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Kerntechnischer Ausschuss (KTA)

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Organisationen und Kommissionen > Kerntechnischer Ausschuss (KTA)

Der Kerntechnische Ausschuss (KTA), der 1972 durch einen Erlass des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft (BMBW) gegründet wurde, ist für die sicherheitstechnischen Regelwerke im Bereich der Atomenergie zuständig.

Auf seiner Homepage beschreibt der KTA sein Mandat wie folgt: "Der Kerntechnische Ausschuss (KTA) hat die Aufgabe, auf Gebieten der Kerntechnik, bei denen sich auf Grund von Erfahrungen eine einheitliche Meinung von Fachleuten der Hersteller, Ersteller und Betreiber von Atomanlagen, der Gutachter und der Behörden abzeichnet, für die Aufstellung sicherheitstechnischer Regeln zu sorgen und deren Anwendung zu fördern. Das Regelprogramm des KTA umfasst aktuell 97 Regelvorhaben."[1]

Der KTA setzt sich aus 35 Personen zusammen, darunter 7 Vertretern der AKW-Hersteller, 7 Vertretern der Betreiber sowie weiteren 21 Vertretern von Behörden, Organisationen und Gutachtern.[2]

Das Präsidium besteht überwiegend aus Vertretern der Atomlobby: dort sitzen je ein Vertreter der Atomkonzerne E.ON und AREVA sowie des TÜV SÜD und nur ein Vertreter des Umweltministeriums.[3] Die Geschäfte des Kerntechnischen Ausschusses führt eine Geschäftsstelle, die auf Weisung des Präsidiums handelt und dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) verwaltungsorganisatorisch zugeordnet ist.[4]

2008 wurde in der "Süddeutschen Zeitung" kritisiert, dass das Regelwerk des KTA "manche Lücken" aufweise. So hatten z. B. 2001 im AKW Philippsburg Notfallkühltanks eine falsche Borkonzentration enthalten; im Betriebshandbuch waren für den Notfall nur unvollständige Anweisungen formuliert.[5]

Der KTA hat in Zusammenarbeit mit dem TÜV Süd 2009 ein Seminar zum Regelwerk der Atomtechnik angeboten; die Seminarinhalte werden auf einer Seite der Atomlobbyorganisation Kerntechnische Gesellschaft (KTG) aufgeführt.[6]

Der Kerntechnische Ausschuss verfolgt trotz des Atomausstiegs auch Neuentwicklungen im Bereich der Atomkraft aufmerksam mit: Am 18. November 2013 besuchten Vertreter das Institut für Festkörper-Kernphysik (IFK), das mit seiner Konzeption des Dual-Fluid-Reaktors eine neue Runde der Atomenergie einläuten möchte. Der KTA soll "in die detaillierte Ausarbeitung eines Sicherheitskonzeptes" für die Neuentwicklung eingebunden werden.[7]

Weitere Links

→ BMUB: Regelwerk des Kerntechnischen Ausschusses (KTA-Regelwerk)
→ BfS: Kerntechnischer Ausschuss (KTA)
→ GRS: Kerntechnischer Ausschuss (KTA)
→ Deutsche Atomforum: Genehmigung und Aufsicht von Kernkraftwerken

(Letzte Änderung: 22.10.2015)

Einzelnachweise

  1. KTA: Der Kerntechnische Ausschuss (KTA) (Homepage) abgerufen am 6. Juni 2015
  2. KTA: Zusammensetzung des KTA abgerufen am 6. Juni 2015
  3. KTA: Das KTA-Präsidium abgerufen am 6. Juni 2015
  4. KTA: KTA-Geschäftsstelle abgerufen am 6. Juni 2015
  5. Süddeutsche.de: Im Labyrinth der Zuständigkeiten vom 12. Dezember 2008
  6. Kerntechnische Gesellschaft: Strahlenschutz und Radioaktivitätsüberwachung vom Februar 2009
  7. facebook: Dual Fluid Reaktor vom 19. November 2013

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