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Irak

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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Irak

Nukleares Forschungszentrum und Reaktoren

Bagdad.jpg

Bagdad (Irak)

Das irakische Atomprogramm begann 1956 mit der Gründung der Atomenergiekommission. 1959 wurde der Irak Mitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO). In Tuwaitha wurde ein nukleares Forschungszentrum errichtet und 1967 ein sowjetischer IRT-Reaktor mit 2 MW in Betrieb genommen. Dieser wurde in der 1970er Jahren generalüberholt, auf 5 MW Leistung erhöht und ab 1978 zur Produktion von Isotopen und für Forschungen verwendet.[1][2]

Nach der Unterzeichnung eines irakisch-französischen Atomabkommens 1975 lieferte Frankreich 1979 zwei Forschungsreaktoren: Tammuz-1 mit 40 MW und Tammuz-2 mit 600 KW Leistung. Beide Reaktoren wurden kurz vor der Verschiffung durch Demontage beschädigt; da der Bau von Ersatzreaktoren länger gedauert hätte, akzeptierte der Irak die beschädigten Reaktoren. Im September 1980 (irakisch-iranischer Krieg) wurden die Reaktoren zunächst durch iranische Kampfflugzeuge bombardiert, wobei aber keine Schäden entstanden. Bei einem israelischen Luftangriff am 7. Juni 1981 wurde Tammuz-1 zerstört, Tammuz-2 blieb jedoch unbeschädigt. Die Angriffe wurden geflogen, da man dort radioaktiven Brennstoff für militärische Zwecke vermutete. Im Zeitraum vom 17. Januar bis 27. Februar 1991 (Zweiter Golfkrieg) wurden mehrere Standorte, drunter auch Tuwaitha, von Alliierten bombardiert und zum Teil zerstört. Nachdem der Irak sein "crash program" beendet hatte, wurden in den folgenden Jahren die nuklearen Anlagen zerstört.[3]

Laut einer älteren Seite der IAEO war ein kommerzieller Druckwasserreaktor mit 400 MW mit dem Namen "Irak" geplant, der jedoch verworfen wurde.[4]

Kommerzielle AKW bis 2011 geplant

Im Oktober 2009, als die US-amerikanischen Truppen aus dem Irak abzogen, plante die irakische Regierung den Einstieg in die zivile Nutzung der Atomkraft und wollte einen der Reaktoren in Tuwaitha wiederaufbauen, was allerdings aufgrund von UN-Resolutionen verboten war.[5]

Am 16. Dezember 2010 hob der UN-Sicherheitsrat Sanktionen gegen den Irak auf. Damit wurde dem Irak die Möglichkeit eingeräumt, ein Programm zur friedlichen Nutzung der Atomkraft zu starten.[6]

Im September 2011 forderte der Irak von der IAEO die Erlaubnis an, ein kommerzielles Atomkraftwerk "zu friedlichen Zwecken" mit Hilfe ausländischer Investitionen bauen zu dürfen.[7]

Über einen geplanten Atomeinstieg finden sich seit Jahren keine Quellen mehr. 2015 plante der Irak den Bau eines neuen Gaskraftwerks in Bismayah in 30 Kilometer Entfernung von Bagdad, das fünf Mio. Haushalte mit Strom versorgen soll. Die Turbinen soll General Electric liefern.[8]


(Letzte Änderung: 26.06.2016)

Einzelnachweise

  1. Iraq Watch: Annual Report 1981 abgerufen am 4. März 2014
  2. IAEO: Member States abgerufen am 11. März 2016
  3. NTI: Iraq Nuclear Chronology vom Februar 2009
  4. IAEO PRIS: IRAQ-1 abgerufen am 26. Juni 2016
  5. heise.de: Auch der Irak will Atomenergie vom 28. Oktober 2009
  6. Deutsche Welle: UN-Sicherheitsrat hebt Irak-Sanktionen auf vom 16. Dezember 2010
  7. german.irib.ir: Irak fordert Bau von Atomkraftwerk vom 30. September 2011
  8. Technical Review: GE to provide gas turbines for new power plant in Iraq vom 7. Oktober 2015

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