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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Japan
Die Fukushima-Katastrophe > Japan

Historie

Tokyo Skytree view.png

Tokio (Japan)

Japan hatte im Jahr 1955 zunächst ein Atomgesetz verabschiedet, das den Anstoß für die Entwicklung und Nutzung der Atomkraft lieferte. 1956 wurde eine Atomenergiekommission gegründet und ein langfristiges Atomprogramm formuliert, das, von Revisionen abgesehen, bis heute gültig ist.[1] Japan war 1957 ein Gründungsmitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) 1957.[2]

Die ersten Einheiten, die in Betrieb genommen wurden, waren der Demonstrationsreaktor Japan Power Demonstration Reactor (JPDR) (1963) und Tokai-1 (1965).1978 wurden eine Kommission für nukleare Sicherheit gegründet und 1986 eine Vision für Atomenergie bis 2030 entwickelt.[1]

In den folgenden Jahrzehnten gingen immer mehr Atomkraftwerke ans Netz, so dass Japan im März 2011, unmittelbar vor der Katastrophe in Fukushima-Daiichi, 54 Reaktoren in Betrieb hatte.[3] Damit war Japan nach den USA und Frankreich der Staat mit der drittgrößten Anzahl an aktiven Reaktoren.

Wegen der Fukushima-Katastrophe waren jahrelang keine Reaktoren mehr am Netz. 2015/2016 wurden mehrere Anlagen endgültig stillgelegt. Nur zwei Reaktoren in Sendai sowie je einer in Ikata und Takahama werden derzeit betrieben (siehe weiter unten).

Der Versuch Japans, in die Brütertechnologie einzusteigen, kann nach dem schweren Störfall 1995 am Schnellen Brüter Monju als gescheitert angesehen werden; auch vom geplanten Schnellen Brüter Tokai-3 hört man nichts mehr. Japan testete darüber hinaus Hochtemperaturreaktoren: 1991 war mit dem Bau des graphitmoderierten und gasgekühlten HTTR (High Temperature Engineering Test Reactor) begonnen worden. Die Anlage erzeugte 1998 ihre erste Kettenreaktion; sie wurde jedoch nur 2004 und 2007 wenige Monate lang mit hoher Temperatur betrieben.[4] Im Februar 2011 wurde der 30-MW-Reaktor wegen Inspektionen abgeschaltet und liegt seit Fukushima still. Im November 2014 beantragte der Betreiber JAEA eine Sicherheitsprüfung durch die NRA, um einen Neustart zu ermöglichen.[5]

Ein Neubau von Atomkraftwerken ist in Japan in absehbarer Zeit nicht vorgesehen; so äußerte sich jedenfalls im September 2014 Yuko Obuchi, die neue japanische Ministerin für Handel und Industrie.[6] Die drei großen Hersteller von Atomanlagen, → Toshiba, → Mitsubishi und → Hitachi, haben seit Jahren keine Aufträge mehr erhalten. Sie haben internationale Kooperationen abgeschlossen und erwägen, ihre Atomgeschäfte in einem japanischen Anbieter zu fusionieren.[7]

Die Energiekonzerne, die sich auf das Atomgeschäft konzentriert haben, insbesondere TEPCO und KEPCO, sind langfristig geschwächt worden.

Standorte

Standorte mit aktiven Reaktoren:

Hamaoka
Ikata

Sendai
Takahama


Standorte, an denen nach Fukushima alle Reaktoren abgeschaltet blieben:

Fukushima Daiichi
Fukushima Daini
Genkai
Higashidori
Kashiwazaki Kariwa
Mihama
Ohi

Onagawa
Shika
Shimane
Tokai
Tomari
Tsuruga


Standorte, an denen alle Reaktoren abgeschaltet bzw. stillgelegt sind:

Fugen
Japan Power Demonstration Reactor (JPDR)
Monju (Schneller Brüter)
Mutsu (Atomschiff)

Weitere Standorte:

Ohma (im Bau)
Kaminoseki (geplant)

Tokaimura (Atomfabriken)
Rokkasho (Atomfabriken)


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[1] [2] [3][4]Referenzfehler: Es fehlt ein schließendes </ref>21. Juli 2015</ref>[5][6]

Aufgegebene Atomanlagen:

In den 1990er Jahren wurde eine ganze Reihe von Atomkraftwerken aufgegeben, die seit längerer Zeit geplant gewesen waren: → Ashihama (Präfektur Mie), Hikigawa (Druckwasserreaktor mit 1.350 MW) und Hidaka bzw. Oura (Präfektur Wakayama, zwei Druckwasserreaktoren mit je 1.350 MW), Hagi und Hohoku (Präfektur Yamaguchi), Kaminoseki (zwei Siedewasserreaktoren mit je 1.350 MW), → Kubokawa und → Kumihama.[7][8] Weitere verworfene Anlagen waren → Maki, → Namie-Odaka und → Suzu.[9]

Eine Aufstellung betriebener und stillgelegter Forschungsreaktoren findet sich unter → IAEO: Research Reactor Database.

Starke Atomlobby

日本の黙示録 - Japan Apocalypse DDC3778.jpg.jpg

Kennzeichnend für Japan ist eine besonders enge Verflechtung von Politik, Atomindustrie und Kontrollgremien, die eine unabhängige und kritische Aufsicht der Atomkraftwerke weitgehend verhindert. Dies gilt insbesondere für TEPCO als größten Energiekonzern Japans.[10] 2014 wurde zudem bekannt, dass KEPCO zwischen 1972 bis 1990 Bestechungsgelder an japanische Spitzenpolitiker bezahlt hat.[11]

Die japanischen Atomkonzerne und die Atomaufsicht haben nach dem GAU 2011 systematisch versucht, die öffentliche Meinung zugunsten der Atomkraft zu manipulieren, was das Misstrauen der Bevölkerung jedoch weiter erhöht hat.[12]

Den japanischen Strommarkt haben sich ungefähr ein Dutzend regionaler Versorger untereinander aufgeteilt, die den Ausbau erneuerbarer Energien systematisch blockieren, obwohl Japan beste Voraussetzungen dafür hätte.[13]

Atomunfälle

Der GAU von Fukushima war der größte Atomunfall in der japanischen Geschichte. Darüber hinaus gab es aber weitere gefährliche Unfälle.

  • Im AKW Mihama verzogen sich 1979 Brennelemente. 2004 wurden wegen einer Gasexplosion fünf Arbeiter getötet und Dutzende verletzt.
  • 1995 scheiterte Japans Ausflug in die Brütertechnologie kläglich: Der schnelle Brüter Monju, der 1994 hochgefahren worden war, musste bereits ein Jahr später wegen eines Störfalls wieder abgeschaltet werden und ist seitdem außer Betrieb. Natrium war aus der Kühlanlage ausgelaufen und in Brand geraten.
  • Den ersten ernsten Unfall der Stufe 4 hatte es in der Atomanlage Tokaimura 1999 mit vier Toten und Hunderten verstrahlter Personen gegeben.
  • Der Tsunami, der im März 2011 zusammen mit dem Erdbeben die Fukushima-Katastrophe auslöste, zerstörte auch das Kühlpumpensystem sowie einen Teil der Dieselgeneratoren für die Notstromversorgung im AKW Tokai.
  • Vom Atomkraftwerk Tsuruga flossen 1981 40 Tonnen radioaktives Wasser ins Meer. Offiziellen Angaben zufolge sollen 278 Menschen verstrahlt worden sein. Kurz nach dem GAU von Fukushima wurden am 2. Mai 2011 erhöhte Werte an Jod-133 und Xenon im Kühlwasser gemessen, die auf fehlerhafte Umhüllungen von Brennelementen zurückgeführt wurden.

Demonstrationen, Abschaltungen und Ausstiegspläne

Der Fukushima-GAU hat die Einstellung der Bevölkerung zur Atomenergie grundlegend verändert. Die Atomkraft verlor massiv an Zustimmung, und es kam seitdem immer wieder zu Demonstrationen Zehntausender bis Hundertausender Menschen gegen die Atomkraft, wie z. B. im August und November 2011, im Februar 2012, im Juni und im Juli 2012, im März und Juni 2013.[14][15][16][17][18][19] 7,4 Mio. Japaner unterzeichneten eine Petition gegen Atomkraft.[20] Nach einer Umfrage im März 2012 befürworten 80 % der Bevölkerung den Ausstieg aus der Atomenergie.[21]

Im Dezember 2011 gab die Provinz Fukushima bekannt, alle AKW abschalten und komplett auf erneuerbare Energien umsteigen zu wollen.[22] Infolge der Katastrophe sind 17 Reaktoren sofort, die restlichen nach und nach für Wartungsarbeiten abgeschaltet worden.[23] Am 5. Mai 2012 wurde der letzte Reaktor für "Wartungsarbeiten" vom Netz gegangen, so dass Japan vorübergehend atomkraftfrei war.[24] Auch die vorübergehende Wiederinbetriebnahme von zwei Reaktoren in Oi blieb nur eine kurze Episode.[25]

Die Sicherheitsprüfungen legten im März 2012 erschreckende Mängel bei den Evakuierungsplänen offen.[26] Die Sicherheit der AKW ist nicht erhöht worden, statt dessen verweist die japanische Regierung auf Erdbebenvoraussagen, die eine relative Sicherheit voraussagen; Experten halten diese Vorhersagen für wertlos.[27]

Im Mai 2012 ist der Betreiber des AKW Fukushima, TEPCO, verstaatlicht worden. Japan übernahm mehr als 50 % der Stimmrechte. Ohne diese Maßnahme hätte TEPCO Insolvenz anmelden müssen.[28]

Am 14. September 2012 kündigte die japanische Regierung unter Noda zunächst einen Ausstieg aus der Atomenergie in den 2030er Jahren bis spätestens 2040 an.[29][30] Bald danach wurde der Ausstiegsbeschluss nach massiven Protesten von Seiten des Kabinetts, der Industrie und einzelner Präfekturen relativiert.[31]

Japan setzt seit Sommer 2011 verstärkt auf erneuerbare Energien, die bis 2020 ein Fünftel des Energiebedarfs decken sollen;[32] im April 2012 wurden zudem Pläne bekannt, erneuerbare Energien nach deutschem Vorbild zu fördern.[33] Daneben müssen Öl, Erdgas und Kohle importiert werden.[34] Die Stilllegung aller japanischen Reaktoren bringt auch positive Effekte mit sich: Der japanische Photovoltaik-Markt ist 2013 gegenüber dem Vorjahr um das Dreifache gewachsen. Es wurden Anlagen mit einer Leistung von 7 Gigawatt installiert.[35]

Kehrtwende unter Abe

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Japanischer Premierminister
Shinzo Abe

Nach dem Wahlsieg der LDP im Dezember 2012 zeichnete sich schnell ab, dass der Atomausstieg rückgängig gemacht werden sollte, obwohl 70 % der Japaner die Atomkraft ablehnten.[36] Gleich nach der Machtübernahme kündigte der neue Premierminister Abe an, abgeschaltete Atomkraftwerke wieder ans Netz zu nehmen und neue Reaktoren bauen zu wollen.[37] Der neue Umweltminister Nobuteru Ishihara erklärte, ein Atomausstieg sei unverantwortlich, und bezeichnete die Proteste der Bevölkerung als "Massenhysterie".[38]

Am 16. Januar 2013 verschob die IAEO 47 japanische Reaktoren in die Kategorie "Long-Term Shutdown", was die Anzahl der weltweit aktiven Reaktoren auf 390 vermindert hätte. Auf Verlangen der neuen japanischen Regierung wurde dies drei Tage später rückgängig gemacht.[39]

Im September 2013 kündigte der japanische Handelsminister Toshimitsu zwar an, dass Japan derzeit prüft, wie es unabhängiger von Atomenergie werden kann.[40]

Im Februar 2014 kündigte die mit der japanischen Atomindustrie eng verbundene Regierung jedoch den Bau von mehreren neuen Atomkraftwerken an. Das japanische Wirtschaftsministerium plante zudem, die Genehmigung von 670 Solarenergieprojekten zu widerrufen.[41]

Am 11. April 2014 beschloss die japanische Regierung einen Energieplan, der einen Wiedereinstieg in die Atomenergie vorsieht. Wie groß deren Anteil am Energiemix sein soll, blieb allerdings offen. Nach einer Umfrage vom März befürworten 80 % der Japaner jedoch einen Atomausstieg.[42]

Im April 2015 schlug das japanische Wirtschaftsministerium für 2030 einen Energiemix mit einen Anteil von 20 bis 22 % Atomstrom vor, je nachdem, wie schnell die erneuerbaren Energien ausgebaut werden können.[43] Dazu müssten allerdings alle abgeschalteten Reaktoren und alle Neubauten in Betrieb genommen werden, was angesichts des hohen Alters vieler Einheiten und anderer Faktoren als unwahrscheinlich gilt. Laut dem World Nuclear Industry Status Report 2015 erscheint deshalb auch ein Anteil von 15 % Atomstrom als kaum erreichbar.[44]

Hemmnisse und Widerstände

Nach einer Meldung vom Mai 2013 wird die neue Atomaufsichtsbehörde, die auf neuer gesetzlicher Grundlage und unabhängig von der Atomlobby agieren soll, wahrscheinlich die Wiederinbetriebnahme diverser Atomkraftwerke verweigern. Dazu zählen das AKW Tsuruga, das nicht mehr den Sicherheitsvorschriften entspricht und auf einer aktiven Erdspalte liegt, und der Schnelle Brüter Monju.[45]

Von den 50 Reaktoren, die abgeschaltet wurden, waren bis Juli 2013 12 zur Prüfung bei der Atomenergieaufsichtsbehörde gemeldet worden. Stilllegung und Rückbau der restlichen Reaktoren stellt Japan vor das Problem, Zwischen- und Endlager zu finden. Bislang hat sich noch keine Gemeinde dazu bereit erklärt, Atommüll in einem noch zu errichtenden Zwischen- oder Endlager aufzunehmen.[46]

Am 9. März 2014, kurz vor dem dritten Jahrestag von Fukushima, demonstrierten in Tokio Zehntausende von Menschen gegen die Politik der Regierung, Atomkraftwerke wieder hochfahren zu wollen.[47]

Nach Einschätzung der Nachrichtenagentur Reuters vom April 2014 können von den 48 abgeschalteten Reaktoren höchstens 14 eine neue Betriebsgenehmigung erhalten. Aufgrund höherer Sicherheitsanforderungen ist bei 17 Reaktoren ein Neustart fraglich, die restlichen 17 werden vermutlich nie mehr hochgefahren werden.[48]

In einem Interview mit der deutschen Welle kritisierte der frühere Premierminister Naoto Kan, der nach Fukushima zu einem Atomkraftgegner geworden ist, die japanischen Wiedereinstiegspläne in einem Interview mit der "Deutschen Welle" am 25. Februar 2015 scharf. Nach seiner Ansicht hatte Japan nur Glück, dass die Ausmaße des Fukushima-GAU nicht den Raum Tokio betraf und 50 Mio. Einwohner hätten evakuiert werden müssen. Kan engagiert sich für einen endgültigen Ausstieg und bekämpft den Einfluss der Atomlobby, weil die Mehrheit der japanischen Bevölkerung Atomkraft ablehnt. Er befürwortet eine Versorgung durch andere Energiequellen, da Atomkraft zu teuer und die Endlagerfrage ungelöst sind.[49]

Stilllegungen

Die im März 2011 explodierten Reaktoren 1 bis 3 und der schwer beschädigte Reaktor 4 in Fukushima Daichi werden von der IAEO mit dem Datum 19. Mai 2011 unter "Permanent Shutdown" gelistet. Am 20. September ordnete der japanische Ministerpräsident Abe die Stilllegung der nur geringfügig beschädigten Reaktoren 5 und 6 des AKW Fukushima an.[50] Das offizielle Abschaltdatum laut IAEO ist der 17. Dezember 2013.[3]

Am 17./18. März 2015 wurde die endgültige Stillegung für fünf Reaktoren angekündigt: Genkai-1, Mihama-1 und -2, Shimane-1 sowie Tsuruga-1.[51] Die offizielle Stilllegung laut IAEO erfolgte Ende April 2015.[3] Am 10. Mai 2016 wurde Ikata-1 als sechste Einheit offiziell stillgelegt.[52]

Die vier Reaktoren von Fukushima Daini werden wahrscheinlich nicht mehr hochgefahren, da Bewohner und Politiker der Präfektur Fukushima jeden weiteren Betrieb ablehnen.[53]

Damit sind von den ehemals 54 japanischen Einheiten vor Fukushima 16 endgültig stillgelegt worden.

Diktierter und perspektivloser Wiedereinstieg

Nachdem die japanische Atomaufsicht NRC und lokale Behörden zugestimmt haben, wurde die Einheiten 1 und 2 des AKWs Sendai auf Kyushu im August/Oktober 2015 wieder hochgefahren; Januar/Februar 2016 folgten Takahama-3 und -4. die allerdings wegen eines Gerichtsurteils im März wieder heruntergefahren wurden. Im August 2016 wurde Ikata-3 reaktiviert. Im Mai 2017 wurde Takahama-4 erneut in Betrieb genommen-

Mit dem Wiedereinstieg zeigt die Regierung Abe, dass sie nicht aus dem Fukushima-GAU gelernt hat, bewusst gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung handelt und die Energiewirtschaft des Landes in eine Sackgasse führt.

Die Japaner haben sich in Umfragen, so schreibt "tagesschau.de" im August 2015, zu 70 bis 80 % für einen Atomausstieg ausgesprochen. Die Risiken, über Jahre stillstehende Reaktoren wieder hochzufahren, sind enorm. Keiner weiß, ob die Technik den Belastungen nach so langer Auszeit standhalten und das Personal diese noch sicher bedienen und warten kann. Außerdem hat Japan seinen Energieverbrauch seit Fukushima um 20 % reduziert und die Konkurrenz der erneuerbaren Energien macht den Atomkonzernen schwer zu schaffen. Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass mit Atomkraftwerken rentabel Strom produziert werden kann.[54]

"Süddeutsche.de" bezweifelt, dass die Regierung Abe mit dem Wiedereinstieg Erfolge verbuchen kann: Der Kraftwerkspark sei veraltet, die Bevölkerung werde kein Vertrauen mehr zur Atomenergie fassen. Auch werde die Wirtschaft durch diese "Technik von gestern" keine Wachstumsimpulse erfahren, wie der versuchsweise Betrieb von Ohi -3 und -4 in den Jahren 2012/2013 gezeigt habe. "Abe hat gegenüber der Atomlobby Wort gehalten und sein Gesicht gewahrt. Dafür zahlt er viel politisches Kapital, ohne dass die Wirtschaft spürbar profitiert."[55]

Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen lassen vermuten, dass Abes Wiedereinstieg nur in Teilen gelingen wird. Ganz ähnlich war auch in Deutschland versucht worden, gegen den Willen der Bevölkerung und am Markt vorbei den 2000 eingeleiteten Atomausstieg rückgängig zu machen. Ein Projekt, das bald darauf scheiterte – nach der Katastrophe von Fukushima. Siehe → Merkel: Ausstieg aus dem Ausstieg undMerkel: Atomausstieg II

Weitere Links

→ armscontrol.org: Time to Stop Reprocessing in Japan


(Letzte Änderung: 25.05.2017)

Einzelnachweise

  1. IAEO: Country Nuclear Power Profiles/Japan abgerufen am 14. Februar 2015
  2. IAEO: Member States abgerufen am 11. März 2016
  3. 3,0 3,1 3,2 IAEA PRIS: Japan
  4. Spiegel Online: Atomkraft: Japan erwägt, Altreaktoren stillzulegen vom 5. September 2014
  5. world nuclear news: Safety review sought for HTTR vom 27. November 2014
  6. japanmarkt.de: Schwierige Fusion von Japans Atom-Geschäften vom 10. November 2016 (via WayBack)
  7. books.google.de: Japanstudien Band 13 - Wohnen in Japan von 2001
  8. IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE (S.59) von 1997
  9. WNA: Save search (via WayBack)
  10. Spiegel Online: Japans Atomgigant Tepco - Filz, Vetternwirtschaft, Fukushima vom 31. März 2011
  11. IWR: Japanische Atomlobby zahlte über Jahre an Premierminister vom 31. Juli 2014
  12. Zeit Online: Japans Atomlobby - Wenn Aufseher zu Anstiftern werden vom 2. August 2011
  13. Spiegel Online: Bilanz nach Fukushima: Warum Japans Energiewende stockt vom 10. März 2013
  14. Spiegel Online: Zehntausende Japaner demonstrieren gegen Atomkraft vom 19. September 2011
  15. stern.de: Tausende demonstrieren in Tokio gegen Atomenergie vom 11. Februar 2012 (via WayBack)
  16. n-tv.de: Japaner lehnen Atomkraft ab vom 29. Juni 2012
  17. Neue Zürcher Zeitung: Grosskundgebung in Japan - "Wir brauchen keine Atomkraftwerke" vom 17. Juli 2012
  18. stern.de: Anti-Atom-Demonstrationen zwei Jahre nach Fukushima vom 9. März 2013 (via WayBack)
  19. rianovosti: Gegen AKW: 60 000 marschierten durch Tokios Stadtkern vom 2. Juni 2013
  20. Welt Online: 7,4 Millionen Japaner fordern den Atomausstieg vom 16. Juli 2012
  21. Spiegel Online: 80 Prozent der Japaner lehnen Atomenergie ab vom 19. März 2012
  22. Zeit Online: Provinz Fukushima will alle AKWs abschalten vom 28. Dezember 2011
  23. derStandard.de: Japan: Nur noch einer von 54 AKW-Reaktoren am Netz vom 26. März 2012
  24. Spiegel Online: Alle Reaktoren vom Netz - Japan feiert die Atom-Auszeit vom 5. Mai 2012
  25. Spiegel Online: Japan fährt Atommeiler wieder hoch vom 16. Juni 2012
  26. The Wall Street Journal: Gefährliche Lücken in Japans Atomplan vom 19. März 2012
  27. Süddeutsche.de: Erdbeben und Tsunamis - Wie gefährdet Japans Atomkraftwerke sind vom 18. Mai 2012
  28. tagesschau.de: Tepco gehört jetzt Japan vom 9. Mai 2012 (via WayBack)
  29. Süddeutsche.de: Japan steigt aus der Kernkraft aus vom 14. September 2012
  30. Focus Online: Energiewende wegen Reaktorunglück - Japan verkündet schrittweisen Atomausstieg bis 2040 vom 14. September 2012
  31. FAZ.net: Drei Atomkraftwerke in Bau - Atomausstieg auf japanisch vom 21. September 2012
  32. Süddeutsche.de: Japans langsamer Weg zum grünen Strom vom 31. Juli 2011
  33. FAZ.net: Pläne einer Regierungskommission - Japan erwägt Solarförderung nach deutschem Vorbild vom 25. April 2012
  34. heise.de: Japan: Keine Kernkraft, mehr CO2 vom 25. Mai 2012
  35. SolarServer: Stilllegung der Atomkraftwerke treibt japanischen Photovoltaik-Markt an vom 26. September 2013 (via WayBack)
  36. Deutschlandfunk: Japans Atomausstieg auf der Kippe vom 17. Dezember 2012
  37. Spiegel Online: Schwenk in der Atompolitik - Japan kündigt Bau neuer Atommeiler an vom 27. Dezember 2012
  38. asienspiegel: Der Atom-Minister vom 29. Dezember 2012
  39. worldnuclearreport.org: IAEA Reactor Status Modification Reversed on Japanese Government Request vom 19. Januar 2013
  40. Reuters: Japan will Verringerung seiner Abhängigkeit von Atomkraft prüfen vom 17. September 2013
  41. heise.de: Atomkraft per Plebiszit vom 19. Februar 2014
  42. Spiegel Online: Drei Jahre nach Fukushima: Japan beschließt Wiedereinstieg in die Atomkraft vom 11. April 2014
  43. Solar Power Plant Business: Japan Announces Energy Mix Plan for 2030 vom 1. Mai 2015
  44. worldnuclearreport.org: The World Nuclear Industry Status Report 2015 vom Juli 2015
  45. tagesschau.de: Entscheidungen über Japans Kernkraftwerke - Atomaufsicht macht klare Ansagen vom 16. Mai 2013 (via WayBack)
  46. Der Tagesspiegel: Japan ist auf Endlagersuche : Keine Gemeinde will den strahlenden Müll vom 14. Juli 2013
  47. srf.ch: Anti-Atomkraftproteste in Japan vom 9. März 2014
  48. japanmarkt.de: Mehr als 10 Prozent Atomstrom sind erstmal nicht drin vom 3. April 2014 (via WayBack)
  49. Deutsche Welle: Naoto Kan: "Fukushima hat meine Sichtweise grundlegend verändert" vom 25. Februar 2015
  50. Spiegel Online: Japans havarierter Atommeiler: Regierung ordnet Stilllegung von AKW Fukushima an vom 19. September 2013
  51. world nuclear news: Japan retires more reactors as restarts approach vom 18. März 2015
  52. nukleaforum.ch: Sechste Kernkraftwerkseinheit Japans offiziell stillgelegt vom 10. Mai 2016
  53. Deutsche Welle: Tepco ringt um die Zukunft vom 10. März 2015
  54. tagesschau.de: Japans Rückkehr zur Atomkraft - Neustart ohne Comeback vom 11. August 2015
  55. Süddeutsche.de: Atomkraft ist der neue Walfang vom 11. August 2015

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