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Reaktor-Sicherheitskommission (RSK)

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Die Lobbyorganisationen > Reaktor-Sicherheitskommission (RSK)

Geringer Einfluss auf die Reaktorsicherheit

Die Reaktor-Sicherheitskommission (RSK) wurde 1957/58 gegründet und sollte anfänglich den Bundesatomminister als Beratungsgremium unterstützen. Aufgrund ihrer engen Verflechtung mit der Deutschen Atomkommission (DAtK), der Atomwirtschaft und der unterstützenden Wissenschaft sowie der starken Positionen der Energiekonzerne erwies sie sich jedoch als wenig hilfreich.

Die RSK versuchte anfänglich, die Sicherheitsvorkehrungen bei den AKW Kahl (zu hohe Bevölkerungsdichte und zu hohe Brennstofftemperaturen) und Gundremmingen (mögliches Versagen der Notkühlung, die zu einer nuklearen Katastrophe geführt hätte) zu beeinflussen. Beide AKW wurden ohne Genehmigung durch die RSK in Betrieb genommen und erst nachträglich genehmigt. Später arrangierte sich die RSK mit den Betreibern und gab bei weiteren Projekten nur noch "stereotype Zustimmungsformeln" von sich.[1]

Die RSK trug beispielsweise Anteil daran, dass der Reaktor Mülheim-Kärlich 1986 ans Netz gehen konnte, obwohl beim Genehmigungsverfahren so getrickst wurde, dass dies vom Bundesverwaltungsgericht Berlin als Verstoß gegen das Atomgesetz beurteilt und der Reaktor ein Jahr später wieder abgeschaltet wurde. "Auch die Reaktor-Sicherheitskommission (RSK), oberstes Fachgremium für die Sicherheit von Atomanlagen, begnügte sich mit laschen Prüfungen. Über RSK-Chef Professor Adolf Birkhofer berichtet ein Vermerk des Mainzer Wirtschaftsministeriums, daß er angesichts geklärter Fragen bereit war, "die restlichen ad hoc abzuhandeln". Die RSK stimmte dem Bau des 1300-Megawatt-Reaktors bedenkenlos zu."[2]

Enge Verflechtung mit der Atomindustrie

Auf ihrer Homepage weist die RSK zwar darauf hin, dass sie das "wesentliche Gremium" für die Reaktorsicherheit in Deutschland sei, und fügt hinzu: " Die RSK-Mitglieder bringen ihren Sachverstand als unabhängige Personen unparteiisch in die Beratungen ein und arbeiten vertrauensvoll miteinander. Das Ziel aller Mitglieder der RSK ist, die bestmögliche Sicherheit für kerntechnische Anlagen mit zu verwirklichen."[3]

An dieser Selbstdarstellung sind jedoch Zweifel angebracht. Eine Betrachtung der aktuellen Zusammensetzung der RSK (Stand 2. Oktober 2015) zeigt, dass einige der Mitglieder der Atomlobby angehören. Man findet einen Vertreter von E.ON Kernkraft, einen AREVA-Mitarbeiter sowie einen Vertreter des TÜV SÜD.[4] E.ON und AREVA repräsentieren die Interessen der Atomindustrie, und die Objektivität des TÜV SÜD ist zweifelhaft.

→ RSK: Stellungnahmen/Empfehlungen/Berichte
→ Wikipedia: Reaktor-Sicherheitskommission

Fernsehbeitrag

  • Bericht der Reaktor-Sicherheitskommission
    "Droht auch in Deutschland ein GAU wie in Fukushima? Nach knapp zwei Monaten Prüfung hat die Reaktorsicherheitskommission der Bundesregierung (RSK) nun ihren Bericht dem Bundesumweltminister vorgelegt."

    Wolfgang Renneberg, ehem. Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit des Bundesumweltministeriums: "Dieses Papier hält Anforderung, die an eine Sicherheitsprüfung zu stellen sind, nicht stand." Quelle: Video
Bericht der Reaktor-Sicherheitskommission, Frontal 21, 17.05.201108:10

Bericht der Reaktor-Sicherheitskommission, Frontal 21, 17.05.2011

ZDF, Frontal 21 vom 17. Mai 2011


(Letzte Änderung: 18.12.2016)

Einzelnachweise

  1. Joachim Radkau & Lothar Hahn: Aufstieg und Fall der deutschen Atomwirtschaft. oekom, München 2013, S. 273ff.
  2. DER SPIEGEL 12/1989: Eine Menge getrickst vom 20. März 1989
  3. RSK: Selbstverständnis der RSK abgerufen am 2. Oktober 2015
  4. RSK: Zusammensetzung abgerufen am 2. Oktober 2015

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