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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Indien > Kakrapar (Indien)

2 Schwerwasserreaktoren • Leistung: 220 MW/220 MW • Typ: 2 x Horizontal Pressure Tube •
Hersteller: DAE • Baubeginn: 1. Dezember 1984/1. April 1985 •
Inbetriebnahme: 3. September 1992/8. Januar 1995 •[1][2][3] Abschaltung: offen


Atomkraftwerk in Gujarat

PHWR under Construction at Kakrapar Gujarat India

Kakrapar-Reaktoren im Bau

Das Atomkraftwerk Kakrapar befindet sich im Bundesstaat Gujarat im Westen Indiens. Dort liefern zwei Schwerwasserreaktoren des Typs Horizontal Pressure Tube und einer Leistung von je 220 MW Strom, die 1992 und 1995 in Betrieb gegangen sind. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist die Nuclear Power Corporation of India, Hersteller war das indische Department of Atomic Energy.[1][3][2] Gegen den Bau des Atomkraftwerks im Heimatbundesstaat von Mahatma Gandhi hatte es Proteste gegeben.[4]

2009 und 2010 hat Kakrapar-1 laut Angaben der IAEO keinen Strom produziert.[5]

Seit 2010 befinden sich zwei weitere Schwerwasserreaktoren vom Typ PHWR-700 mit je 700 MW geplanter Leistung im Bau, die laut World Nuclear Association (WNA) eigentlich 2015 fertiggestellt werden sollten.[1][3][2] Laut "The Statesman" sind die Baumaßnahmen wegen fehlerhafter Bereitstellung von Komponenten jedoch im Verzug. Im Oktober 2015 waren die beiden Einheiten erst zu 75 bzw. 65 % fertiggestellt. Mit der Inbetriebnahme von Kakrapar-3 wurde zu jener Zeit Ende 2016/Anfang 2017 gerechnet; Kakrapar-4 sollte später folgen.[6] Bislang sind die Bauarbeiten noch im Gange (Stand: Dezember 2017).[1]

Überflutung für eine Notkühlung und andere Zwischenfälle

Laut dem indischen Atomexperten M. V. Ramana vom Nuklearlabor der Woodrow Wilson School in der US-amerikanischen Princeton-Universität musste ein Kakrapar-Reaktor 1994 für eine Notkühlung überflutet werden. Das Ereignis wurde von den Behörden verschwiegen.[7] Dabei wurde, so berichtete die indische Filmemacherin Saraswati Kavula, der benachbarte See mit radioaktiven Substanzen kontaminiert. Das Wasser des Sees fließt in einen Fluss, wo Menschen baden und fischen. Niemand hat sie vor den Gefahren gewarnt.[8]

Am 10. März 2004 ereignete sich ein Störfall der INES-Stufe 2. Bei Wartungsarbeiten an Kakrapar-1 wurden die Stromversorgung für die Steuerstäbe sowie das sogenannte Automatic Liquid Poison Addition System beschädigt. Die Reaktorleistung stieg unbeabsichtigt an. Dies verdeutlichte vor allem Schwächen bei der Sicherheitskultur des AKWs. Die Regulierungsbehörde AERB verfügte eine Abschaltung.[9]

Am 22. August 2006 durchsuchte die Polizei das AKW, weil nach Informationen von Dorfbewohnern bewaffnete Männer eingedrungen waren. Ein Alarm wurde ausgelöst. Laut Innenministerium wurden jedoch keine Eindringlinge gefunden.[10]

Am 11. März 2016 wurde in Kakrapar-1 ein Notfall erklärt und die Einheit abgeschaltet, da ein Leck an einer Kühlleitung entdeckt wurde. Nach einer Meldung vom 22. März konnten 12 Brennelemente entfernt und das Leck abgedichtet werden.[11]

→ Nuclear Power Corporation of India Ltd.: Plants Under Operation/All Plants (Informationen des Betreibers)

(Letzte Änderung: 14.09.2018)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 IAEO: PRIS - Country Statistics/India abgerufen am 3. Juli 2014
  2. 2,0 2,1 2,2 WNA: Nuclear Power in India abgerufen am 21. August 2014
  3. 3,0 3,1 3,2 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  4. DER SPIEGEL 1/1988: Lustgewinn wie auf einem Nagelbrett vom 4. Januar 1988
  5. IAEO PRIS: Kakrapar-1 abgerufen am 22. März 2016
  6. The Statesman: 3rd atomic reactor at Kakrapar reaches a milestone vom 31. Oktober 2015
  7. taz.de: Indiens Regierung will 63.000 Megawatt vom 24. März 2011
  8. countercurrents.org: The Great Indian Nuclear Maya vom 28. März 2012
  9. AERB: Unit-1 of Kakrapar Atomic Power Station shut down as per directive of AERB vom 22. April 2004
  10. Spiegel Online: Alarm: Indische Polizei sucht bewaffnete Eindringlinge in Atomkraftwerk vom 22. August 2006
  11. newkerala.com: Leak in the Kakrapar nuclear reactor plugged, plant emergency lifted vom 22. März 2016