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Die Lobbyorganisationen > Nuclear Energy Institute (NEI)

Mandat

Das in New York D. C. ansässige Nuclear Energy Institute (NEI) ist eine US-amerikanische Lobbyorganisation, deren Aufgabe es ist, die Nutzung der Atomenergie im Kongress, im Weißen Haus und bei anderen Organisationen zu propagieren. Mit einheitlicher Stimme möchte sie die globale Bedeutung der Atomenergie und der Atomtechnik herausstellen.[1] Das NEI entstand 1994 aus einer Fusion diverser Organisationen der Atomindustrie, darunter auch des 1953 gegründeten Atomic Industrial Forum (AIF).[2]

Laut NEI lassen sich mit Atomkraft Treibhausgase vermindern, der Klimawandel einschränken, zuverlässig Energie erzeugen und 100.000 Arbeitsplätze erhalten. Deswegen müsse die Atomkraft Teil des US-amerikanischen Energiemix´ bleiben.[3] In Bezug auf den Klimawandel beruft sich die NEI dabei auch auf Patrick Moore, einem ehemaligen Leiter von Greenpeace, der später zum Atomlobbyisten wurde.[4]

Öffentliches Wirken und Kritik

Das NEI veröffentlichte in den 1990er Jahren eine umfangreiche Quellensammlung zu Atomkraftwerken sowjetischer Bauart in Russland und osteuropäischen Staaten, in der sie deren Störfälle und die nach Tschernobyl ergriffenen Maßnahmen beschrieb.[5]

1999 beschuldigte die Organisation "Public Citizen", die sich für den Schutz von Gesundheit, Sicherheit und Demokratie in den USA einsetzt, das NEI, eine falsche und für Verbraucher irreführende Kampagne zur Atomkraft durchzuführen. NEI hatte Atomkraft als Energiequelle angepriesen, die den Umweltschutz fördere. Public Citizen forderte die Federal Trade Commission auf, die Kampagne des NEI als irreführend zu bezeichnen.[6]

Greenpeace kritisierte, dass das Nuclear Energy Institute in Kampagnen ein Greenwashing der Atomenergie betreibe, da es behaupte, diese Energiequelle sei weder umwelt- noch klimaschädlich. Greenpeace wies außerdem darauf hin, dass das NEI den früheren Greenpeace-Aktivisten und heutigen Atomlobbyisten Patrick Moore und den früheren Gouverneur Christie Todd Whitman als Sprachrohre der Organisation CASEnergyCoalition angeworben habe. Die CASEnergyCoalition agiere als "front group" des NEI.[7]

2012 zitierte das NEI Aussagen von Professoren, um die Auswirkungen von Fukushima herunterzuspielen: von Kathryn Higley, einer Professorin für Strahlenphysik an der Oregon State University, die behauptet hatte, dass die gesundheitlichen Folgen für Bevölkerung und Arbeiter aus radiologischer Sicht "sehr, sehr geringfügig" seien, sowie von den Professoren Robert Gale (London) und John Boice (Vanderbilt University) mit ähnlichen Statements.[8]

2011 bis 2014 wendete die NEI jeweils über 2 Mio. US-Dollar für das Lobbying auf; 2014 waren es 2,155 Mio.[9]

Als großen Verlust bezeichnete das NEI die Schließung des AKW Vermont Yankee Ende 2014 und hob die ihrer Meinung nach dadurch entstehenden Risiken hervor: es drohten eine Energiekrise in Neuengland und Herausforderungen bei der Reduzierung der CO2-Emissionen.[10]

Weitere Links

NuclearEnergy Institute (Homepage)
CASEnergyCoalition (Homepage)
→ Wikipedia (engl.): Nuclear Energy Institute

(LetzteÄnderung: 29.10.2016)

Einzelnachweise

  1. NEI: About NEI abgerufen am 1. Juni 2015
  2. NEI: History abgerufen am 1. Juni 2015
  3. NEI: Why Nuclear Energy? abgerufen am 1. Juni 2015
  4. NEI: Clean Air Energy abgerufen am 1. Juni 2015
  5. NEI: Source Book - Soviet-DesignedNuclear Power Plants in Russia, Ukraine, Lithuania, Armenia, the Czech Republic, the Slovak Republic, Hungary and Bulgaria von 1997 [Seite nicht mehr verfügbar]
  6. Public Citizen: Public Citizen Asks FTC to Declare NEI Ads False, Misleading vom 2. Juni 1999
  7. Greenpeace: The Nuclear Energy Institute - Green Washing Nuclear Power abgerufen am 1. Juni 2015
  8. safetyfirst.nei.org: Experts Say Health Effects of Fukushima Accident Should Be Very Minor vom 5. März 2012
  9. opensecrets.org: Nuclear Energy Institute abgerufen am 1. Juni 2015
  10. NEI: Closing Vermont Yankee abgerufen am 1. Juni 2015

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