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Atomenergie in Europa > Frankreich > Phénix (Frankreich)

Schneller Brüter • Leistung: 142 MW • Typ: PH-250 • Hersteller: Groupement Industriel Francais •
Baubeginn: 1. November 1968 • Inbetriebnahme: 31. August 1973 • Abschaltung: 1. Februar 2010[1][2]


Brüter mit vielen Ruhepausen

CEA Marcoule Site

Atomzentrum Marcoule mit AKW Phénix (links)

Phénix ist ein stillgelegter Schneller Brüter, der sich auf dem Atomzentrum Marcoule in der südfranzösischen Region Languedoc-Roussillon am westlichen Ufer der Rhône befindet, nördlich von Avignon und westlich von Orange.[3]

Phénix wurde von Groupement Industriel Francais hergestellt[2] und am 31. August 1973 in Betrieb genommen.[1] Der Prototyp-Reaktor wurde zur Stromerzeugung, aber auch für Forschungen im Bereich der Transmutation von Actiniden verwendet.[4]

Bereits drei Jahre nach Inbetriebnahme, im Herbst 1976, wurde Phénix wegen Störungen an den Wärmetauschern für acht Monate stillgelegt.[5][6]

Phénix war dann bis 1998 am Netz, stand aber danach wegen Renovierungsarbeiten fünf Jahre still, bis er am 14./15. Juni 2003 wieder in Betrieb genommen wurde. Er lief bis Anfang 2009, wurde bis Oktober 2009 noch als Forschungsreaktor benutzt und am 1. Februar 2010 endgültig stillgelegt. Eigentümer von Phénix ist das Commissariat à l'Énergie Atomique, Betreiber sind das Commissariat à l'Énergie Atomique (80 %) und die Électricité de France (20 %).[7][1]

Der Rückbau des Atomkraftwerks dauert an. Schwach- und mittelradioaktive Komponenten wurden bereits vor 2009 entfernt.[8]

Natriumlecks und spontane Leistungsschwankungen

Der Betrieb des Schnellen Brüters lief alles andere als störungsfrei. In den ersten acht Betriebsjahren kam es zu durchschnittlich zwölf Schnellabschaltungen pro Jahr.[9]

1974 bis 1977, 1984 und 1988 traten mehrmals Natrium und Wasser aus Lecks aus. 1979 wurde das radioaktive Edelgas Xenon-135 freigesetzt. Zwischen April 1982 und Mai 1983 gab es vier Reaktionen zwischen Natrium und Wasser, von denen die Dampfgeneratoren betroffen waren. Die erste Reaktion im April 1982 war mit einem Brand verbunden. In den Jahren 1989/1990 traten vier massiven Schwankungen bei der Reaktivität (Rückgang und Zunahme der Leistung in sehr kurzen Zeiträumen) auf, deren Ursachen nie abschließend geklärt wurden, die aber hohe Kosten verursachten. Die Störungen ließen befürchten, dass die Leistung des Reaktors aus dem Ruder laufen könnte.[10]

Weitere Links

→ RedearchGate: Fast Reactor Operation and Reactivity Control: Report on the Phenix Experience vom September 2008
→ FZK: The Story of the European Fast Reactor Cooperation vom Dezember 1993

(Letzte Änderung: 17.04.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 IAEO: PRIS - Country Statistics/France abgerufen am 11. Februar 2015
  2. 2,0 2,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. WNA Reactor Database: Phenix, France abgerufen am 9. April 2016
  4. WNA: Nuclear Power in France abgerufen am 12. Februar 2015
  5. Der SPIEGEL 47/1976: Friedhof mit goldenen Särgen vom 5. November 1976
  6. DER SPIEGEL 40/1979: Vergessen Sie nicht, wir sind in Frankreich vom 1. Oktober 1979
  7. nuklearforum.ch: Frankreich: Schneller Reaktor Phénix wieder in Betrieb vom 16. Juni 2003
  8. IAEO: Dismantling of large components from PHENIX reactor vom 6. März 2013
  9. grs.de: STAND DER RISIKOUNTERSUCHUNGEN BEI KERNKRAFTVVERKEN vom 3./4. November 1982
  10. princeton.edu: Fast Breeder Reactors in France vom 9. April 2009

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