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Riwne (Ukraine)

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Atomenergie in Europa > Ukraine > Riwne (Ukraine)

4 Druckwasserreaktoren • Leistung: 420 MW/415 MW/1.000 MW/1.000 MW •
Typ: WWER V-213/ WWER V-213/WWER V-320/WWER V-320 • Hersteller: Minatomenergo •
Baubeginn: 1973/1973/1980/1986 • Inbetriebnahme: 1980/1981/1986/2004 •[1][2] Abschaltung: offen


РАЭС летом 2006.jpg

AKW Riwne (Ukraine)

Der Standort Riwne befindet sich im Westen der Ukraine bei der Satellitenstadt Kuznetsovsk. Dort werden vier Reaktoren sowjetischer Bauarten betrieben, die 1980/1981/1986/2004 in Betrieb gegangen sind. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist die staatliche ukrainische National Nuclear Energy Generating Company "Energoatom" (NNEGC), Hersteller war Minatomenergo. Energoatom arbeitet derzeit daran, sicherheitstechnische Voraussetzungen für verlängerte Laufzeiten der Einheiten 1 und 2 zu schaffen.[1][2][3]

1995 hatten die G7-Staaten der Ukraine als Ersatz für die Schließung des AKW Tschernobyl die Fertigstellung der Reaktoren Riwne-4 und Khmelnitzky in Aussicht gestellt, obwohl der damalige Präsident Kutschma Gaskraftwerke vorgezogen hätte.[4]

Zwei zusätzliche geplante Druckwasserreaktoren Riwne-5 und -6 mit je 1.000 MW Leistung wurden nicht realisiert.[5]

Im Dezember 2010 erteilte die ukrainische Atomaufsichtsbehörde die Genehmigung, die Reaktoren 1 und 2 statt bislang 30 nun 50 Jahre zu betreiben, so dass mit einer Abschaltung erst 2030 und 2031 zu rechnen ist. Den Reaktoren wurden durch die IAEO ausreichende Sicherheit attestiert.[6]

Im April 2011 rüstete die NATO die Ukraine mit einem automatischen Messsystem aus, mit dem Zweck, "im Falle einer möglichen Katastrophe im Atomkraftwerk Riwne den Transport radioaktiver Elemente im Wassereinzugsgebiet des Prypjat vorherzusagen."[7]

Zwischenfälle

Im Juli 2001 brach in den Reaktoren 1 und 2 ein Brand aus; laut der ukrainischen Regierung soll keine Radioaktivität ausgetreten sein.[8]

Im Dezember 2005 wurde wegen eines Kurzschlusses der Reaktor Riwne-4 per Notabschaltung heruntergefahren.[9]

Im Dezember 2012 ereignete sich ein Störfall der Stufe 1 auf der Bewertungsskala INES. Riwne-3 musste per Notabschaltung heruntergefahren werden, nachdem wegen einer defekten Mess- und Regeleinheit der Wasserstand im Dampferzeuger gesunken und die Pumpen des Primärkühlkreislaufs ausgefallen waren.[10]

Während der bürgerkriegsähnlichen Zustände in der Ukraine wurde am 20. Februar 2014 das Atomkraftwerk Riwne angeblich von Protestierenden besetzt. Hauptserver und Aktenarchive im Verwaltungsgebäude sollen angezündet worden sein.[11]

→ Energoatom: Riwne NPP (Informationen des Betreibers)
→ IAEO: IAEO Environmental Impact of Potential Accidental Releases from Nuclear Energy Systems vom Oktober 2012

(Letzte Änderung: 17.11.2016)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: PRIS - Country Statistics/Ukraine abgerufen am 3. Juni 2014
  2. 2,0 2,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. Energoatom: Riwne NPP abgerufen am 14. September 2014
  4. taz.de: Gemeinsam gegen Schröder vom 9. Juni 1999
  5. IAEO: ROVNO-5 und ROVNO-6 abgerufen am 24. Februar 2016 (via WayBack)
  6. nuklearforum.ch: Ukraine: weitere 20 Betriebsjahre für Rowno-1 und -2 vom 17. Januar 2011
  7. ingenieur.de: Nato hilft Ukraine bei Vorhersage radioaktiver Verseuchung vom 15. April 2011
  8. news.at: Regierung: Keine Radioaktivität ausgetreten vom 4. Juni 2001
  9. Rianovosti: Notabschaltung im vierten Block des AKW Rowno vom 14. Dezember 2005
  10. Bamberger Onlinezeitung: Vierether Kuckucks-Ei: Aktueller Störfall in AKW der Ukraine vom 10. Dezember 2012
  11. heise.de: Ukraine: Droht ein zweites Tschernobyl? vom 3. März 2014

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