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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Pakistan

Pakistans Atomprogramm

Rising Karachi.jpg

Karatschi (Pakistan)

Pakistans Einstieg in die Atomkraft begann mit einem kleinen Programm für Forschung und Entwicklung im Jahre 1954. 1957 war der südasiatische Staat ein Gründungsmitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO). Im Mai 1965 beauftragte Pakistan die Canadian General Electric mit dem Bau des ersten Reaktors Kanupp. 1975 erarbeitete die Pakistan Atomic Energy Commission (PAEC) zusammen mit der IAEO eine Planstudie für den Bau von 17 Reaktoren. Da der Verdacht bestand, dass Pakistan das im Reaktor Kanupp produzierte Plutonium für Atomwaffen benutzen würde, zog Kanada seine Unterstützung zurück.[1][2]

1979 plante Pakistan mit französischer Unterstützung den Bau einer nuklearen Wiederaufarbeitungsanlage, Frankreich widerrief aber auf Druck der USA seine Zusage.[3]

Ein erster von sechs geplanten Reaktoren am Standort Chasnupp sollte eigentlich schon 1988 fertiggestellt werden. Der Westen war aber aus Sorge wegen pakistanischer Atomwaffen nicht zu einer Lieferung zu bewegen, so dass schließlich China einsprang und 1991 einen Vertrag unterzeichnete.[1]

Heute betreibt Pakistan fünf kleinere Reaktoren: Kanupp mit 100 MW (seit 1971), Chasnupp-1 und -2 mit je 325 MW, Chasnupp-3 mit 315 MW und Chasnupp-4 mit 300 MW Leistung (seit 2000, 2011, 2016 und 2017).

Weitere Informationen unter:

Kanupp
Chasnupp

Equirectangular projection SW.jpg AKW-Standorte

Pakistan besitzt außerdem zwei aktive Forschungsreaktoren mit der Bezeichnung PARR-1 (10.000 KW) und PAAR-2 (30 KW) bei Islamabad, die 1965 und 1989 in Betrieb gingen (Stand: 4. April 2014). Zwei weitere wurden stillgelegt.[4]

Am 2. Januar 2014 kündigte die Pakistan Atomic Energy Commission (PAEC) an, dass sieben Atomkraftwerke mit einer Leistung von je 1.100 MW bis 2030 geplant seien und man die Vision habe, bis 2050 Reaktoren mit einer Gesamtleistung von 42.000 MW zu installieren.[5]

Pakistan ist zugleich bemüht, seine Kapazitäten bei Wind- und Solarenergie stärker zu nutzen. Im Januar 2013 wurde mit koreanischer Hilfe ein 1-GW-Solarenergieprojekt in der Provinz Belutschistan gestartet.[6]

Militärische Nutzung der Atomkraft

Pakistan führte 1998 erstmals erfolgreiche Atomwaffentests durch.[7] Schätzungen zufolge verfügte das Land 2017 über einen Bestand von 120 bis 130 nuklearen Sprengköpfen.[8]

Das Plutonium wird in vier Reaktoren eines Nuklearkomplexes im Punjab produziert. → Khushab (Pakistan)

(Letzte Änderung: 29.03.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Princeton University: Pakistan’s Chashma Nuclear Power Plant - A preliminary study of some safety issues and estimates of the consequences of a severe accident vom Dezember 1999
  2. IAEO: Member States abgerufen am 11. März 2016
  3. DER SPIEGEL 1/1988: Lustgewinn wie auf einem Nagelbrett vom 4. Januar 1988
  4. IAEO: Research Reactors/Countries: Pakistan abgerufen am 4. April 2014
  5. thenews.com.pk: Pakistan can operate larger N-power plants: PAEC chief vom 2. Januar 2014
  6. worldnuclearreport: The World Nuclear Industry Status Report 2014 abgerufen am 4. August 2014
  7. NTI: Pakistan/Nuclear abgerufen am 16. Dezember 2015
  8. FAS: Status of World Nuclear Forces abgerufen am 14. Februar 2017

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