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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Japan > Rokkasho (Japan)

Baubeginn: 1993 • Geplante Fertigstellung der gesamten Anlage: 2019


Seit Jahrzehnten im Bau

Rokkasho 2.jpg

Atomanlage Rokkasho

Nahe der Gemeinde Rokkasho in der nordjapanischen Präfektur Aomori befindet sich eine große Atomanlage des 1992 gegründeten und in Rokkasho ansässigen Unternehmens Japan Nuclear Fuel Limited (JNFL).[1] Es ist die zweite japanische Anlage dieser Art neben Tokaimura, in der sich 1999 ein ernster Atomunfall ereignete.

Rokkasho setzt sich aus folgenden in Betrieb oder Bau befindlichen Fabriken zusammen, welche zentrale Prozesse des Brennstoffkreislaufs abdecken sollen:

– Wiederaufarbeitungsanlage (Baubeginn 1993, Fertigstellung 2. Halbjahr 2018 geplant)
– Verglasungs-Center (Baubeginn 1992, Inbetriebnahme 1995)
– MOX-Fabrikationsanlage (Baubeginn 2010, Fertigstellung für erstes Halbjahr 2019 geplant)
– Urananreicherungsanlage (Baubeginn 1988, Inbetriebnahme 1992)
– Endlager für schwachradioaktive Abfälle (Baubeginn 1990, Inbetriebnahme 1992)[1]

Insbesondere der Bau der Wiederaufarbeitungsanlage von Rokkasho ist von Jahre langen Verzögerungen geprägt: Die Inbetriebnahme der Anlage sollte eigentlich im Juli 2005 erfolgen, wurde aber immer wieder verschoben, zuletzt auf 2014, auf 2016 und nach Angabe der JNFL nun auf 2018.[2][1] Aus die Inbetriebnahme der MOX-Fabrik wurde um zwei Jahre verschoben. Als Grund für die Verzögerungen werden neue Sicherheitsvorschriften wegen Erdbeben genannt.[3]

Trotz der Verzögerungen soll Rokkasho fortgeführt werden, da die Regierung den Brennstoffkreislauf in Japan für unverzichtbar hält. Zudem sind bereits rund 27,5 Mrd. US-Dollar bis 2016 investiert worden, die man nicht in den Sand setzten möchte – das Dreifache der ursprünglich geschätzten Kosten.[4]

Widerstände und Vorfälle

Gegen die Errichtung der Wiederaufarbeitungsanlage gab es Proteste von Seiten der "Consumers Union of Japan": So wurde am 27. Januar 2008 eine Parade von 596 Gruppen und Organisationen mit 2.500 Personen abgehalten; 810.000 Unterschriften wurden gesammelt und am 28. Januar der Regierung übergeben.[5]

Infolge des Erdbebens von März 2011, das auch den GAU von Fukushima auslöste, lief in Rokkasho ein Behälter für abgebrannten Brennstoff über. Außerdem verlor die Anlage Strom, so dass Notstromaggregate aktiviert werden mussten. Einige Tage später wurde die reguläre Stromversorgung widerhergestellt.[6] Wegen eines Nachbebens am 7. April 2011 wurde Rokkasho neuerdings vorübergehend vom Stromnetz abgeschnitten.[7]

Links

→ JNFL: JAPAN NUCLEAR FUEL LIMITED (Homepage)

(Letzte Änderung: 20.01.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 JNFL: Corporate Profile abgerufen am 14. Januar 2016
  2. nuklearforum.ch: Japan: Erster abgebrannter Brennstoff in Rokkasho vom 19. Dezember 2000 und Weitere Verzögerung bei Japans Wiederaufarbeitungsanlage Rokkasho vom 20. November 2014
  3. world nuclear news: Major work required at Rokkasho for new regulations vom 17. November 2015
  4. The Diplomat: Why Japan's Rokkasho Nuclear Reprocessing Plant Lives On vom 18. April 2016
  5. nishoren.org: Rokkasho: Nobody talks, Nothing changes vom 29. Januar 2008
  6. The New York Times: Greater Danger Lies in Spent Fuel Than in Reactors vom 17. März 2011
  7. IAEO: Fukushima Nuclear Accident Update Log vom 7. April 2011

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