschreibungen und der Suche nach Kooperationspartnern.[13] Grill ist auf der Website (Stand: 26. September 2014) als Vorstandsvorsitzender aufgeführt.[14]

→ Wikipedia: Kurt-Dieter Grill

(Letzte Änderung: 24.09.2015)

Einzelnachweise

  1. Zeit Online: Ein Mann für Gorleben vom 5. August 1988
  2. strom magazin Steigende Stromnachfrage - Finnland baut neues Atomkraftwerk vom 24. Mai 2002
  3. Neue Osnabrücker Zeitung: "Union fehlt die Vision in der Energiepolitik" vom 6. Juli 2010
  4. NWZ Online ENDLAGER - Atomkonsens wird Wahlkampf-Thema vom 29. Juni 2005
  5. Berliner Zeitung 300 Millionen Euro Kosten - CDU lässt Gorleben weiter erkunden vom 28. Juni 2005
  6. ktg.org: Verleihung der KTG-Ehrenmitgliedschaft an Kurt-Dieter Grill, MdB a.D. vom 20. November 2006
  7. ktg.org: Laudatio vom 20. November 2006
  8. Deutscher Bundestag: "Gorleben nicht ins Gespräch gebracht" abgerufen am 24. März 2014
  9. Frankfurter Rundschau: Gorleben-Untersuchungsausschuss - Die Hassfigur des Widerstands vom 25. Februar 2011
  10. taz.de: Anzeige gegen Atomfreund erstattet vom 19. Juli 2011
  11. Deutschlandradio Kultur: "Endlagerfrage in Deutschland im Konsens lösen" vom 11. Februar 2013
  12. Konrad Adenauer Stiftung P R O G R A M M - Energie- und Klimapolitik vom April/Mai 2013
  13. DIIF: Deutsches ITER Industrie Forum e.V. abgerufen am 26. September 2014
  14. DIIF: Kontakt abgerufen am 26. September 2014

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