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Die Lobbyisten > Kuhnt, Dietmar

Dietmar Kuhnt ist ein ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Energiekonzerns RWE und setzte sich Jahrzehnte lang für die Atomkraft ein. Er unterstützte auch die Arbeit der beiden wichtigsten Lobbyorganisationen Deutsches Atomforum (DAtF) und Kerntechnische Gesellschaft (KTG) und war an der Gründung des Informationskreises KernEnergie (IK) beteiligt.[1]

1998 lehnte Kuhnt in einem Interview mit dem "Spiegel" den geplanten Atomausstieg der Regierung Schröder rundweg ab,[2] kritisierte diesen als in jeder Hinsicht falsch für Deutschland und drohte Entschädigungsforderungen der Atomkonzerne an.[3]

Aber schon im Dezember 1998 einigten sich Kuhnt und die Konzernchefs mit Schröder in aller Stille auf die Eckpunkte des Ausstiegs.[4] 2000 bezeichnete er den zwischen der Regierung Schröder und den Atomkonzernen ausgehandelten Atomkonsens als vertretbar,[5] ein Indiz dafür, dass Schröder ausgesprochen milde mit den Atomkonzernen umgegangen war.

2003 wurde Kuhnt von Harry Roels als RWE-Vorstandsvorsitzender abgelöst. Als Kuhnt 2003 aufgrund seiner Verdienste für die Atomkraft zum Ehrenmitglied der Kerntechnischen Gesellschaft ernannt wurde, sah er eine "zweite Zukunft" für die Atomkraft anbrechen. Voraussetzung dafür seien aber eine höhere Akzeptanz derselben und eine Lösung der Endlagerfrage.[1]

2008 schied Kuhnt aus dem Verwaltungsrat des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (RWI) aus, dem er seit 1995 angehört hatte.[6] Das RWI hatte 2008 im Interesse der Atomindustrie vorgerechnet, dass Wirtschaft und Bürger mit einer Laufzeitverlängerung bei deutschen Atomkraftwerken 50 Mrd. Euro sparen könnten.[7]

Vom Oktober 2009 bis Februar 2011 war Kuhnt Aufsichtsratsvorsitzender bei der TUI AG.[8]

→ Who´s who: Dietmar Kuhnt (Biografie)
→ Wikipedia: Dietmar Kuhnt

(Letzte Änderung: 17.10.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 KTG: KTG-Ehrenmitgliedschaft für Dr. Dietmar Kuhnt vom 3. November 2003
  2. DER SPIEGEL 33/1998: Keine Basis für Konsens vom 10. August 1998
  3. Tagesspiegel: RWE kritisiert Atom-Ausstieg vom 19. November 1998
  4. DER SPIEGEL 52/1998: Abschied vom Atomstrom vom 21. Dezember 1998
  5. manager magazin: Kein End-Datum für die Atomenergie vom 15. Juni 2000
  6. idw-online.de: RWI Essen: Erfolgskurs gefestigt - Personalia zum RWI-Verwaltungsrat vom 5. Juni 2008
  7. Focus Online: 50 Milliarden sparen mit Atomkraft vom 9. Juli 2008
  8. wiwo.de: Dietmar Kuhntabgerufen am 26. September 2015

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