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Südukraine (Ukraine)

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Atomenergie in Europa > Ukraine > Südukraine (Ukraine)

3 Druckwasserreaktoren • Leistung: 1.000 MW/1.000 MW/1.000 MW • Typ: WWER V-302/V-338/V-320 •
Hersteller: Minatomenergo • Baubeginn: 1976/1981/1984 • Inbetriebnahme 1982/1984/1989 •[1][2]
Abschaltung: offen


PUNS-2013-3.jpg

AKW Südukraine

Am Standort Südukraine in der Oblast Mykolaiv südlich der Stadt Yuzhnoukrainsk[3] liefern drei Reaktoren sowjetischer Bauarten Strom, die 1982/1984/1989 in Betrieb gegangen sind. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist die staatliche ukrainische National Nuclear Energy Generating Company "Energoatom" (NNEGC), Hersteller war Minatomenergo. Am gleichen Standort betreibt Energoatom auch ein Hydro-Pumpspeicherkraftwerk und ein Wasserkraftwerk.[1][2][4]

Ursprünglich war eine vierte Einheit mit 1.000 MW geplant, die 1974 bestellt wurde, 1982 in Bau ging und 1986 in Betrieb genommen werden sollte. Die Bauarbeiten wurden jedoch eingestellt, und die Einheit im April 1993 verworfen.[2][5]

2013 und 2015 genehmigte die ukrainische Aufsichtsbehörde SNRI Betriebsverlängerungen für die Einheiten Südukraine-1 und -2 um je zehn Jahre bis Ende 2023 bzw. Ende 2025.[6][7]

Ereignisse und Störfälle

Im Mai 1993 verursachte ein Wasserstoffleck in Einheit 5 eine Explosion und einen Brand, ein Arbeiter kam ums Leben. Im gleichen Monat wurde ein weiteres Wasserstoffleck im Turbinenkühlsystem in Einheit 3 entdeckt.[8]

Im April 1994 gab es einen Defekt am Sicherheitssystem eines Generators in Einheit 1, der später als geplant repariert wurde. (INES-Stufe 2). Einen Monat später wurden Lecks am Primärkreislauf von Einheit 1 entdeckt (INES-Stufe 1). Im Dezember 1995 kontaminierte radioaktive Flüssigkeit 30 Quadratmeter des AKW-Bodens (INES-Stufe 1).[8]

Im Jahr 2000 berichtete der "Spiegel", dass ein Schlosser das komplette AKW Südukraine mit einem Sabotageakt lahmlegte.[9]

Brennelemente von Rosatom und Westinghouse

Südukraine war das erste ukrainische AKW, in dem Brennelemente eines westlichen Unternehmens, nämlich Westinghouse, verwendet wurden; dies geschah in den Jahren 2005 und 2010.[4]

Daneben werden auch Brennelemente des russischen Konzerns Rosatom eingesetzt. Wegen der verschiedenen Brennelemente ist es im Mai 2014 zu einem Schlagabtausch zwischen Westinghouse, das mit Zustimmung der ukrainischen Regierung künftig 25 % des gesamten Bedarfs decken möchte, und Rosatom gekommen, das dagegen protestiert. Die Ukraine riskiere mit westlichen Brennelementen ein Desaster: "In russische Reaktoren passe nur russischer Brennstoff." Während die russische Seite behauptet, dass amerikanische Brennelemente deswegen mechanische Schäden erlitten hätten und eine Kettenreaktion nicht mehr gestoppt werden könne, hält Westinghouse dagegen, dass die Verformungen von benachbarten russischen Brennelementen verursachten würden. Ein Streit um Einfluss in der Ukraine, der auf Kosten der Sicherheit geführt wird.[10]

Weitere Links

→ Energoatom: South-Ukraine NPP (Homepage des Betreibers)
→ reyl.de: Südukraine (Auflistung von Störfällen)
→ IAEO: IAEO Environmental Impact of Potential Accidental Releases from Nuclear Energy Systems vom Oktober 2012

(Letzte Änderung: 05.01.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: PRIS - Country Statistics/Ukraine abgerufen am 3. April 2016
  2. 2,0 2,1 2,2 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. WNA: South Ukraine 1, Ukraine abgerufen am 3. April 2016
  4. 4,0 4,1 Energoatom: South-Ukraine NPP abgerufen am 4. Juni 2014
  5. IAEO: South Ukraine-4 abgerufen am 5. Juni 2014 (via Wayback)
  6. nuklearforum.ch: Laufzeitverlängerung für Süd-Ukraine-1 vom 18. Dezember 2013
  7. nuklearforum.ch: Weitere zehn Betriebsjahre für Süd-Ukraine-2 vom 15. Dezember 2015
  8. 8,0 8,1 Nuclear Energy Institute: Soviet-Designed Nuclear Power Plants in Russia, Ukraine, Lithuania, Armenia, the Czech Republic, the Slovak Republic, Hungary and Bulgaria (Fifth Edition) von 1997
  9. DER SPIEGEL 49/2000: Schlichte Erpressung vom 4. Dezember 2000
  10. Süddeutsche.de: Kernkraftwerke in der Ukraine - Armdrücken im Reaktorkern vom 9. Mai 2014

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