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Atomenergie in Europa > Belgien > Mol (Belgien)

Studienzentrum für Atomenergie

SCK-CEN - panoramio (3)

Studienzentrum für Kernenergie SCK•CEN in Mol (Belgien)

In Mol, einem wichtigen Atomzentrum im Norden Belgiens nahe der niederländischen Grenze, wurde 1952 das Studienzentrum für Atomenergie gegründet, welches zunächst STK-CEAN (Studiecentrum voor de Toepassingen van Kernenergie/Centre d’Etudes pour les Applications de l’Energie nucléaire) genannt und 1957 in SCK•CEN (Studiecentrum voor Kernenergie/Centre d’Etude de l’Energie Nucléaire – Belgian Nuclear Research Centre) umbenannt wurde.

Im Studienzentrum werden diverse Forschungsreaktoren betrieben: der BR-1 (Belgian Reactor 1, seit 1956), der BR-2 (seit 1961) und VENUS (seit 1964). Außerdem war dort von 1962 bis 1987 der kommerzielle Druckwasserreaktor BR-3 in Betrieb. Seit 1974 ist das Studienzentrum an den europäischen Forschungen zur Kernfusion beteiligt. 1999 wurde mit dem Forschungsprojekt MYRRHA ((Multi-purpose hybrid research reactor for high-tech applications) begonnen.[1]

Im November 2015 wurde ein ranghoher Mitarbeiter des Forschungszentrums von islamischen Terroristen ausspioniert.[2]

Anlagen zur Wiederaufarbeitung und Verglasung

Das Atomzentrum Mol war und ist außerdem in den Feldern Wiederaufarbeitung und Verglasung atomarer Abfälle tätig.

1957 wurde die Wiederaufarbeitungsanlage Eurochemic eröffnet, deren Ausmaße eigentlich doppelt so groß geplant waren als die der Anlagen in La Hague und Wackersdorf. Jedoch wurde die Anlage bereits 1974 vom Betreiber wegen mangelnder Rentabilität geschlossen. Die Kosten für den Bau waren bei 36,5 Mio. Dollar gelegen, die Kosten für den Rückbau wurden auf das Siebenfache geschätzt. Eurochemic hinterließ 2.865 Kubikmeter flüssigen, hochradioaktiven Müll.[3][4]

1985 wurde eine "Anlage zur Verglasung radioaktiver Spaltproduktkonzentrate" namens Pamela gegründet, in der flüssiger Atommüll mit Hilfe von Glas verfestigt und lagerungsfähig gemacht wird.[3][5]

1984 wurde die Abfallverwertungsanlage Belgoprocess in Dessel nahe Mol gegründet.[6] Die belgische Atomaufsicht FANC hat 2012 darauf hingewiesen, dass Belgoprocess hinsichtlich der Lagerung von Atommüll nicht mehr die modernen Sicherheitsanforderungen erfüllt. Belgoprocess sagte zu, die Mängel zu beheben.[7]

Der Standort Mol war in den Skandal um Atommüllschiebereien und Schmiergelder im Hanauer "Atomdorf" verwickelt, der 1986 aufflog.

(Letzte Änderung: 01.01.2017)

Einzelnachweise

  1. sckcen.be: History abgerufen am 29. April 2016
  2. Welt Online: Im Visier des IS - So unsicher sind Belgiens Kernkraftwerke vom 29. März 2016
  3. 3,0 3,1 DER SPIEGEL 4/1988: Von Deutschen kolonialisiert vom 25. Januar 1988
  4. grenzecho.net: Zelle für Zelle, Zentimeter für Zentimeter vom 27. November 2009
  5. KIT: Immobilisierung hochradioaktiver Abfälle (Verglasung) abgerufen am 19. Februar 2014
  6. Belgoprocess: Homepage abgerufen am 27. November 2014
  7. sporza.be: Wie sicher ist das Atommülllager Dessel? vom 22. Februar 2012

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