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Die Lobbyisten > Hank, Rainer

Zur Person

Rainer Hank ist ein Philologe, der zunächst als freier Mitarbeiter bei der "Süddeutschen Zeitung" und der "FAZ" arbeitete und 1988 in die Wirtschaftsredaktion der "FAZ" eintrat.[1]

Am 27. März 2011, zwei Wochen nach der Fukushima-Katastrophe, veröffentlichte Hank einen Artikel mit dem Titel "Unser Freund, das Atom" in der FAZ. Darin greift Hank die Fragestellung auf, warum in den 1970er Jahren in Deutschland plötzlich eine Ablehnung gegen die Atomkraft entstand. Er begründete dies, sich auf Joachim Radkau berufend, mit der Angst vor der Atombombe und kommentiert: "Offenbar war es weder der Atomlobby noch den Atompolitikern noch den linken Utopisten gelungen, die gefährliche semantische Nähe von Atom und Bombe zu entschärfen."[2]

Bereits hier deutet Hank seine Ansicht an, dass hinter der Ablehnung der Atomenergie eine irrationale Angst stehe.

Hanks "Strahlenbilanz"

Im April 2014 zog Hank eine "Strahlenbilanz" zur Fukushima-Katastrophe, in denen er den Nutzen der Atomkraft propagiert. Seiner Meinung nach resultierten aus Fukushima keine nachweisbaren Gesundheitsfolgen für die japanische Bevölkerung, weder jetzt noch in der Zukunft. Hank stellt sich hier hinter die Analyse der UNSCEAR, die er zudem einen "Abschlussbericht" nennt. Danach behauptet Hank: "Bis heute hat die zivile Nutzung der Kernkraft keinen nachweisbaren vorzeitigen Krebstod verursacht (zugegeben, die Folgen von Tschernobyl sind höchst umstritten)." Die Ablehnung der Atomkraft speise sich aus dem "Irrationalen" und aus "kollektiven Ängsten". Deutschland habe den Atomausstieg nur in der Hoffnung beschlossen, "sich seiner Ängste zu entledigen". "Hat ein Land weniger Ängste, kann es seine Atomkraftwerke auch wieder anfahren - so wie Japan es macht." Hank lobt die "saubere, umweltschonende Kernenergie", die gegenüber der fossilen Energie ins Hintertreffen gerate. Die Kosten der Kernenergie seien wesentlich geringer als die der erneuerbaren Energien. Atomenergie sei in einem "sonnenarmen" und "erdbebenarmen" Land kostengünstiger.[3]

Gegendarstellung

Diese Behauptungen sind so hanebüchen, dass sie eine Gegendarstellung erfordern.

Dass es keine "keinen nachweisbaren vorzeitigen Krebstod" gab, ist unwahr. Die Verstrahlung von Arbeitern und Helfern in Tschernobyl und Fukushima ist allgemein bekannt. Sie forderte in Tschernobyl viele Krebserkrankungen mit Todesfolge, in Fukushima wird es nicht anders sein. Die Darstellung der UNSCEAR, auf die sich Hank beruft, wird international heftig kritisiert und angezweifelt, da diese Organisation per Vertrag an die IAEO gebunden ist und die Folgen der Niedrigstrahlung leugnet, deren Gefahren mittlerweile auch die WHO anerkennt. Dies wird im Artikel von Hank komplett verschwiegen.

Auch die WHO hat schon immer Todesfälle als Folge von Tschernobyl eingeräumt, wenn auch viel zu wenige. Mittlerweile hat sie sich von den eigenen Zahlen distanziert. → WHO
Dass Menschen bei anderen Unfällen aufgrund der Strahlung gestorben sind, ist unbestritten. Ein Beispiel von vielen ist der Atomunfall von
Tokaimura, Japan 1999.

Die Ablehnung der Atomkraft in Deutschland auf "irrationale Ängste" zurückzuführen, ist eine Polemik gegen die Besorgnis in der Bevölkerung, dass sich Katastrophen vom Ausmaß Fukushimas oder Tschernobyls jederzeit und auch in Deutschland ereignen könnten.

Mit der Behauptung, dass Atomkraft sauber und umweltschonend sei, enttarnt sich Hank als Atomlobbyist, der bewusst und mit Kalkül Fakten negiert. So wurden allein durch die drei großen Katastrophen von Majak, Tschernobyl und Fukushima ganze Landschaften in Asien und Europa verstrahlt und unbewohnbar. Durch den Uranabbau in Deutschland resultierten Tausende von Krebserkrankungen, ebenso durch den weltweiten Uranabbau. Dass Atomkraft keineswegs günstig ist, sondern seit 50 Jahren mit Milliarden subventioniert wird, verschweigt Hank heute ebenfalls.[2]

Deutschland ist sonnen- und erdbebenarm? Damit möchte Hank sagen, dass sich Photovoltaik nicht lohnt und Atomkraftwerke in Deutschland nicht durch Erdbeben gefährdet seien. Beides entspricht nicht der Realität: Photovoltaik liefert mittlerweile einen wichtigen Anteil an der Energieversorgung, und gerade der Rheingraben, an dem viele AKW stehen, ist ein Erdbebengebiet.

Alles in allem ist schwer verständlich, dass die "FAZ" einen Beitrag veröffentlicht, der schlecht recherchiert und in hohem Grade falsch und irreführend ist.

→ Wikipedia Rainer Hank

Videobeitrag

  • Was kostet Atomstrom?
    Rainer Hank in Diskussion mit Franz Alt
Was kostet Atomstrom? Franz Alt erklärt und Rainer Hank bleibt die Spucke weg02:03

Was kostet Atomstrom? Franz Alt erklärt und Rainer Hank bleibt die Spucke weg

Hochgeladen am 27. März 2011 auf YouTube


(Letzte Änderung: 19.12.2016)

Einzelnachweise

  1. FAZ.net: Rainer Hank abgerufen am 6. April 2014
  2. 2,0 2,1 FAZ.net: Deutschland und die Kernkraft - Unser Freund, das Atom vom 27. März 2011
  3. FAZ.net: Atomkraft Fukushima, die Strahlenbilanz vom 6. April 2014

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