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Koeberg (Südafrika)

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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Südafrika > Koeberg (Südafrika)

2 Druckwasserreaktoren • Leistung: 970 MW/970 MW • Typ: CP1/CP1 • Hersteller: Framatome •
Baubeginn: 1. Juli 1976 • Inbetriebnahme: 14. März 1984/7. Juli 1985 • [1][2] Abschaltung: offen


Einziges Atomkraftwerk in Afrika

Koebergnps.jpg

AKW Koeberg (Südafrika)

Koeberg ist das einzige kommerzielle Atomkraftwerk in Afrika und zugleich das südlichst gelegene der Welt.

Es befindet sich in der Nähe des Melkbosstrand, ungefähr 30 km im Nordwesten von Kapstadt. Der hochradioaktive Atommüll wird am Standort gelagert, schwach- und mittelradioaktive Abfälle werden auf der Straße in das 600 km entfernte Endlager Vaalputs transportiert. Der Betreiber Eskom wirbt mit einem 3.000 ha großen Naturreservat, das die Anlage umgibt.[3]

Das Atomkraftwerk besteht aus zwei Druckwasserreaktoren mit je 970 MW Leistung. Koeberg-1 wurde am 14. März 1984 in Betrieb genommen, Koeberg-2 am 7. Juli 1985. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist die ESCOM.[1] Hersteller war das französische Unternehmen Framatome (heute AREVA).[2]

Nach Aussage der Sicherheitsbehörde sei das AKW gegen Erdstöße der Stärke 7 gesichert, und es könne eine Tsunamiwelle von acht Metern überstehen. Es gebe einen Notfallplan für einen Umkreis von 22 km um die Reaktoren.[4]

Zwischenfälle

Am 19. Dezember 1982, noch in der Bauphase, verübte der militärische Arm des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) mit vier Haftminen einen Anschlag auf das AKW, welcher zwar schwere Schäden auslöste, bei dem aber niemand verletzt wurde.[5][6]

Auch danach kam es zu diversen Zwischenfällen. So pumpte der Betreiber kontaminierte Fische und Haie durch seinen Kühlwasserabfluss ins Meer. Bereits ein Jahr nach Inbetriebnahme musste das AKW wegen Atomalarms abgeschaltet werden: Metallschilder wurden in Stahlrohren gefunden. 1993 wurde das AKW von der Afrikaner Weerstandsbeweging als Ziel ausgemacht, ein Anschlag konnte aber verhindert werden. 1994 wollte der ANC das AKW schließen und dort günstige Wohnungen bauen, was aber aus Kostengründen nicht verwirklicht wurde. 2002 gelang es Greenpeace-Aktivisten, in das AKW einzudringen.[6] Greenpeace wies auf die mangelnde Sicherheit des AKW hin und entrollte Banner mit dem Titel "Nukes out of Africa".[7]

2006 verursachte das AKW wegen Dutzender von Pannen immer wieder Stromausfälle in den Regionen Kapstadt und Johannesburg. Ursache war u. a. ein Generatorschaden, der sich infolge von Wartungsarbeiten am 25. November 2005 ereignete. Ein acht Zentimeter langer Bolzen hatte den Rotor und andere Teile des Generators beschädigt. Am 18. Februar 2006 musste ein weiterer Generator wegen technischer Probleme ausgeschaltet werden.[8][9] Der staatliche Energiekonzern Escom verteilte Energiesparlampen in der Region. Erst im Juni 2006 konnten die Reparaturen am AKW beendet werden.[10]

Im Juli 2008 musste das AKW wegen einer Pannenserie vorübergehend abgeschaltet werden.[11]

2010 wurden Arbeiter bei Wartungsarbeiten leicht verstrahlt. Der Betreiber räumte ein, dass es einen "Mangel an Aufsicht und nicht ausreichend ausgebildetes Personal" gebe. Umweltverbände kritisieren das Fehlen eines Notfallplans und klarer Sicherheitsregeln sowie die mangelhafte äußere Absicherung.[12]

Weitere Links

→ Eskom: Koeberg Power Station (Homepage des Betreibers)
→ Koeberg Alert Alliance: Homepage (Bürgerinitiative gegen Atomkraft)

(Letzte Änderung: 28.01.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: PRIS - Country Statistics/South Africa abgerufen am 28. Juni 2014
  2. 2,0 2,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. Eskom: Koeberg Power Station abgerufen am 28. Juli 2014
  4. Allgemeine Zeitung (Namibia): Namibia erarbeitet Atomgesetze - Geschehnisse in Japan bei Reaktorbau beachten vom 24. März 2011
  5. sahistory.org.za: ANC attacks Koeberg nuclear power station abgerufen am 20. November 2014
  6. 6,0 6,1 iol news: Koeberg: SA's ill-starred nuclear power plant vom 11. März 2006
  7. Greenpeace: Afrikas letztes Atomkraftwerk vom 16. Oktober 2002
  8. Melkbos: The loose bolt incident at Koeberg abgerufen am 29. Dezember 2013
  9. Kapstadt News: Massive Stromausfälle in Kapstadt und Johannesburg vom 20. Februar 2006
  10. Kapstadt News: Eskom verteilt fast drei Millionen Energiesparlampen vom 5. Juni 2006
  11. n-tv.de: Nach Panne im AKW Koeberg - Kraftwerk läuft wieder vom 26. Juli 2008
  12. Berliner Zeitung: Nach der Katastrophe von Fukushima steht Deutschland ... vom 2. April 2011

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