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Knebel, Joachim

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Die Lobbyisten > Knebel, Joachim

Lobbyist für Atomforschung

An Dr. Joachim Knebel wird die enge Verflechtung zwischen Atomlobby und Wissenschaft deutlich. So war Knebel, der derzeit als Chief Science Officer am Kerntechnischen Institut Karlsruhe (KIT) beschäftigt ist, von 2006 bis 2012 Mitglied des Vorstands der Kerntechnischen Gesellschaft (KTG), 2007 bis 2010 Mitglied des Verwaltungsrats des Deutschen Atomforums (DAtF) und von 2008 bis 2011 Vizepräsident der European Nuclear Society (ENS), allesamt wichtige Lobbyorganisationen der Atomindustrie. Seit 2012 ist Knebel an Kernfusionsprojekten beteiligt.[1][2]

Als Lobbyist vertritt Knebel insbesondere die Interessen der Atomforschung, die in deutschen Instituten betrieben wird.

Im Februar 2009 plädierte Knebel für eine Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke. "Kein Land der Welt schaltet Kernkraftwerke nach 32 Jahren ab. Sie können gut und gern 40 Jahre laufen, die USA lassen sie 60 Jahre laufen. (…) Die aktuell betriebenen Kernkraftwerke in Deutschland und Europa sind sicher - Punkt."[3]

Trotz Fukushima: Atomkraft nicht aufgeben

Nach der Fukushima-Katastrophe forderte Knebel in einem von ihm verfassten Artikel bei "n-tv" vom 21. März 2011, die Atomkraft dürfte nicht aufgegeben werden. Als "Wissenschaftsmanager", wie sich Knebel darin bezeichnete, sah er die Atomkraft als "wichtigen Bestandteil" der Energieversorgung in Deutschland. "Die Kernkraftwerke in Deutschland sind sicher – sie gehören zu den sichersten Anlagen der Welt. Das Fachpersonal in den Kraftwerken ist geschult und verantwortungsbewusst, wir haben sehr hohe Sicherheitsstandards. Die kerntechnische Lehre an unseren Hochschulen ist exzellent. Unsere Forschung ist führend, oftmals federführend." Deutschland müsse weiterhin aktiv an der Atomkraft teilhaben und sein wissenschaftliches Know-how pflegen, um international mitsprechen zu können.[4]

In einem Artikel der "Deutschen Welle" vom August 2012 wehrte sich Knebel gegen eine Kürzung der staatlichen Mittel. Aufgrund der Energiewende sah er "die Erfolgsgeschichte der deutschen Nuklearforschung" in Gefahr. Insbesondere bei den Themen Sicherheit, Entsorgung und Untersuchung von Störfällen sei eine deutsche "kerntechnische nukleare Expertise auf höchstem Niveau" unverzichtbar.[5]

Knebel setzt sich auch für die Forschung an der Transmutation im Karlsruher Institut ein, mit der hochradioaktive Substanzen durch Neutronenbeschuss in weniger gefährliche Stoffe umgewandelt werden sollen. Er räumte 2013 jedoch ein, dass bei der Transmutation die Ableitung der hohen Wärmeleistung problematisch sei und ein Prototyp erst in 15 bis 20 Jahren zur Verfügung stehen könnte.[6] Auf Probleme mit der Kühlung hatte Knebel schon 10 Jahre zuvor hingewiesen, wesentliche Fortschritte scheint es bei der Transmutationsforschung also seit 2003 nicht gegeben zu haben.[7]

Im Februar 2015 kritisierte Knebel neuerdings, dass die Mittel zur Forschung im Bereich Atomkraft immer weiter gekürzt werden. Deutschlands Expertise werden deswegen immer weiter zurückgehen.[8]

(Letzte Änderung: 25.10.2016)

Einzelnachweise

  1. kit.edu: Dr. Joachim Knebel - Chief Science Officer Bereich 4 abgerufen am 26. Juni 2013
  2. KIT: Prof. h.c. Dr.-Ing. Joachim U. Knebel abgerufen am 29. September 2015 (via WayBack)
  3. Deutschlandradio: Atomkraft - ja bitte? vom 21. Februar 2009
  4. n-tv.de: Kernenergie nicht aufgeben vom 21. März 2011
  5. Deutsche Welle: Forschung zwischen Atom, Sonne und Wind vom 23. August 2012
  6. Helmholtz Gemeinschaft: Forschung für sichere Entsorgung abgerufen am 1. Juli 2013
  7. DER SPIEGEL 41/2003: Rückkehr der Reaktoren vom 1. Oktober 2003
  8. Der Tagesspiegel: Ausstieg aus der Kernenergie - Schrumpft in Deutschland das Wissen über Atomtechnik? vom 9. Februar 2015

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