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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Japan > Kashiwazaki Kariwa (Japan)

7 Siedewasserreaktoren •
Leistung: 1.100 MW/1.100 MW/1.100 MW/1.100 MW/1.100 MW/1.356 MW/1.356 MW •
Typ: BWR-5/BWR-5/BWR-5/BWR-5/BWR-5/ABWR/ABWR •
Hersteller: Toshiba (Einheiten 1-3); Hitachi (Einheiten 4-5); Toshiba-Hitachi-GE (Einheiten 6-7) •
Baubeginn: 1980/1985/1989/1990/1985/1992/1993 •
Inbetriebnahme: 1984/1989/1992/1993/1989/1995/1996 • [1][2] Stilllegung: alle offen


Größtes Atomkraftwerk der Welt

Kashiwazaki-Kariwa Nuclear Power Plant Seaside View

AKW Kashiwazaki Kariwa (Japan)

Der Standort Kashiwazaki Kariwa mit dem ehemals größten aktiven Atomkraftwerk der Welt[3] befindet sich an der Westküste Japans bei Kariwa, westlich der Stadt Nagaoka in der Präfektur Niigata.[4]

In Kashiwazaki Kariwa wurden ab 1984/1989/1992/1993/1989/1995/1996 sieben Siedewasserreaktoren mit einer Leistung von je 1.100 MW (Reaktoren 1 bis 5) und je 1.356 MW (Reaktoren 5 und 6) betrieben. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist die Tokyo Electric Power Co. (TEPCO).[1] Hersteller waren Toshiba (Einheiten 1-3), Hitachi (Einheiten 4-5) sowie ein Konsortium aus Toshiba, Hitachi und General Electric (Einheiten 6-7).[2]

Kashiwazaki-Kariwa-2 bis -4 wurden 2007 abgeschaltet, -1 und -7 im Jahr 2011 nach der Fukushima-Katastrophe, -5 und -6 im Jahr 2012. Seitdem ist am Standort kein Strom mehr produziert worden.[5]

Schäden nach schwerem Erdbeben von 2007 und andere Störfälle

Am 28. Mai 2000 wurden Jod-Konzentrationen im Kühlkreislauf von Einheit 6 entdeckt, die die Normalwerte um das 300fache überstiegen; der Reaktor wurde abgeschaltet.[6]

Am 29. Juni 2000 wurde ein Leck bei der Hochdruckturbine von Einheit 2 entdeckt, aus dem leicht radioaktives Wasser austrat; der Reaktor wurde heruntergefahren.[7]

Im April 2002 verrutschten Brennstäbe von ihren normalen Positionen. Der Vorfall wurde auf einen Fehler in einem Handbuch zurückgeführt.[8]

Die Anlage ist stark erdbebengefährdet: Es befinden sich nicht nur im Norden der Anlage und an der Küste geologische Verwerfungen.[9], sondern auch direkt unter dem Atomkraftwerk, was Regierung und Strombetreiber verschwiegen hatten und erst 2007 einräumten.[10]

Nach dem starken Erdbeben am 16. Juli 2007 mit 6,8 auf der Richter-Skala wurde das AKW schwer beschädigt, mindestens acht Menschen kamen ums Leben. Es zerbrachen Rohre, es gab Brände, und aus einem Abklingbecken für abgebrannte Brennstäbe flossen 1.192 Liter radioaktiv kontaminiertes Wasser in das Meer. Das Reaktorgebäude musste dekontaminiert werden. Später gab TEPCO zu, 117 vorgesehene Inspektionen in der Anlage nicht durchgeführt zu haben.[11][12] Das Epizentrum des Bebens war nur 16 Kilometer von der Anlage entfernt. Später wurde aufgedeckt, das sich auch ein Kontrollstab verklemmt hatte. "Außerdem schlug das damalige Beben weit heftiger zu, als die Ingenieure es sich hätten träumen lassen: zweieinhalbmal stärker, als der Reaktor sicher aushalten konnte."[13] Wegen des Erdbebens lagen mehrere Reaktoren über mehrere Jahre still.[14]

→ NRA: 2007 Niigataken Chuetsu-oki Earthquake on July 16, 2007 (via WayBack)

Am 5. März 2009 wurde ein Arbeiter bei einem Brand verletzt.[15]

Am 19. November 2009 trat Rauch aus der Anlage aus, welcher von einer Kranbremse in einem Turbinenraum verursacht wurde.[16]

Am 6. Mai 2011 gab es einen Defekt an einem Ventil des Kühlsystems.[17]

Eine Auflistung von meldepflichtigen Ereignissen in den Jahren 1995 bis 2013 findet man bei der Aufsichtsbehörde NRA.[18]

Neustart verschoben

Im Juli 2013 weigerte sich der Gouverneur der Präfektur Niigita, die Anlage wieder hochfahren zu lassen.[19]

Ungeachtet dessen beantragte TEPCO am 27. September 2013 einen Neustart der Einheiten 6 und 7 des AKW. Im November des gleichen Jahres begann die Aufsichtsbehörde NRA mit Sicherheitsüberprüfungen.[20]

Der für Juli 2014 von TEPCO geplante Neustart wurde jedoch ohne Angabe eines neuen Zeitplans verschoben.[21]

Der zuständige Gouverneur Izumida bezeichnete im Oktober 2014 einen Neustart als verfrüht; die Ursachen der Fukushima-Katastrophe seien immer noch nicht verstanden, und es fehlten Notfallpläne in den benachbarten Gemeinden.[22]

Weitere Links

→ TEPCO: Nuclear / TEPCO-Power Plants (Informationen des Betreibers)
→ Nucleopedia: Kernkraftwerk Kashiwazaki Kariwa

(Letzte Änderung: 25.05.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: PRIS - Country Statistics/Japan abgerufen am 22. März 2015
  2. 2,0 2,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. Spiegel Online: Fukushima-Betreiber: Tepco will wieder Atomstrom produzieren vom 27. September 2013
  4. WNA Reactor Database: Kashiwazaki Kariwa 1, Japan abgerufen am 9. April 2016
  5. Reuters: CORRECTED-TABLE-Japan nuclear plant ops (Sendai No.1 starts commercial ops) vom 10. September 2015
  6. planetark.org: Japan reactor shut down due to high radiation vom 30. Mai 2000
  7. Spiegel Online: Abgeschaltet: Störfall in japanischem Atomkraftwerk vom 29. Juni 2000
  8. The Japan Times: Try learning from a critical mistake vom 23. März 2007 (via WayBack)
  9. nuklearforum.ch: Kashiwazaki-Kariwa: umfassende Überprüfung im Gang vom 18. Oktober 2007
  10. heise.de: Rauchzeichen über Japans Atomprogramm vom 18. Juli 2007
  11. Spiegel Online: Fukushima-Betreiber: Wie Atomgigant Tepco Pannen in Serie vertuschte vom 22. März 2011
  12. tagesschau.de: Kosten von Atomunfällen - Fukushima, Tschernobyl und viele andere vom 11. März 2014
  13. DER SPIEGEL 11/2011: Fukushima ist überall vom 14. März 2011
  14. nuklearforum.ch: Kashiwazaki-Kariwa-5 wieder in Betrieb vom 2. Dezember 2010
  15. Spiegel Online: Japan: Ein Verletzter bei Brand in Atomkraftwerk vom 5. März 2009
  16. Spiegel Online: Zwischenfall: Rauch in japanischem Kernkraftwerk gesichtet vom 19. November 2009
  17. Spiegel Online: Erdbebengefahr: Japanische Regierung legt großes AKW still vom 6. Mai 2011
  18. NRA: Kashiwazaki-Kariwa Nuclear Power Station abgerufen am 14. April 2015 (via WayBack)
  19. FR Online: Fukushima-Reaktor immer noch undicht vom 31. Juli 2013
  20. nuklearforum.ch: Japan: Sicherheitsüberprüfung von Kashiwazaki-Kariwa-6 und -7 aufgenommen vom 26. November 2013
  21. Business Insider: Japan government sees delay in restart of world's biggest nuclear plant: sources vom 3. Juli 2014
  22. Huffington Post: Japanese Governor Says It's Too Soon To Restart Nuclear Reactors After Fukushima vom 15. Oktober 2014 (via WayBack)

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