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Die Lobbyisten > Maichel, Gert

RWE-Manager und Präsident des DAtF

Gert Maichel, Mitglied der CDU,[1] war ein wichtiger Wirtschaftsmanager und Atomlobbyist.

1998 war Gert Maichel zum Vorstandsvorsitzenden der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen (VEW) berufen worden,[2] einem Unternehmen, das 2000 im Atomkonzern RWE aufging.[3]

Als für die Atomwirtschaft positiven Aspekt des Atomkonsens´ zwischen der Regierung Schröder und den Energiekonzernen sah er im gleichen Jahr, dass die Regierung lange Laufzeiten für Atomkraftwerke garantiert und damit die Risiken der Konzerne vermindert habe.[4] Der Atomausstieg, so Maichel in einem Interview mit der "Welt", sei zwar schmerzlich, werde aber erst weit in der Zukunft erfolgen. Er kritisierte "die protest- und krawallbereite Widerstandsbewegung" bei Atomtransporten und die "ideologisch fundamentalistischen Positionen" der Atomkraftgegner. Die Atomenergie habe die Chance, wieder mehr Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu gewinnen.[5]

Von 2000 bis 2005 war Maichel Vorstandsvorsitzender der RWE Power AG. Als überzeugter Atomkraftbefürworter leitete er zudem die Lobbyorganisation Deutsches Atomforum (DAtF) von 2001 bis 2004.[1]

Als der bayerische CSU-Politiker Edmund Stoiber bei der Bundestagswahl 2002 als Kanzlerkandidat gegen Gerd Schröder antrat und das Ausstiegsgesetz ändern wollte, hoffte Maichel als Präsident des Deutschen Atomforums auf bessere Chancen für die Atomkraft. Deutschland könne bei einem Wahlsieg der Union dem Beispiel von Finnland und China folgen und neue Atomkraftwerke bauen.[6]

Karriereende bei RWE wegen Laurenz-Meyer-Affäre

Wegen seiner Verwicklung in den Korruptionsskandal des damaligen CDU-Generalsekretärs und Atomlobbyisten Laurenz Meyer musste Maichel 2005 aus dem Holdingvorstand ausscheiden und als Vorstandsvorsitzender der RWE Power zurücktreten. "Meyer hatte auf Grund öffentlicher Proteste gegen Überweisungen des Energiekonzerns auf sein Konto schließlich seinen Posten geräumt. Die Verantwortung für die Zahlungen an Meyer soll CDU-Mitglied Maichel getragen haben."[7]

2008 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft der Lobbyorganisation Kerntechnische Gesellschaft (KTG) verliehen. Er war zu dieser Zeit Mitglied des Direktorenrats des größten russischen Kohleproduzenten SUEK.[8]

In seiner Rede zur KTG-Mitgliedschaft setzte sich Maichel für einen Ausbau der Atomkraft ein. Der Atomausstieg habe schlechte Folgen für Deutschland, es regiere "eine Mischung aus Populismus, Gutmensch- und Weltverbesserertum, die zwar mehrheitsfähig, aber weder ökologisch, noch ökonomisch, noch naturwissenschaftlich belastbar ist." Da die Endlagerfrage nach Maichels Meinung geklärt sei (Gorleben) und die Atomkraft einen Beitrag zur Klimavorsorge leiste, müsse Deutschland nach dem Vorbild Frankreichs, Finnlands, Bulgariens und Großbritanniens neue Atomkraftwerke bauen und die Atomforschung forcieren. Dies stelle keinen Gegensatz zur Einführung der erneuerbaren Energien dar.[9]

Weitere Links

→ Konrad-Adenauer-Stiftung: Zukunftsforum Politik Nr. 12: Leitlinien einer nachhaltigen Energiepolitik (Seite 5 ff.) vom August 2000
→ Wikipedia: Gert Maichel

(Letzte Änderung: 26.09.2015)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 kernenergie.de: Dr. Gert Maichel Assumes Presidency of German Atomic Forum vom 31. Januar 2014
  2. manager magazin: Neue Köpfe im Vorstand vom 9. Dezember 1998
  3. Spiegel Online: Neuer Stromriese: Fusion von RWE und VEW perfekt vom 29. Juni 2000
  4. Spiegel Onlin: Atomenergie: Heute steigt Deutschland ein - in den Ausstieg vom 11. Juni 2001
  5. Welt Online: "Der Atomausstieg tut uns weh" vom 10. Juni 2001
  6. DER SPIEGEL 35/2002: Comeback der Reaktoren? vom 26. August 2002
  7. Spiegel Online:  RWE-Vorstand: Laurenz Meyers Freund wird entlassen vom 11. Februar 2005
  8. KTG: 31. KTG-Ehrenmitgliedschaft an Dr. iur. Gert Maichel verliehen vom 11. November 2008
  9. ktg.org  "Mehr Ehrlichkeit in der Energiepolitik! vom 11. November 2008

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