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Atomenergie in Europa > Ukraine > Khmelnitsky (Ukraine)

2 Druckwasserreaktoren • Leistung: 1.000 MW/1.000 MW • Typ: WWER V-320/WWER V-320 •
Hersteller: Minatomenergo • Baubeginn: 1. November 1981/1. Februar 1985 •
Inbetriebnahme: 10. Dezember 1987/1. August 2004 •[1][2] Abschaltung: offen


Khmelnytskyi Nuclear Power Plant Unit No.jpg

AKW Khmelnitsky (Ukraine)

Der Standort Khmelnitsky befindet sich nahe der Satellitenstadt Netishin im Zentrum der westlichen Ukraine. Dort liefern zwei Reaktoren sowjetischer Bauart Strom, die 1987 und 2004 in Betrieb gegangen sind. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist die staatliche ukrainische National Nuclear Energy Generating Company "Energoatom" (NNEGC), Hersteller war Minatomenergo.[1][2][3]

An zwei Einheiten, Khmelnitsky-3 und -4, wurde 1986 und 1987 mit  Bauarbeiten begonnen, die jedoch 1990 gestoppt und bis heute nicht wieder aufgenommen wurden. Die Einheiten waren zu 75 % bzw. 28 % fertiggestellt.[4] Sie sollten ursprünglich 2000 und 2001 in Betrieb gehen,[2] bei der IAEO wird das Jahr 2021 genannt.[5]

1995 hatten die G7-Staaten der Ukraine als Ersatz für die Schließung des AKW Tschernobyl die Fertigstellung der Reaktoren Khmelnitzky-2 und Riwne-4 in Aussicht gestellt, obwohl der damalige Präsident Kutschma Gaskraftwerke vorgezogen hätte.[6]

2010 schloss die Ukraine mit Russland ein Regierungsabkommen, und 2011 mit dem russischen Unternehmen Atomstroyexport einen Vertrag zur Fertigstellung der Einheiten 3 und 4 ab. Im August 2014 teilte zunächst der Energoatom-Chef mit, man werde die Kooperation mit Russland nicht fortsetzen. Im Oktober 2014 gab der ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk bekannt, dass das tschechische Unternehmen Škoda JS mit der Fertigstellung beauftragt werden soll, das seit fast 40 Jahren Erfahrung mit WWER-Reaktoren hat.[7]

Am 15. September 2015 verabschiedete das ukrainische Parlament ein Gesetz, mit dem die ukrainisch-russische Kooperation zur Fertigstellung der Einheiten 3 und 4 beendet wird. Dies wurde damit begründet, dass Russland seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei.[8] Im August 2016 wurde stattdessen mit der Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet.[4]

Störfälle

In den Jahren 1992 bis 1996 ereigneten sich mehrere Störfälle:[9]

  • März 1992: Abschaltung wegen Leitungsproblemen
  • Mai und November 1992: Abschaltungen wegen Turbinenvibrationen
  • Dezember 1992: Abschaltung wegen eines Wasserstofflecks im Kühlsystem
  • März 1994: Feuer in der Turbinenhalle wegen eines Kurzschlusses (INES-Stufe 1)
  • April 1996: Nach einer Fehlfunktion im Reaktorkühlsystem Anstieg der Temperaturen im Primärkreislauf (nach drei Stunden behoben, INES-Stufe 1)
  • Juli 1996: Irrtümliche Füllung einer Stickstoffleitung mit Kühlwasser; Kontamination der Leitung, des Equipments und der Stickstofferzeugungsanlage (INES-Stufe 1)
  • Juli 1996: Eine Leitung mit Dampf unter Hochdruck barst; ein Arbeiter wird verbrannt und stirbt später (Klassifizierung je nach Quelle umstritten: INES-Stufe 3 oder 1)


→ Energoatom: Khmelnytska NPP (Homepage des Betreibers)
→ IAEO: IAEO Environmental Impact of Potential Accidental Releases from Nuclear Energy Systems vom Oktober 2012

(Letzte Änderung: 16.07.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: PRIS - Country Statistics/Ukraine abgerufen am 3. Juni 2014
  2. 2,0 2,1 2,2 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. Energoatom: Khmelnytska NPP abgerufen am 4. Juni 2014
  4. 4,0 4,1 WNA: Nuclear Power in Ukraine abgerufen am 16. Juli 2017
  5. IAEO: Country Nuclear Power Profiles/Ukraine abgerufen am 14. Februar 2015
  6. taz.de: Gemeinsam gegen Schröder vom 9. Juni 1999
  7. world nuclear news: Ukraine prepares to cancel Khmelnitski agreement with Russia vom 24. Juni 2015
  8. nuklearforum.ch: Ukraine: Russland baut Chmelnizki-3 und -4 nicht fertig vom 29. September 2015
  9. Nuclear Energy Institute: Soviet-Designed Nuclear Power Plants in Russia, Ukraine, Lithuania, Armenia, the Czech Republic, the Slovak Republic, Hungary and Bulgaria (Fifth Edition) von 1997 [Dokument nicht mehr verfügbar]

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