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Atomenergie in Europa > Russland > Lenin (Russland)

3, später 2 Druckwasserreaktoren • Leistung: 90 MW, später 171 MW •
Typ: 3 x OK-150, später 2 x OK-900 • Stapellauf: 5. Dezember 1957 •
Inbetriebnahme: 3. Dezember 1959 • Betriebsende: 1989


Erstes ziviles Atomschiff weltweit

Icebreaker Lenin in Murmansk

Eisbrecher Lenin in Murmansk

Der nach einem der Staatsgründer der Sowjetunion benannte Eisbrecher Lenin war das erste atombetriebene zivile Überwasserschiff weltweit, das in Dienst gestellt wurde.[1]

Das Schiff wurde in der Leningrader Werft Ordschonikidse erbaut,[2] lief am 5. Dezember 1957 vom Stapel und wurde am 3. Dezember 1959 in Betrieb genommen.[3]

Es war anfangs mit drei OK-150-Reaktoren mit 90 MW Leistung ausgestattet, die mit zu 5 % angereichertem Uran betrieben wurden. Nach zwei Unfällen wurden diese im Jahr 1970 durch zwei OK-900-Reaktoren mit 171 MW ersetzt, bei denen Uran verwendet wurde, das mit 45 bis zu 75 % angereichert war.[1]

Unfälle 1965 und 1967

1965 vergaß das Personal beim Brennstoffwechsel, den Reaktorkern mit Kühlwasser zu versorgen, woraufhin sich dieser erhitzte und 60 % der Brennelemente deformiert und schwer beschädigt wurden. Einer der Reaktoren und die abgebrannten, radioaktiven Brennelemente wurden 1967 zur Ostküste des Nowaja-Semlja-Archipels transportiert und in der Tsivoli-Bucht im Meer verklappt. Der zweite Unfall 1967 ereignete sich ebenfalls bei einem Brennstoffwechsel: Wegen eines Lecks im Leitungssystem des dritten Kreislaufs musste für Untersuchungen der Reaktorschild mit Vorschlaghämmern geöffnet werden. Dabei wurde die Reaktoreinrichtung irreparabel beschädigt und später 40 bis 50 Meter unter dem Meeresspiegel versenkt.[4]

The Atomic Icebreaker "Lenin" (1958)01:13

The Atomic Icebreaker "Lenin" (1958)

(Ohne Ton, hochgeladen in YouTube am 13. April 2014)

Die Lenin legte insgesamt 654.000 Seemeilen zurück, davon 563.600 im arktischen Eis. 1989 wurde sie außer Dienst gestellt, weil ihre Außenhülle durch Eisabrieb zu dünn geworden war. Heute liegt sie an einem Anlegeplatz und wird als Schiffsmuseum genutzt.[5][2][1] Der abgebrannte Brennstoff war bereits 1990 entladen worden.[4]

Nach der Lenin wurden weitere nukleare Eisbrecher sowie noch vier atomgetriebene Frachtschiffe in Dienst gestellt: die US-amerikanische NS Savannah (1962), die deutsche NS Otto Hahn (1968), die japanische Mutsu (Japan 1974) und zuletzt die russische NS Sewmorput (1988).[1]

Weitere Links

→ bellona.org: Nuclear icebreaker Lenin vom 20. Juni 2003 (via WayBack)
→ ORF: Ein Erbteil der Nordmeerflotte vom 15. September 2013 (Bilder der Lenin)
→ ORF: Geisterschiff mit einsatzfähiger Crew vom 18. September 2013 (Ausstellung in der Lenin)

(Letzte Änderung: 06.01.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 WNA: Nuclear-Powered Ships abgerufen am 10. Juni 2015
  2. 2,0 2,1 polarnews.ch: Atomeisbrecher wird Konferenzzentrum vom 3. August 2009
  3. sputnicnews.com: Atomeisbrecher "Lenin": Arktis-Bezwinger feiert sein 55. Jubiläum vom 3. Dezember 2014
  4. 4,0 4,1 bellona.org: Nuclear icebreaker Lenin vom 20. Juni 2003 (via WayBack)
  5. Russia Beyond the Headlines: Eisbrecher – Russlands Eroberer des Nordpols vom 20. Januar 2014

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