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Mexiko

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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Mexiko

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Mexiko-Stadt

Mexikos Interesse an der Einführung der Atomkraft ist bis 1956 zurückzuverfolgen, als eine erste Kommission für Atomenergie geschaffen wurde.[1] 1958 wurde Mexiko Mitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).[2]

Nach Einleitung der Standortsuche 1966 wurden 1969 Angebote für einen 600-MW-Reaktor eingeholt. 1976/1977 wurde mit dem Bau von zwei Reaktoren am Standort Laguna Verde begonnen, die 1988 und 1994 in Betrieb genommen wurden.[1]

Mexiko wollte ursprünglich zwanzig Atomkraftwerke bauen, aber schon Laguna Verde hatte nach zwanzigjähriger Planungs- und Bauzeit 4,5 Mrd. US-Dollar gekostet.[3]

Weitere Informationen zum Atomkraftwerk unter:

Laguna Verde

Equirectangular projection SW.jpg AKW-Standorte

Eine Übersicht über alle in Mexiko betriebenen und stillgelegten Forschungsreaktoren findet man unter → IAEO: Research Reactors/Countries: Mexiko

Kein Atomausstieg, Neubauten fraglich

Pläne, weitere Atomkraftwerke zu bauen, wurden aufgrund niedriger Gaspreise zurückgestellt.[4]

Seit der Fukushima-Katastrophe 2011 mehren sich in Mexiko die Stimmen, die einen Atomausstieg fordern, bislang sind aber keine Entschlüsse dazu gefasst worden.[5]

2012 investierte der mittelamerikanische Staat verstärkt in regenerative Energien. Das Energieministerium entwickelte verschiedene Szenarien für die künftige Energieerzeugung, von denen eines mehr auf regenerative Energien, ein anderes mehr auf Atomenergie setzte, ein drittes auf einen Mittelweg. Eine Entscheidung für ein Szenario sollte 2013 von einer neuen Regierung getroffen werden.[6]

Im September 2015 wurde bekannt, dass Mexiko den Bau zweier neuer Einheiten am Standort Laguna Verde prüft.[7]

Diebstahl radioaktiven Materials

Im Dezember 2013 wurde ein Lastwagen mit einer Ladung von Kobalt-60 gestohlen, das für medizinische Zwecke benutzt worden war und in einem Atommülllager bei Mexiko-Stadt entsorgt werden sollte. Der Lastwagen wurde wiedergefunden, der Behälter war jedoch aufgebrochen, so dass davon ausgegangen wird, dass die Täter schwer verstrahlt wurden. Siedlungen mussten vorübergehend geräumt werden. Da die radioaktiven Substanzen beim Transport kaum gesichert werden, gab es schon mehrere derartige Vorfälle.[8] Im April 2015 wurde ein Container mit radioaktivem Iridium-192 gestohlen; ein ähnlicher Vorfall hat sich 2014 ereignet.[9]

(Letzte Änderung: 17.04.2016)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: Country Nuclear Power Profiles/Mexiko abgerufen am 14. Februar 2015
  2. IAEO: Member States abgerufen am 11. März 2016
  3. DER SPIEGEL 1/1988: Lustgewinn wie auf einem Nagelbrett vom 4. Januar 1988 vom 4. Januar 1988
  4. www.world-nuclear.org: Nuclear Power in Mexiko von April 2012, abgerufen am 14. August 2012
  5. Deutsche Welle: Wende in Lateinamerikas Atompolitik? vom 17. März 2011
  6. Germany Trade & Invest: Gute Perspektiven für erneuerbare Energien in Mexiko vom 25. April 2012
  7. Reuters: UPDATE 1-Mexico eyes construction of two new nuclear reactors -official vom 24. September 2015
  8. Spiegel Online: Radioaktives Diebesgut in Mexiko: "Wer das Material angefasst hat, wird sterben" vom 5. Dezember 2013
  9. Handelsblatt: Radioaktives Material in Mexiko gestohlen vom 16. April 2015

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