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Rumänien

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Atomenergie in Europa > Rumänien

Bucharest-Calea-Victoriei-Aerial-View.jpg

Bukarest (Rumänien)

Rumänien war 1957 ein Gründungsmitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).[1]

Anfangs war geplant, am Fluss Olt im südlichen Transsylvanien vier kommerzielle Reaktoren zu errichten. Aufgrund geologischer Verwerfungen, der Gebirgsbildung und anderer Faktoren, wären aber nur zwei Einheiten möglich gewesen.[2]

1970 wurde von Romenergo bei der sowjetischen Atomenergo Export eine Einheit mit einem WWER-440-Reaktor bestellt, mit deren Bau 1975 begonnen wurde. Das AKW sollte 1980 in Betrieb gehen, wurde aber im September 1982 aufgegeben. Darüber hinaus waren drei WWER-1000 Einheiten mit der Bezeichnung Moldau (Moldavie) geplant, die 1982 bei Atomenergo Export bestellt wurden und deren Inbetriebnahme für 1990, 1991 und 1992 vorgesehen war. Diese wurden aber 1988 ebenfalls verworfen.[3]

Der finanzielle Spielraum der rumänischen Atomwirtschaft war stark begrenzt. Das zeigt sich daran, dass für den Standort Cernavoda ursprünglich fünf Reaktoren vorgesehen waren, von denen aus wirtschaftlichen Gründen aber nur zwei mit langer Verzögerung in Betrieb gingen: Cernavoda-1 (1996) und Cernavoda-2 (2007). Ein Anlauf, die Anlage zu erweitern, scheiterte 2011, weil die Investoren absprangen. Cernavoda-3 und -4 sind immer noch geplant, Cernavoda-5 wurde mittlerweile abgesagt.

Weitere Informationen unter:

Cernavoda

Equirectangular projection SW.jpg AKW-Standorte

Rumänien besitzt neben dem AKW Cernavoda zwei TRIGA-II-Forschungsreaktoren mit 14.000 und 500 KW Leistung bei Pitesti, die beide am 2. Februar 1980 in Betrieb genommen wurden.[4]

Die sogenannten Hermesbürgschaften, mit denen die Bundesregierung AKW-Neubauprojekte wie in Rumänien förderte, waren immer wieder kritisiert worden. Minister Sigmar Gabriel kündigte erst im Juni 2014 ein Ende dieser Exportgarantien an, das sich allerdings nur auf konventionelle AKW bezieht, nicht auf Forschungsreaktoren.[5]

Nach Informationen der World Nuclear Association (WNA) plant Rumänien zu Demonstrationszwecken den Bau eines bleigekühlten Schnellen Brüters der Generation IV mit der Bezeichnung ALFRED (Advanced Lead Fast Reactor European Demonstrator). Dessen Baubeginn ist für 2017 geplant, die Inbetriebnahme für 2025.[6]

→ AtomkraftwerkePlag: Atommüll und Endlagerung in Europa: Rumänien
→ AtomkraftwerkePlag: Uranabbau in Rumänien

(Letzte Änderung: 01.01.2017)

Einzelnachweise

  1. IAEO: Member States abgerufen am 11. März 2016
  2. IAEO: Sitting Safety Aspects of Second Romanian NPP vom 16. Mai 2010
  3. IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  4. IAEO: Research Reactors/Countries: Romania abgerufen am 4. April 2014
  5. taz.de: Keine Atom-Förderung im Ausland mehr - Umweltverbände nur halb zufrieden vom 13. Juni 2014
  6. WNA: Romania abgerufen am 2. Januar 2014

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