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Atomenergie in Europa > Slowenien > Krško (Slowenien)
Atomenergie in Europa > Kroatien > Krško (Slowenien)

Druckwasserreaktor • Leistung: 727 MW • Typ: WE 212 • Hersteller: Westinghouse •
Baubeginn: 30. März 1975 • Inbetriebnahme: 11. September 1981 •[1][2] Abschaltung: offen


Reaktor in erdbebengefährdetem Gebiet

2010 floods in Slovenia (15).png

AKW Krško während des Hochwassers 2010 (Slowenien)

Mit dem Bau der Druckwasserreaktors Krško, den Slowenien und Kroatien aus der Erbmasse des ehemaligen Jugoslawien übernommen haben, wurde 1970 begonnen. Die Technik lieferte das US-Unternehmen Westinghouse.[3] Krško besitzt eine Nettoleistung von 727 MW und erzeugte am 11. September 1981 seine erste Kettenreaktion, also vor über 30 Jahren. Der kommerzielle Betrieb begann aber erst am 1. Januar 1983. Eigentümer der Anlage ist die GEN Energija, Betreiber die Nuklearna Elektrarna Krško (NEK).[1] Hersteller des Reaktors war Westinghouse.[2]

Das Atomkraftwerk liegt bei der Gemeinde Krško an der Save im Osten Sloweniens, ungefähr 100 Kilometer östlich der slowenischen Hauptstadt Ljubljana und etwa 50 Kilometer nordwestlich der kroatischen Hauptstadt Zagreb.[4][5]

Es gehört Slowenien und Kroatien jeweils zur Hälfte und deckte 2008 20 % des slowenischen und 15 % des kroatischen Strombedarfs.[6]

Das AKW liegt nahe "der seismischen Bruchlinie zwischen der adriatischen und pannonisch-alpinen Platte". Erst 2016 wurden neue seismische Störungen entdeckt, die nun von Experten untersucht werden sollen, um die Erdbebenrisiken besser einschätzen zu können.[7]

Wegen der Erdbebengefahr fordern mehrere Länder, insbesondere Österreich, seine sofortige Abschaltung.[8] Krško ist nur 100 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Auf dem Gelände des KW befindet sich auch ein Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente. "Die Sicherheit dieses atomaren Zwischenlagers innerhalb des AKW ist auch in Slowenien nicht unumstritten. Die Brennstäbe werden derzeit in einer Art Trockenlager gelagert. Mittelfristig - bis in Europa eine Entscheidung zum hochradioaktiven Abfall gefallen ist."[9]

Risiken und Störfälle

Schon bei der Lieferung 1981 kam es zu Problemen: Als der 322 Tonnen schwere Dampfgenerator von Rijeka nach Krško transportiert wurde, prallte er auf die Autobahn. In den ersten acht Jahren wurde der Betrieb der zwei Mrd. Dollar teuren Anlage 70mal unterbrochen. Der Reaktor musste sicherheitstechnisch nachgebessert werden.[10]

2003 wurde entdeckt, dass ein Ventil der Hauptdampfleitung schadhaft war. Der Reaktor musste abgeschaltet werden. Nach einem Störfall im Juni 2008 wurde versehentlich ein Alarm in der ganzen EU ausgelöst. Slowenien räumte ein, das falsche Formular für die Meldung verwendet zu haben. Es war aber nur etwas Kühlwasser aus dem Reaktor ausgelaufen, erhöhte Radioaktivität wurde nicht gemessen.[6]

Im Februar 2012 deaktivierte sich der Reaktor aufgrund eines defekten Isolationsventils an der Hauptdampfleitung selbst.[11] Im Oktober 2012 schaltete Slowenien das AKW wegen Hochwassers des Flusses Save ab.[12]

2013 wurden während eines Brennstoffwechsels und einer Inspektion beschädigte Brennstäbe entdeckt.[13]

Im März 2014 installierte der Hersteller Westinghouse zwei zusätzliche passive Sicherheitssysteme im AKW. Damit sollen Unfallrisiken wie in Fukushima vermindert und Auswirkungen verringert werden.[14]

Am 4. Juni 2015 wurde der Reaktor wegen technischer Probleme bei der Temperaturüberwachung des Primärkreislaufs vorsorglich abgeschaltet.[15]

Stilllegung nicht geplant

Nach der Fukushima-Katastrophe lehnten Slowenien und Kroatien eine Abschaltung des Reaktors ab.[3] Eigentlich sollte das AKW 2023 abgeschaltet werden. Im Juli 2015 einigten sich beide Staaten jedoch auf eine Laufzeitverlängerung bis 2043.[5]

Nuklearna Elektrarna Krško (NEK) (Homepage des Betreibers)
→ Deutscher Bundestag: Störfall im slowenischen Atomkraftwerk Krsko sowie im Atomkraftwerk Philippsburg (Drucksache 16/9979) vom 15. Juli 2008

(Letzte Änderung: 09.04.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: PRIS - Country Statistics/Slovenia abgerufen am 28. Mai 2014
  2. 2,0 2,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. 3,0 3,1 Wirtschaftsblatt.at: Krsko ist für Versorgung Kroatiens noch zu wichtig vom 23. März 2011
  4. WNA Reactor Database: Krsko, Slovenia abgerufen am 9. April 2016
  5. 5,0 5,1 orf.at: Slowenien und Kroatien verlängern Laufzeit von AKW Krsko vom 21. Juli 2015
  6. 6,0 6,1 Spiegel Online: AKW-Zwischenfall: Slowenien räumt Fehler bei Alarmmeldung ein vom 5. Juni 2008
  7. orf.at: AKW Krsko: Neue Erdbebenlinien aufgedeckt vom 8. April 2016
  8. ORF.at: Über 1.500 Einsprüche gegen Krsko-Ausbau vom 23. September 2011
  9. ORF: Wie sicher ist das AKW Krško? vom 25. Januar 2014
  10. DER SPIEGEL 49/1989: Tschernobyl in Jugoslawien? vom 4. Dezember 1989
  11. ORF: Slowenien: AKW nach Ausfall eine Woche vom Netz vom 26. Februar 2013
  12. pravdatvcom.wordpress.com: Hochwasser: Sloweniens einziges Atomkraftwerk Krsko heruntergefahren vom 30. Oktober 2012
  13. IAEO: The International Nuclear and Radiological Event Scale (INES) abgerufen am 9. April 2017
  14. nuklearforum.ch: Westinghouse-Sicherheitssysteme in Krsko eingebaut vom 12. März 2014
  15. Yahoo! News: Technical problem shuts down Slovenian nuclear plant vom 4. Juni 2015

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